Mit NFT-Kauf die Ukraine unterstützen

Hannah Petersohn Digital

Wer bisher dachte, Non Fungible Token (NFT) seien nichts als heiße Luft, irrt: Das ukrainische Ministerium für digitale Transformation sammelt derzeit mit dem Verkauf der digitalen Kunstwerke erfolgreich Geld, um so Armee und Bevölkerung zu unterstützen.

Mit NFT-Kauf die Ukraine unterstützen Bild: Adobe Stock/Sashkin

Die Diskussionen um sogenannte NFTs werden erhitzt geführt. Aktuell zeigt sich durchaus der Nutzen, den die digitalen Token bieten können. Bild: Adobe Stock/Sashkin

Bisher galten vielen die sogenannten NFT (Non-Fungible-Token) als weitere abgedrehte Spielart im schwer durchschaubaren Blockchain-Universum. Während Kryptowährungen wie Bitcoin als digitales Zahlungsmittel mittlerweile geläufig sind, ist das bei NFTs noch anders. Non-Fungible lässt sich mit „nicht austauschbar“ übersetzen und verweist bereits auf den grundlegenden Unterschied zu Krypto-Coins: Wer einen Bitcoin verkauft und später erneut kauft, hat immer noch einen: Bitcoin. Das ist bei einem NFT anders: Es soll nicht ersetzbar, also einzigartig, und damit auch verifizierbar sein. Ob der NFT nun ein Gemälde ist, ein Tweet oder ein Musikstück: Alles, was sich irgendwie digitalisieren lässt, kann zum NFT gerinnen und lässt sich auf Online-Plattformen wie Binance oder FTX und vielen weiteren erwerben. Gespeichert werden NFTs, ähnlich wie Bitocin und Co., in einer digitalen Brieftasche, einer Trust Wallet.

Seit ihrem Bestehen reißt die Kritik an den digitalen Unikaten nicht ab, immerhin ist allein die Tatsache, dass nun auch Bildpixel zu Börsenobjekten geworden sind, zumindest gewöhnungsbedürftig. Und auch die Gefahr einer Blasenbildung lässt sich nicht ganz von der Hand weisen: Das gehandelte Volumen der NFTs ist seit Anfang März um die Hälfte eingebrochen, zeigen Daten der Analyseagentur NonFungible.

Wer hätte da gedacht, dass diese zeitgeistigen Spekulationsobjekte möglicherweise dennoch sinnvoll eingesetzt werden könnten? Seit dem 30. März werden über die Website des „Meta History Museum of War“, initiiert vom ukrainischen Ministerium für digitale Transformation, NFTs verkauft. Mit dem Erlös werde das ukrainische Militär und die Bevölkerung unterstützt. Die Mission hinter dem Verkauf der digitalen Kunstwerke: „Die Erinnerung an die realen Ereignisse von damals zu bewahren, wahrheitsgemäße Informationen in der digitalen Community in der Welt zu verbreiten und Spenden für die Unterstützung der Ukraine zu sammeln“, heißt es auf der Website des „Museums“. Das erworbene Geld fließe direkt auf die offiziellen Krypto-Konten des Ministeriums für digitale Transformation.

Bereits über 500.000 Euro eingenommen

Die NFTs sind chronologisch in einer „Warline“ geordnet, ein jedes Kunstwerk stellt einen bedeutenden Moment des Kriegs seit der erneuten russischen Invasion bezugnehmend auf einen Tweet auf der Plattform Twitter dar.

Jedes NFT koste 0,15 der Digitalwährung Ethereum. Stand 4. April liegt der Kurs derzeit bei knapp 3.166 Euro für einen Ether, 0,15 Ether entsprechend damit knapp 475 Euro. Innerhalb der ersten 24 Stunden habe das Museum bereits 1.051 NFT-Werke verkauft und damit umgerechnet knapp 500.000 Euro gesammelt, teilte der ukrainische Vize-Premier- und Digitalminister Mykhailo Fedorov auf Twitter mit.

Auch Krypto-Assets haben sich, so der stellvertretende Minister für digitale Transformation Alex Bornyakov, in den vergangenen Wochen bereits als äußerst hilfreich erwiesen: „Jeder Helm und jede Weste, die über Krypto-Spenden gekauft wurden, rettet derzeit ukrainischen Soldaten das Leben“, schreibt Bornyakov auf seinem Twitter-Profil. Die tatsächliche monetäre Unterstützung ist das eine, die Bewahrung der Ereignisse im historischen Gedächtnis allerdings nicht minder wichtig. Entsprechend erklärt das Meta History Museum of War: „Wir werden niemals zulassen, dass ein einziger Tag dieser Zeit aus dem Buch der Weltgeschichte verschwindet.“

Wenn Ihnen dieser Artikel gefällt, abonnieren Sie unseren täglichen kostenlosen Newsletter für weitere relevante Meldungen aus der Versicherungs- und Finanzbranche!