Bewerber-Befragung: Das sind die attraktivsten Versicherer

Anne Mareile Walter Versicherungen

Trotz schlechtem Image können sich viele jüngere Menschen eine Karriere in der Versicherungsbranche vorstellen. Wunscharbeitgeber ist die Assekuranz bislang aber dennoch selten.

Nachwuchs Bild: Adobe Stock/Gajus

Was macht die Versicherungsbranche für Bewerber attraktiv? Und wie kann die Assekuranz neue Talente für sich gewinnen? Eine aktuelle Studie gibt Aufschluss. Bild: Adobe Stock/Gajus

Ein langweiliges Thema, teuer, im Schadensfall wird nicht gezahlt – das sind gängige Vorurteile, die viele Verbraucher mit dem Abschluss von Versicherungen verbinden. Doch wenn es darum geht, neue Talente zu gewinnen, ist die Branche trotz Imageproblemen offenbar nicht schlecht aufgestellt: Fast jeder Dritte der jüngeren Deutschen kann sich vorstellen, in Zukunft für einen Versicherer zu arbeiten. Nur 14 Prozent schließen das kategorisch aus. Das ist das zentrale Ergebnis der Erhebung „Talents for Insurance 2022“, für die das Kölner Beratungsinstitut Organomics 4.750 Schüler, Studenten und Berufstätige zwischen 16 und 45 Jahren befragte.

Hohes Gehalt als häufiger Bewerbungsgrund

Punkten können Versicherer vor allem mit der Möglichkeit zum flexiblen und mobilen Arbeiten – 56 Prozent der Befragten bezeichnen das als größte Stärke der Branche. 55 Prozent würden sich in der Versicherungsbranche wegen des erwarteten Gehalts bewerben und ebenfalls 55 Prozent geben die Sicherheit des Arbeitsplatzes als entscheidenden Grund für eine Bewerbung an.

Doch bei allen positiven Ergebnissen legt die Studie auch etliche Schwachstellen in puncto Nachwuchsgewinnung offen: Demnach weisen Versicherer als Arbeitgeber zu wenig „inhaltliche, emotionale und beziehungsorientierte Stärken“ auf – laut der Befragung sind das die häufigsten Gründe, weshalb sich Bewerber lieber für andere Branchen entscheiden. In Bezug auf die Einschätzung der Attraktivität der Branche erreichen weder Ehrlichkeit (37 Prozent) noch Wertschätzung (40 Prozent) hohe Werte. Auch die Faktoren Internationalität und Unternehmensimage rangieren bei den Bewerbern mit jeweils 23 Prozent ganz unten auf der Attraktivitäts-Skala.

Grundsätzlich sind für Berufseinsteiger oder -wechsler das Gehalt sowie finanzielle Benefits die ausschlaggebenden Faktoren, die ein Unternehmen als Arbeitgeber attraktiv macht. Mit 77 Prozent gab dies die Mehrheit der Befragten an. Für 73 Prozent spielt die Work-Life-Balance eine entscheidende Rolle und 72 Prozent nennen an dieser Stelle die Sicherheit des Arbeitsplatzes.

In einem zweiten Schritt befragte das Beratungsinstitut Organomics die Studienteilnehmer nach den bekanntesten Versicherern und wollte wissen, wie sie deren Arbeitgeberattraktivität subjektiv einschätzen. Die Allianz – als einer der größten Arbeitgeber der Branche – landete dabei, wenig überraschend, mit 73 Prozent auf dem ersten Platz. Mit jeweils 60 Prozent folgten anschließend die Ergo und die HUK-Coburg, die Axa rangierte mit 55 Prozent auf dem dritten Platz. Doch nur hohe Bekanntheit ist offenbar kein Garant für Beliebtheit. Als Wunscharbeitgeber kamen für die Befragten Unternehmen aus der Automobilbranche deutlich häufiger in die engere Wahl als Unternehmen aus der Assekuranz.

Moderne Gestaltung der Führungsbeziehung

Auch bei der Frage, wie die Studienteilnehmer die Attraktivität der Versicherer als Arbeitgeber einschätzen, führte die Allianz das Ranking an. Mit 52 Prozent schätzte eine Mehrheit der Befragten den Versicherer als „ausgesprochen attraktiv“ ein. 42 Prozent nannten in dieser Frage die Münchener Rück, 37 Prozent bewerteten die HUK-Coburg als besonders attraktiv.    

Als Konsequenz aus der Befragung fordert Studienautor Thomas Bittner von der Versicherungsbranche, sich noch stärker auf die „Erwartungen und Wünsche der Bewerber“ einzustellen. „Dazu gehört auch die stärkere Sensibilisierung der Führungskräfte für eine moderne und vor allem wirksame Gestaltung der Führungsbeziehungen“, erklärt er in einer Pressemitteilung. Ansonsten hinke die Assekuranz „aktuellen Entwicklungen und sich verändernden Erwartungen“ schlicht hinterher.

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