Baukredite: Steigende Zinsen und mehr Konkurrenz für Vermittler

Detlef Pohl Berater Sachwerte

Niedrigzins in Kombination mit Inflation – das macht die Beratung und Vermittlung von Immobiliendarlehen nicht leichter. Eine neue Untersuchung offenbart aktuelle Zinstrends und die wachsende Konkurrenz für Darlehensvermittler durch Versicherer und Banken.

Steigende Zinsen erschweren freien Vermittlern die Beratung zu Baufinanzierungen. Nun kommt noch Konkurrenz von Banken und Versicherern hinzu. Bild: Adobe Stock/Ronstik

Steigende Zinsen erschweren freien Vermittlern die Beratung zu Baufinanzierungen. Nun kommt noch Konkurrenz von Banken und Versicherern hinzu. Bild: Adobe Stock/Ronstik

Die Bauzinsen sind nach jahrelanger Talfahrt durch den anhaltenden Niedrigzins nun relativ plötzlich stark gestiegen. Viele Angebote überschreiten inzwischen die 2,0-Prozent-Marke beim Effektivzins. Für eine 80-Prozent-Finanzierung mit 15 Jahren Zinsbindung sind im Schnitt 2,09 Prozent Zins fällig, berichtet die Stiftung Warentest in der Mai-Ausgabe von Finanztest. Zwei Monate zuvor seien es im Schnitt erst 1,2 Prozent gewesen.

Bei der Suche nach dem günstigsten Kredit helfen zahlreiche Portale mit Vergleichen für Immobiliendarlehen. Auch Finanztest bietet den Vergleich jeden Monat neu. Letzter Stand für eine 80-Prozent-Finanzierung und 15 Jahre Zinsbindung, publiziert in der Mai-Ausgabe (Stand: 28. März), hier als eine Auswahl:

  • Enderlein (Kreditvermittler): 1,84 Prozent,
  • Planet Home (Kreditvermittler): 1,84 Prozent,
  • Hypovereinsbank (vermittelt auch fremde Angebote): 1,84 Prozent,
  • Targobank (vermittelt auch fremde Angebote): 1,84 Prozent,
  • Commerzbank (vermittelt auch fremde Angebote): 1,87 Prozent,
  • Interhyp (Kreditvermittler): 1,87 Prozent,
  • 1822direkt (vermittelt auch fremde Angebote): 1,93 Prozent,
  • Comdirect (vermittelt auch fremde Angebote): 1,93 Prozent,
  • Consorsbank (vermittelt auch fremde Angebote): 1,93 Prozent,
  • Creditweb (Kreditvermittler): 1,93 Prozent,
  • Creditfair (Kreditvermittler): 1,93 Prozent,
  • Check24 (Kreditvermittler): 1,93 Prozent,
  • Baufi Direkt (Kreditvermittler): 1,93 Prozent,
  • Dr. Klein (Kreditvermittler): 1,97 Prozent.

Versicherer und Banken machen freien Vermittlern Konkurrenz

Auffällig: Banken, Versicherer und Bausparkassen treten immer öfter als Kreditvermittler auf. So vergibt beispielsweise die Commerzbank auch Kredite der Axa Versicherung. Die Banken bedienen sich dabei spezieller Plattformen, die zahlreiche Angebote parat haben, schreibt Finanztest. Ob der Kunde tatsächlich den günstigsten Kredit bekommt, wird letztlich nur ein unabhängiger Darlehensvermittler mit 34i-Zulassung ermitteln können.

Solche freien Vermittler können auch bei der Einbindung von Förderdarlehen der KfW helfen. Bei Kauf oder Bau einer selbstbewohnten Immobilie sind bis zu 100.000 Euro pro Wohnung möglich, schreibt Finanztest. Der Effektivzins für zehn Jahre Zinsbindung ist aber kaum günstiger als am freien Markt (1,99 Prozent Effektivzins). Etwas günstiger sind die Konditionen für altersgerechte Umbauten, Bau oder Sanierung eines Effizienzhauses und einzelnen energetischen Sanierungsmaßnahmen. Aktuelle Konditionen gibt es hier.

Mit 34i-Qualifizierung der Konkurrenz gegensteuern

Übrigens: Nachdem die Corona-Krise zwischenzeitlich auch den Prüfungsrhythmus gestoppt und damit die Vermittlergilde an der Nachwuchsgewinnung gehindert hatte, nehmen die Industrie- und Handelskammern bundesweit längst wieder Sachkundeprüfungen nach Paragraf 34d, 34f und 34i ab.

Derzeit gibt es laut DIHK genau 57.001 34i-Vermittler (Stand: 1. April 2022). Hinzu kommen noch 673 Honorar-Immobiliendarlehensberater (nach Paragraf 34i Absatz 5 GewO). Wie zu hören ist, fallen bei den Sachkundeprüfungen für die 34er-Qualifikation viele Teilnehmer durch. Das liegt auch daran, dass Berufseinsteiger sich nicht gut genug vorbereiten.

Individuelle Zeiteinteilung und Prüfungsvorbereitung gewünscht

Dem Bedürfnis nach individueller Zeiteinteilung und Vorbereitung der Sachkundeprüfung zu niedrigem Preis hat sich der Markt der Weiterbildungsanbieter noch nicht hinreichend angepasst. Das weiß Vertriebs-Coach und Führungskräfte-Trainer Michael Bickel.

„Viele wollen sich mit Hilfe einer gut strukturierten Online-Plattform, die geschickt Fragen, Lösungen und weitergreifende Erläuterungen miteinander kombiniert, auf die Sachkundeprüfung vorbereiten - am liebsten im eigenen Lerntempo von Zuhause aus“, sagt Bickel. Sein Start-up Sachkundegurus setzt als Lernplattform genau da an.

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