Mobilitätsstudie 2022: E-Auto? Ja, aber...

Hannah Petersohn Berater Versicherungen

Geht es um die Fortbewegung favorisieren die Deutschen weiterhin das Auto – Umweltschutz und hohen Benzinpreisen zum Trotz. Dabei spielt das E-Auto eine Schlüsselrolle. Doch die Freude am Elektro-Kfz ist getrübt.

Mobilitätsstudie 2022: E-Auto? Ja, aber mit Einschränkung Bild: Adobe Stock/ Aldeca Productions

Die Lust der Deutschen am Autofahren ist ungetrübt, dem E-Auto sei Dank. Doch es gibt dabei auch Kritikpunkte, wie Strokosten oder Lieferzeiten, die bemängelt werden. Bild: Adobe Stock/ Aldeca Productions

Deutschland gilt als Auto-Nation. Wer geglaubt hat, kostspieliger Kraftstoff und die Folgen für die Umwelt könnten etwas daran ändern, irrt. Demnach sehen zwei Drittel auch in Zukunft das Auto als das ideale Fortbewegungsmittel – ob in der Stadt oder auf dem Land. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Erhebung des Kfz-Versicherers HUK-Coburg unter rund 4.000 Befragten deutschlandweit.

Während der bloße Gang zu Fuß immerhin noch 29 Prozent der Befragten überzeugt und auch das Fahrrad mit 27 Prozent Zustimmung punktet, fallen Bahnfahrten mit 16 Prozent auf den vierten Platz, gefolgt von Tram, S-Bahn und Bussen, die mit zwölf Prozent mit dem fünften Platz Vorlieb nehmen müssen.

Sehnsucht nach E-Autos auch in Städten groß

Dass selbst in Stadtstaaten wie Berlin, Bremen oder Hamburg die Mehrheit der Deutschen vom Auto überzeugt ist, liege an dem Aufkommen der Elektroautos. Deren Beliebtheit sei ungebrochen, jeder Fünfte sieht es sogar als das ideale Fortbewegungsmittel der Zukunft. Immerhin sind das doppelt so viele wie jene, die öffentliche Verkehrsmittel wie Bus oder S-Bahn für ideal halten. „Favorisiert wird der Umstieg auf Elektro- oder andere CO2-freie Antriebe verbunden mit der Forderung nach einer deutlichen Kostensenkung für erneuerbare Energien“, sagt HUK-Vorstand Jörg Rheinländer. Gerade jüngere Verkehrsteilnehmer, 24 Prozent der unter 40-Jährigen, können sich vorstellen, ein E-Auto zu kaufen respektive zu fahren. Bei den Älteren sind es nur 16 Prozent.

Sorge bereiten den Befragten dabei allerdings die steigenden Strompreise und das verknappte Strom-Angebot. Jeder Dritte glaubt, dass beide Themen nicht ausreichend beachtet werden. Ein weiteres Problem besteht in der Lieferzeit der E-Autos: In mehr als jedem dritten Fall, in dem Befragte den Kauf eines E-Autos verschoben haben, war die lange Lieferzeit ausschlaggebend.

Umweltschutz: War da was?

Immerhin auf Platz drei steht mit 26 Prozent Zustimmung der Wunsch nach CO2-freiem Verkehr. Um den generellen Umweltschutz sorgen sich allerdings nur noch 18 Prozent der Befragten, im Vorjahr waren es noch 27 Prozent. Zugenommen haben indessen die Bedenken vor einer „zu starken öffentlichen Bevormundung“ (23 Prozent) und dem „Verlust an Individualität und Selbstbestimmung bei der Wahl von Fortbewegungsmitteln (22 Prozent).

Zudem sehen die Befragten die Entwicklung der Mobilität, weitläufig bekannt unter dem Stichwort Mobilitätswende, überaus kritisch: 83 Prozent der Deutschen können in den vergangenen fünf Jahren keine Verbesserung erkennen, wenn es um bezahlbare Mobilität geht: Sowohl in puncto Kosten als auch Schnelligkeit, Flexibilität, Organisierbarkeit und CO2-Freiheit konnten die Befragten keinen Positivtrend feststellen. Der größte Kritikpunkt liegt indessen in der Entwicklung der Kosten und der Bezahlbarkeit von Mobilität. Gerade ältere Befragte bemängeln darüber hinaus die Organisierbarkeit und Schnelligkeit in Sachen Mobilität.

Wenn Ihnen dieser Artikel gefällt, abonnieren Sie unseren täglichen kostenlosen Newsletter für weitere relevante Meldungen aus der Versicherungs- und Finanzbranche!