Online-Bewertungen: Neue Pflichten für Vermittler

Hannah Petersohn Berater Versicherungen Meistgeklickt

Ein neues Gesetz soll Verbraucher beim Online-Handel besser schützen. Auf Vermittler kommt dadurch mehr Arbeit zu. Sie sind zukünftig verpflichtet, über die Echtheit von Online-Kundenbewertungen zu informieren.

Bild: Adobe Stock/Monster Ztudio

Vermittler, die ein Unternehmen betreiben und sich Online von Kunden bewerten lassen, müssen in Zukunft darüber informieren, wie diese Bewertungen zustande gekommen sind. Bild: Adobe Stock/Monster Ztudio

Wer eine Dienstleistung, ein Unternehmen oder ein bestimmtes Produkt in Anspruch nehmen beziehungsweise kaufen will, orientiert sich oft an Online-Bewertungen anderer Kunden. Dass solche Bewertungen aber nicht immer ganz lupenrein sind, ist mittlerweile bekannt. Inwiefern dieses Wissen aber wirklich von einer Kaufentscheidung abhält, steht auf einem anderen Blatt.

Um hier Verbraucher besser zu schützen, hat der Gesetzgeber nun nachgebessert und die Regeln verschärft. Das bedeutet nun auch für Vermittler, die ein eigenes Unternehmen führen: Sie müssen künftig darüber Auskunft geben, ob und wie sie sicherstellen, dass die Online-Bewertungen auf ihrer Website tatsächlich echt sind. „Gefälscht Bewertungen sind laut Gesetz ausdrücklich verboten“, stellt die Bundesregierung klar.

In der aktualisierten Fassung des Gesetzes gegen unlauteren Wettbewerb (UWG, Paragraf 5b Abs. 3 UWG) heißt es nun: „Macht ein Unternehmer Bewertungen zugänglich, die Verbraucher im Hinblick auf Waren oder Dienstleistungen vorgenommen haben, so gelten als wesentlich Informationen darüber, ob und wie der Unternehmer sicherstellt, dass die veröffentlichten Bewertungen von solchen Verbrauchern stammen, die die Waren oder Dienstleistungen tatsächlich genutzt oder erworben haben.“

Vermittler müssen von nun an nicht nur darüber informieren, ob und wie sie sicherstellen, dass die Bewertungen auch wirklich von Kunden stammen. Auch, wer die Bewertungen keiner Kontrolle unterzieht, muss das öffentlich machen. Wer hingegen die Bewertungen auf den Prüfstand stellt, muss angeben, wie konkret er diesen Check umsetzt.

Verbraucher erhalten Recht auf Schadenersatz

Das neue Gesetz nimmt auch (F-)Influencer stärker in die Informations-Pflicht: Sie müssen nämlich angeben, ob sie von einem Unternehmen für ihre Empfehlung bezahlt werden oder nicht. Im Gegensatz zu Finanzberatern haften selbsternannte Finfluencer nämlich nicht für ihre zum Teil laienhafte Beratung mit finanziellen Folgen für jene Verbraucher, die ihren Tipps Glauben geschenkt haben.

Durch das neue Recht haben Käufer in Zukunft auch einen Anspruch auf Schadenersatz, und zwar dann, wenn sie zu einer geschäftlichen Entscheidung veranlasst wurden, die sie sonst nicht getroffen hätten und infolgedessen einen Schaden erlitten haben. Sogenannten Kaffeefahrten und Verkaufsveranstaltungen, bei denen vor allem ältere Menschen zum Teil aggressiv überteuerte Produkte angeboten werden, wolle man damit ein Riegel vorschieben.

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