Warnung vor Krypto-Anlagen: Aufsichtsbehörden schlagen Alarm

Hannah Petersohn Berater Investmentfonds

Bereits vor wenigen Wochen warnte die BaFin vor einem Investment in die hochspekulativen Krytowährungen. Jetzt schlagen auch EU-Aufsichtsbehörden Alarm: Durch irreführende Werbeversprechen werde das hohe Investitionsrisiko unterschlagen – Anlegern drohe der Totalverlust.

Warnung vor Krypto-Anlagen: Aufsichtsbehörden schlagen Alarm Bild: AdobeStock/Visual Generation

Drei euorpäische Finanzaufsichtsbehörden warnen eindringlich vor Krypto-Investments. Bild: AdobeStock/Visual Generation

Erst vor einem Monat warnte die BaFin vor dem Betrug mit Kryptowährungen. Sie seien zu spekulativ und riskant, gleichzeitig hat sich im vergangenen Jahr der Betrug mit den Cyberdevisen um 80 Prozent vervielfacht auf 14 Milliarden Dollar, wie das Marktforschungsunternehmen Chainalysis bekanntgegeben hat.

Jetzt warnen drei Finanzaufsichtsbehörden der Europäischen Union in einer gemeinsamen Pressemitteilung vor dem Risiko der Kryptowährungen. Die Bankenaufsichtsbehörde EBA, die Versicherungs- und Pensionskassenaufsichtsbehörde EIOPA und die Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA raten eindringlich von Kryptowerten wie Bitcoin und Co. als Geldanlage, Zahlungs- und Tauschmittel ab. Verbraucher könnten ihr gesamtes Investment verlieren: „Sie sollten gegenüber den Risiken irreführender Werbung, auch über soziale Medien und durch Influencer wachsam sein“, heißt es in der Mitteilung.

Die BaFin hatte vor Kurzem bereits darauf hingewiesen, dass gerade Anlagetipps in den sozialen Netzwerken häufig fehlerhaft, manche sogar absichtlich irreführend seien. Nicht jeder Financial Influencer, kurz: FinFluencer, kenne sich gut genug mit der Materie aus. Wer ihnen blauäugig vertraue, riskiere Kapitaleinbußen bis hin zum Totalverlust.

Deswegen erinnert die Finanzaufsichtsbehörde an eine simple Tatsache: „Das „sichere, schnelle Geld“ gibt es nicht. Werden Ihnen außergewöhnliche Gewinne in Aussicht gestellt? Dann können Sie sicher sein, dass auch das Risiko außergewöhnlich hoch ist.“ Dem schließen sich die EU-Behörden nun an: Verspricht ein Produkt schnelle und besonders hohe Renditen, ist der Betrug nicht weit. Was zu gut klingt, um wahr zu sein, ist es meistens eben auch nicht.

Schadenersatzforderungen kaum erfolgreich

Und das Problem für Verbraucher: Mit einem Schadenersatz können sie nur sehr selten rechnen. Häufig unterliegen die Krypto-Assets nicht den EU-Vorschriften für Finanzdienstleistungen, damit greift auch die Einlagensicherung der Banken nicht. Und ob Klagen gegen FinFluencer erfolgreich sind, bleibt abzuwarten.

Anfang dieses Jahres wurden der Reality-Star Kim Kardashian und der US-Boxer Floyd Mayweather auf Schadenersatz verklagt: Sie hatten Werbung für die zu dem Zeitpunkt erst wenige Monate alte Kryptowährung namens EthereumMax gemacht und eben nicht auf die Tatsache hingewiesen, dass es sich um einen höchstspekulativen Krypto-Token handelt. Bei Kardashians Werbe-Botschaft soll es sich laut dem Chef der britischen Finanzaufsicht Charles Randall um die Finanzwerbung mit der größten Reichweite aller Zeiten gehandelt haben. Kurze Zeit danach stürzte der Kurs der Währung fulminant um 97 Prozent ab.

Während also immer öfter Finanzaufsichtsbehörden vor einer Anlage in die digitalen Coins warnen, steigt das gehandelte Volumen von Kryptowährungen unaufhaltsam: Allein im vergangenen Jahr verfünffachte sich das Gesamtvolumen auf 15,8 Billionen Dollar.

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