SPACs: „Kein gutes Verhältnis zwischen Risiko und Ertrag“

Gastkommentar Berater Investmentfonds von Gunter Blumenau

Investitionen in so genannte Special Purpose Acquisition Companies (SPACs) werden in Deutschland immer beliebter. Gunter Blumenau, Geschäftsführer bei Blumenau Finanzplanung, würde Privatanlegern jedoch eher davon abraten. Warum, erzählt er hier.

Gunter Blumenau, Bild: privat

Gunter Blumenau, Geschäftsführer bei Blumenau Finanzplanung, Bild: privat

Mit aktiver Unterstützung zahlreicher Prominenter erlebten die Investments in SPACs in den USA einen neuen Frühling. Seit vergangenem Jahr schwappt der Trend auch nach Deutschland. Angesichts dauerhaft niedriger Zinsen scheint die Verlockung hoher Renditen sehr groß zu sein. Renditehungrige Anleger investierten in den letzten Jahren hunderte Milliarden Dollar in SPACs. Aus meiner Sicht können Berater Privatanlegern von dieser Anlageform allerdings nur abraten. Die Risiken stehen in keinem ausgewogenen Verhältnis zum möglichen Ertrag.

Der Grund: SPACs akquirieren in der Regel Unternehmen, die schwierig zu bewerten sind. Oftmals sind es sehr junge Start-ups mit einer tollen Story. Der hohe Konkurrenzdruck unter den SPACs führt dazu, dass sie sich zunehmend jüngere Unternehmen aussuchen, die noch nicht reif für die Börse sind. Nicht umsonst werden die SPACs von Experten als der „Wilde Westen der Aktienmärkte“ genannt.

Denn sowohl die Initiatoren der SPACs als auch die Start-ups haben einen Anreiz, das Unternehmen besonders positiv darzustellen, um eine hohe Börsenbewertung zu erzielen. Dies führt oftmals zu luftigen Visionen, die der Realität nicht standhalten. Darüber hinaus besteht für die Initiatoren der Anreiz, Unternehmen nach einer erfolgreichen Übernahme kurzfristig wieder zu verkaufen. Anleger, die später zu höheren Kursen einsteigen, gehen daher ein noch höheres Risiko ein, da Ihre Gewinnschwelle logischerweise viel höher liegt. Inzwischen machen sich sogar findige Hedgefonds-Manager die Schwächen der SPACs zu Nutze und wetten gegen sie.

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