Was Makler an Pools schätzen und was nicht

Detlef Pohl Berater Versicherungen

Pools und Verbünde sind für mehr als jeden zweiten Makler unverzichtbar, zeigt eine neue Studie. Doch die Makler bleiben zugleich kritisch. Über die Hälfte vertraut jeweils nur ein bis zwei Pools. Unabhängigkeit bleibt den meisten sehr wichtig.

Wie auch beim Pool-Billard wirbeln Makler bei Pool-Rankings die Reihenfolge der favorisierten Verbünde durcheinander. Bild: Pixabay/Franz Frauenhoffer

Wie auch beim Pool-Billard wirbeln Makler bei Pool-Rankings die Reihenfolge der favorisierten Verbünde durcheinander, wenn sie handfeste Nachteile bei der Kooperation spüren. Bild: Pixabay/Franz Frauenhoffer

Der Umsatz von Maklern über Pools nimmt weiter leicht zu. So stiegen im Bereich Vorsorge/Leben die Geschäftsanteile über Pools 2021 gegenüber 2020 von 57 auf 58 Prozent. Im Bereich PKV ging es von 62 auf 64 Prozent rauf, ohne den Rekordwert von 2018 wieder zu erreichen (66 Prozent), in der Sach- und Haftpflichtversicherung von 59 auf 63 Prozent. Das ergab die Studie „Pools & Dienstleister 2022“ der BBG-Betriebsberatung unter 810 Maklern.

Die neue Studie zeigt, dass das Geschäftsjahr 2018 bislang der Umsatzhöhepunkt von Maklern über Pools und Verbünde war. Lediglich bei Finanzanlagen und Finanzierungen wurde 2021 wieder ein neuer Rekord mit 76 Prozent Geschäftsanteilen über Pools gemeldet (2020: 74 Prozent).

Viel Auswahl an Kooperationen für Makler

Trennt man die Antworten nach klassischen Pools, Verbünden und Servicegesellschaften so ergibt sich ein differenzierteres Bild. Demnach kooperieren 89,9 Prozent der Befragten mit Pools (Angebot von Pooling, Zugängen zu Produktanbietern, Software, Einreichung von Neugeschäft), ein leichter Zuwachs um 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Weitere 25,2 (+ 6,1 Prozentpunkte) arbeiten mit Verbünden zusammen (wirtschaftliche Interessenvertretung) sowie 15,3 Prozent (+ 0,8 Prozentpunkte) mit Servicegesellschaften (Software, Rahmenabkommen, Rechtshilfen, Research, aber keine Einreichung von Geschäft), wobei Mehrfachnennungen erlaubt waren. Die Geschäftsmodelle ähneln sich aber immer mehr.

Jeder Makler hat im Schnitt 2,5 Poolanbindungen

Vermittler haben durchschnittlich weiterhin 2,5 Poolanbindungen. Dieser Wert ist seit 2016 nahezu stabil, aber seit 2013 (3,4 Anbindungen pro Makler) tendenziell rückläufig. Makler arbeiten heute im Schnitt seit 14,2 Jahren regelmäßig mit Pools und Dienstleistern zusammen. Rund 30 Prozent kooperieren lediglich mit einem Pool, knapp 29 Prozent mit je zwei Pools zusammen und 23,4 Prozent mit drei Pools.

Das meiste Geschäft ging 2021 laut Studie in den drei Bereichen Vorsorge/Leben, Kranken/Pflege und Sach/HUK an Fonds Finanz vor VEMA und blau direkt bzw. Apella (Vorsorge/Leben). Lediglich im Bereich Finanzanlage/Finanzierung, wo Fonds Finanz ebenfalls vorn liegt, schoben sich erneut die BCA/Bank für Vermögensanlagen und erstmals wieder Apella auf die Medaillenränge. Laut Studie konnte die Maklergenossenschaft VEMA nicht nur die Lücke auf den Spitzenreiter etwas schließen, sondern besticht auch wie im Vorjahr mit den höchsten Zufriedenheitswerten.

Unabhängige Vermittler kooperieren vor allem, um ihre Unabhängigkeit zu bewahren, geben 44,8 Prozent an (2020: 43 Prozent). Fast 35 Prozent schätzen die exklusiven Deckungskonzepte und je knapp 30 Prozent einfache Antragsprozesse und Policierung, hohe Produktbreite aus einer Hand sowie die Entlastung im Back-Office bei administrativen Prozessen (Mehrfachnennungen erlaubt). Damit sind die Deckungskonzepte als Grund für die Kooperation gegenüber dem Vorjahr um vier Plätze nach oben geklettert (Vorjahr: 22,9 Prozent).

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