bAV: Wie der Pensionssicherungsverein die Ansprüche bei Insolvenz sichert

Detlef Pohl Berater Recht & Haftung Versicherungen

Ist der Arbeitgeber insolvent, haftet der Pensionssicherungsverein (PSV) größtenteils für die Betriebsrente. Was genau geleistet wird und was das kostet, weist der aktuelle Geschäftsbericht der Selbsthilfeeinrichtung der Wirtschaft aus.

Bei Insolvenz des Arbeitgebers springt häufig, aber nicht immer der PSV ein. Insgesamt zahlt der Verein über 1,5 Millionen Betriebsrenten aus, sagt Vorstand Benedikt Köster. Bild: PSV

Bei Insolvenz des Arbeitgebers springt häufig, aber nicht immer der PSV ein. Insgesamt zahlt der Verein über 1,5 Millionen Betriebsrenten aus, sagt Vorstand Benedikt Köster. Bild: PSV

Deutschland ist in puncto bAV-Absicherung bei einer Unternehmensinsolvenz gut aufgestellt. Durch den Pensionssicherungsverein (PSV), die Selbsthilfeeinrichtung der deutschen und luxemburgischen Wirtschaft, gehen unverfallbare Betriebsrenten-Ansprüche aus Pensionszusagen, U-Kassen und Pensionsfonds in Deutschland und Luxemburg nicht verloren. Seit 2021 sind dort auch Ansprüche aus Firmen-Pensionskassen abgesichert.

Dies umfasst rund 70 Prozent des Verpflichtungsumfangs der bAV Deutschlands, wurde im Geschäftsbericht 2021 des Vereins ausgewiesen. Derzeit stehen 13,8 Millionen Versorgungsberechtigte (+ 2,7 Millionen), davon 4,6 Millionen Rentner und 9,2 Millionen Anwärter, unter Insolvenzschutz. Der Zuwachs resultiert vor allem aus der Einbeziehung von Firmen-Pensionskassen in den PSV-Schutzschirm. Daher stieg auch die Zahl der Mitgliedsfirmen 2021 auf 99.400 (+ 4.400).

Über 1,5 Millionen bekommen Betriebsrente vom PSV

Seit seinem Bestehen hat der PSV als gesetzlich bestimmter Träger der Insolvenzsicherung der bAV in Deutschland und Luxemburg bislang Ansprüche von über 1,5 Millionen Versorgungsberechtigten aus Insolvenzen ihres Arbeitgebers gesichert. Die Zahl der Insolvenzen ist 2021 trotz Pandemie erstaunlicherweise niedrig geblieben – wohl auch wegen gesetzlich verlängerter Zahlungen von Kurzarbeitergeld.

Insgesamt lag das Schadenvolumen des PSV, der ja nur für unverfallbare bAV-Ansprüche bei Insolvenz des Arbeitgebers aufkommt, 2021 bei 725 Millionen Euro – weniger als die Hälfte des Vorjahres. Grund: Es gab weniger Insolvenzen und nur elf Großschäden (2020: 39 Großschäden). Unterm Strich musste der PSV in 282 „Sicherungsfällen“ einspringen (2020: 523). Konkret wurden aus diesen 282 Fällen insgesamt 14.400 Renten und Anwartschaften übernommen.

Alles in allem hat der PSV 2021 rund 61 Millionen Euro bAV direkt an Versorgungsberechtigte gezahlt. Darüber hinaus zahlte ein Konsortium von 47 Lebensversicherern unter Federführung der Allianz, über das der PSV seine Rentenleistungen versichert, 922 Millionen Euro an Versorgungsberechtigte.

Niedrigster Beitragssatz seit 2016

Der Beitragssatz für 2021 betrug 0,6 Promille. Dies war der niedrigste Satz seit 2016. Der durchschnittliche Beitragssatz der letzten zehn Jahre liegt bei 2,1 Promille und über alle bisherigen 47 Geschäftsjahre bei 2,7 Promille. Der Beitragssatz für die Beitragszahlungen der Firmen spiegelt den Schadenaufwand (Insolvenzen) eines Kalenderjahres wider. Das Finanzierungsverfahren ist ziemlich komplex. Die Beitragsbemessungsgrundlage wuchs im letzten Jahr um 12 Milliarden auf 360 Milliarden Euro.

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