Fondspolicen: Was bringen die Steuervorteile Ihren Kunden?

René Weihrauch Fondspolicen Berater

Fondspolicen sind auch wegen diverser Steuervorteile attraktiv. Doch wie sehen die genau aus? Wie ist die Besteuerung während der Ansparphase, wie bei der Auszahlung geregelt? Und lohnt sich das für Anleger? Hier die Antworten auf einen Blick.

Wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, ergeben sich bei Fondspolicen durchaus nennenswerte Steuervorteile. Bild: Adobe Stock/styleuneed

Wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, ergeben sich bei Fondspolicen durchaus nennenswerte Steuervorteile. Bild: Adobe Stock/styleuneed

Steuervorteile sind ein gutes Argument für den Abschluss einer fondgebundenen Rentenversicherung. Viele Anbieter werben explizit damit – zu Recht? Werfen wir einen Blick auf die Fakten:

Zunächst einmal ein klarer Pluspunkt: Anders als etwa bei Fondssparplänen müssen die Erträge aus einer Fondspolice während der Ansparphase nicht versteuert werden. Sparpläne sind dafür in der Regel kostengünstiger. Womit Anleger unterm Strich besser fahren, hängt von vielen Faktoren ab. „Je nachdem, mit welchen Kosten, Renditen, Freibeträgen und Steuersätzen man im Alter rechnet, liegt mal die Fondspolice, mal der Fondssparplan ein paar Prozent vorn“, sagen Experten der Stiftung Warentest. Richtig zum Tragen kommen die unbestreitbaren Steuervorteile bei Fondspolicen allerdings, wenn alle Bedingungen erfüllt sind, um sie in der Auszahlungsphase voll nutzen zu können. Wie sieht das konkret aus?

Auszahlung als Einmalzahlung oder Verrentung?

„Bei der Besteuerung einer Fondspolice wird zwischen Einmalzahlung und Verrentung unterschieden“, erklärt Vorsorge-Experte Bastian Kunkel, Gründer und CEO von „Versicherungen mit Kopf“. „Bei der Einmalzahlung werden die Erträge mit dem persönlichen Einkommensteuersatz versteuert. Als Rentner ist der in der Regel deutlich geringer als im Berufsleben. Beträgt er beispielsweise 24 Prozent, dann liegt er bereits unter den 25 Prozent, die bei der Auszahlung eines Sparplans als Kapitalertragsteuer gezahlt werden müssen. Hinzu kommt: Wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, sind ohnehin nur 50 Prozent der Erträge zu versteuern“, so Kunkel.

Bei diesen Voraussetzungen spielen die häufig genannten Zahlenkombinationen 12/60 und 12/62 eine entscheidende Rolle. Um in den Genuss der vollen Steuervorteile bei der Einmalauszahlung zu kommen, ist nämlich zum einen eine Mindestvertragslaufzeit von zwölf Jahren Bedingung. Bastian Kunkel: „Die 60 und die 62 stehen dagegen für das Mindestalter bei der Auszahlung. Bei Verträgen mit Beginn vor 2012 ist das 60. Lebensjahr relevant, bei Verträgen mit Beginn ab 1. Januar 2012 das 62. Lebensjahr. Das Ganze nennt sich Halbeinkünfteverfahren. Falls diese Voraussetzungen nicht erfüllt sind, müssen die Erträge zu 100 Prozent versteuert werden.“

Wie werden Rentenzahlungen besteuert?

Wie sieht es nun mit der Besteuerung aus, wenn Anleger sich nicht für eine Einmalzahlung, sondern für die Verrentung entscheiden? Hier hat Experte Kunkel ebenfalls einen Steuervorteil der Fondspolice ausgemacht: „Rentenzahlungen werden nur mit dem sogenannten Ertragsanteil besteuert. Der hängt vom Alter bei Beginn der Auszahlung ab. Bei einem regulären Renteneintritt mit 67 Jahren liegt er bei 17 Prozent. Das bedeutet, dass nur 17 Prozent der Erträge mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert werden müssen – also ebenfalls deutlich weniger als bei der Kapitalertragssteuer.“

Fazit: Wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, ergeben sich bei Fondspolicen durchaus nennenswerte Steuervorteile. Die höheren Kosten dieser Anlageform lassen sich in diesem Fall oft mehr als ausgleichen.