Lebensversicherung: BaFin will Provisions-Richtwert entwickeln

Martin Thaler Berater

Von der Politik müssen Vermittler im Hinblick auf weitere Provisionsbeschränkungen momentan nichts fürchten. Nun nimmt sich die BaFin des Themas aber erneut an – Details sollen schon bald bekannt gegeben werden.

BaFin-Exekutivdirektor Frank Grund Bild: BaFin/Bernd Roselieb

Will einen Provisions-Richtwert für die Versicherer entwickeln: BaFin-Exekutivdirektor Frank Grund Bild: BaFin/Bernd Roselieb

Auch wenn es der Provisionsdeckel für Lebensversicherungen nicht in den aktuellen Koalitionsvertrag geschafft hat, warnten Experten frühzeitig, dass das Thema damit nicht endgültig zu den Akten gelegt worden sei.

Nun zeigen Äußerungen der BaFin, dass diese Warnungen berechtigt waren. Denn die BaFin scheint – wie in der Vergangenheit schon mehrfach angedeutet – nun selbst tätig werden zu wollen. Und das schon in diesem Jahr. So kündigte die Finanzaufsicht auf ihrer Jahrespressekonferenz in dieser Woche die Entwicklung eines Provisionsrichtwerts an. Details, auch zur Höhe des Richtwertes, will die BaFin in der zweiten Jahreshälfte präsentieren, bericht das Branchenportal "Fonds professionell".

Immer wieder hatte sich die Finanzaufsicht in der Vergangenheit unzufrieden mit der Höhe der von den Versicherern gezahlten Provisionen gezeigt. „Wir werden uns genau anschauen, inwieweit hier die Vorschriften zur Vermeidung von Fehlanreizen eingehalten werden“, sagte beispielsweise Frank Grund, BaFin-Exekutivdirektor Versicherungs- und Pensionsfondsaufsicht, Anfang des Jahres gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Auch zuvor wurde mehrfach kritisch zum Ausdruck gebracht, dass die Abschlusskosten bei den Versicherern nicht so schnell sinken, wie es sich die BaFin wünscht.  

Im März schließlich teilte die Finanzaufsicht deutlich aus, als sie die aus ihrer Sicht zu hohen Abschlusskosten bei Fondspolicen kritisierte. Bei vielen Policen, so die Kritik, würden die Kosten die Renditen auffressen. Kritik, die den Versicherern schwer im Magen liegen dürfte – schließlich gelten Fondspolicen doch als neues Zugpferd in der Lebensversicherung.  

Was der Finanzaufsicht nun genau vorschwebt, bleibt abzuwarten. Eine Ahnung, was kommen könnte, erlaubt der sogenannte „atmende Deckel“, für den sich die BaFin bereits in der Vergangenheit ausgesprochen hatte. Diesem Konzept zufolge liegt die Provisionshöhe bei 2,5 Prozent. Bei Erfüllung bestimmte qualitativer Kriterien, kann die Provision auf bis zu vier Prozent steigen.

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