ERGO-Vorstand: „Versicherungsvermittler sollten sich heute mit dem Thema Investment gut auskennen“

Florian Burghardt Berater Versicherungen Top News

procontra: Sollten sich Makler beim Sammeln ihrer IDD-Weiterbildungspunkte verstärkt auf Kurse zum Thema Investment fokussieren?

Krawczak: Es ist auf jeden Fall sinnvoll, sich in der Weiterbildung mit der Zukunft der Altersvorsorge zu beschäftigen und das sind aus meiner Sicht ganz klar kapitalmarktnahe und flexible Produkte. Es hilft allen Beteiligten, wenn der Makler weiß, wie man auf Kursschwankungen reagieren sollte. Zumal es nicht immer nur um Verluste gehen muss. Auch die Möglichkeiten zum Sichern beziehungsweise Mitnehmen von bislang erzielten Gewinnen sollten Makler beherrschen und gegenüber ihren Kunden thematisieren.

procontra: Nochmal zurück zum Hintergrund Niedrigzins und hohe Inflation: Sollten Makler ihren Kunden jetzt generell mehr Risiko bei der Altersvorsorge empfehlen? Oder können sie es sich damit bei ihren Kunden auch verscherzen?

Krawczak: Wir als Ergo Vorsorge legen den Fokus auf flexible und kapitalmarknahe Produkte, die verstärkt die Chancen am Kapitalmarkt nutzen. In diesem Bereich haben wir einige innovative und sehr wettbewerbsstarke Produkte auf den Markt gebracht, die von unseren Kunden auch nachgefragt werden. Daher ist es aus meiner Sicht sehr sinnvoll und zu begrüßen, wenn ein fachkundiger Berater die verschiedenen Möglichkeiten der Kapitalbildung anspricht und auch dahingehend berät. Es gilt dabei aber zu berücksichtigen, dass die Kunden ihre individuellen Einstellungen zum Thema Risiko haben. Diese zu kennen und die Handlungsoptionen dann angemessen zu kommunizieren ist Aufgabe des Maklers. Dabei ist es hilfreich, wenn die Produkte beziehungsweise deren Anbieter auf möglichst viele Gegebenheiten reagieren können: Lassen sich beispielsweise im laufenden Vertrag Investmentrisiken gegen Garantien tauschen? Und braucht es das überhaupt oder macht es vielleicht mehr Sinn, jetzt günstig Fondsanteile nachzukaufen? Ganz wichtig ist dabei auch, die Beratung möglichst ausführlich zu dokumentieren. Dadurch wird automatisch auch die Beratung ausführlicher und der Vermittler ist rechtlich abgesichert.

„Anlageflexibilität ist besonders wichtig“

procontra: Die Lebensversicherer vermitteln den Eindruck, dass Altersvorsorge nur noch über fondsgebundene Produkte funktionieren kann. Allerdings sorgt die weltpolitische Lage rund um den Ukraine-Krieg seit Wochen für Zickzackkurse an den Börsen. Wie können Makler ihren Kunden in dieser Zeit die Angst vor fondsgebundenen Rentenversicherungen und Co. nehmen?

Krawczak: Kunden legen bei ihrer Altersvorsorge nach wie vor viel Wert auf Sicherheit, möchten jedoch auf Rendite nicht verzichten. Daher ist die Flexibilität der Produkte wichtig – besonders die Anlageflexibilität. Mit unserer Ergo Rente Balance können Sie beispielsweise zwölf Mal im Jahr Ihr Vertragsguthaben umschichten, also zwischen einem hohen Aktienanteil und größtmöglicher Sicherheit variieren. Damit lassen sich bislang erzielte Gewinne sichern, ohne den Weg zurück auf den Kapitalmarkt zu verbauen. Jeweils zum nächsten Monatsersten können Sie dann mit einem beliebigen Aktienanteil wieder investieren. Da haben wir im Vergleich zum Markt keine Einschränkungen. Die vergangenen zwei Jahre haben uns allen doch noch einmal deutlich vor Augen geführt, dass sich die Zukunft nicht vorhersagen lässt. Daher ist es umso wichtiger, rechtzeitig auf sich verändernde Umstände reagieren zu können.

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