Diese Versicherer gelten als attraktive Ausbildungsbetriebe

Martin Thaler Berater Versicherungen

Qualifizierte Mitarbeiter sind für Versicherer das A und O, geeignete Auszubildende werden entsprechend dringend gesucht. Welche Versicherer bei potenziellen Bewerbern dabei ein hohes Ansehen genießen, zeigt eine Umfrage des Kölner Ratinghauses ServiceValue.

Azubis Bild: Adobe Stock/geschmacksRaum

Qualifizierte Auszubildende werden von den Versicherern händeringend gesucht - ein gutes Image ist dabei hilfreich. Bild: Adobe Stock/geschmacksRaum

Auch wenn Automatisierung und Digitalisierung auf dem Vormarsch sind, ist die Versicherungswirtschaft weiterhin auf qualifizierte Mitarbeiter angewiesen. Rund 12.000 Auszubildende beschäftigten die deutschen Versicherer im Jahr 2020 laut GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen – für 2021 wird von einer ähnlich hohen Zahl ausgegangen.  

Wenngleich die Branche im öffentlichen Bewusstsein nicht den besten Ruf genießt, scheinen die Versicherer nichtsdestotrotz gefragte Ausbildungsbetriebe zu sein. Laut einer Yougov-Umfrage aus dem vergangenen Jahr konnten sich 41 Prozent von rund 1.000 befragten jungen Menschen eine Karriere im Versicherungswesen vorstellen.  

Versicherer zahlen überdurchschnittlich

„Solides Einkommen schon in der Ausbildung sowie eine langfristige Perspektive – genau das können wir jungen Menschen bieten”, erklärte Gerhard Müller, Vorsitzender des Ausschusses Vertrieb im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Tatsächlich fällt die Ausbildungsvergütung in der Versicherungswirtschaft im Vergleich zu anderen Branchen überdurchschnittlich aus. Eine Untersuchung der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung aus dem vergangenen Jahr ergab, dass die Versicherer mit monatlich 1.040 Euro ihren Auszubildenen am meisten zahlen – lediglich der Öffentliche Dienst (Bund und Gemeinden) mit 1.043 Euro sowie die chemische Industrie (Bezirk Nordrhein) mit 1.042 zahlten geringfügig mehr als die Versicherer.  

Dennoch bleiben laut Arbeitgeberverband der Versicherungsunternehmen in Deutschland (AGV) einige Ausbildungsplätze unbesetzt – elf Prozent der offenen Azubi-Stellen konnten zuletzt nicht besetzt werden, bei den dualen Studienplätzen waren es 15 Prozent. Maßgebliche Ursache hierfür war, dass die Versicherer nicht über ausreichend geeignete Bewerber verfügten.  

Entsprechend groß ist folglich auch der Konkurrenzkampf zwischen den einzelnen Versicherern, die qualifizierten Nachwuchskräfte für sich zu gewinnen. Entscheidend für die Wahl des Ausbildungsbetriebs ist für viele Bewerber neben rein praktischen Gründen, wie beispielsweise dem Wohnort, auch das Image des jeweiligen Unternehmens.  

Umfrage von ServiceValue

Basierend auf dieser Prämisse hat das Kölner Ratinghaus ServiceValue in Kooperation mit Focus Money die Attraktivität von 242 Unternehmen aus der Finanzdienstleistungsbranche erfragt und hierfür insgesamt 61.642 Befragtenurteile eingeholt. Befragt wurden dabei nach Aussage von ServiceValue deutsche Bürger, die nach eigener Aussage über hinreichend viele Informationen, Kenntnisse, Erfahrungen oder Erlebnisse mit dem jeweils zu bewerteten Unternehmen verfügten. Das schließe somit aktuelle Azubis ein, aber auch deren Umkreis, sprich Familie, Bekannte und Freunde.

Konkret wurde den Befragten folgende Frage gestellt: „Inwieweit stimmen Sie zu, dass einem angehenden Auszubildenden die Ausbildung, unabhängig vom angestrebten Beruf, bei den folgenden Unternehmen zu empfehlen sei?“  

Hierbei konnten die Befragten Schulnoten von 1 (sehr zu empfehlen) bis 5 (nicht zu empfehlen) vergeben. Aus den Ergebnissen wurde anschließend ein ungewichteter Mittelwert gebildet. Lag dieser unter dem branchenweiten Mittelwert, wurde dem Unternehmen eine „hohe Empfehlung“ zugeschrieben. Unternehmen, dessen Mittelwert unter dem Mittelwert dieser überdurchschnittlichen Gruppe lag, wurde eine „sehr hohe Empfehlung“ zugeschrieben.  

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