Versicherungskaufleute: Ausbildung wird reformiert

Anne Mareile Walter Berater Versicherungen

Ab August wird die Ausbildung der Kaufleute für Versicherungen und Finanzen an den Puls der Zeit angepasst: Neue Lehrpläne und Verordnungen nehmen dann Digitalisierung und kommunikative Fähigkeiten in den Fokus.

BWV Bild: Adobe Stock/sodawhiskey

Der kaufmännische Nachwuchs soll künftig besser in Bezug auf digitale Kompetenzen und kommunikative Fähigkeiten geschult werden. Bild: Adobe Stock/sodawhiskey

Ab 1. August 2022 ist die IHK-Ausbildung zum Kaufmann/Kauffrau für Versicherungen und Finanzen neu strukturiert: Künftig soll der kaufmännische Nachwuchs vor allem in Bezug auf digitale Kompetenzen und kommunikative Fähigkeiten besser geschult werden. Da Versicherungen und entsprechende Services zunehmend online genutzt werden, gebe es laut Berufsbildungswerk der Deutschen Versicherungswirtschaft (BWV) hier Defizite in der Ausbildung. Die neue Ausbildungsordnung wurde vom Bundeswirtschaftsministerium unterzeichnet und ist im Bundesgesetzblatt veröffentlicht.

„Ganzheitliche Beratung" im Fokus

Neu an der aus dem Jahr 2006 stammenden und 2014 angepassten Ausbildungsordnung ist nun ein verpflichtender Kern, der neben digitalen Kompetenzen auch moderne Arbeits- und Projektmethoden sowie eine „ganzheitliche und nachhaltige“ Beratung beinhalte, schreibt das BWV dazu. Zudem würden künftig fünf Wahlqualifikationen eine Spezialisierung für spätere Tätigkeitsfelder ermöglichen. IT-affine Auszubildende können sich beispielsweise für Aufgaben an der Schnittstelle zwischen IT- und versicherungsfachlichem Bereich qualifizieren. Auch die Prüfungsstruktur wurde verändert: In der sogenannten „gestreckten Abschlussprüfung“ fließen jetzt alle schriftlichen Teilleistungen in die Abschlussnote ein.  

Bereits seit rund eineinhalb Jahren hat sich die Versicherungswirtschaft zum Ziel gesetzt, die duale Ausbildung von Grund auf zu modernisieren. Im Juli 2020 schob das BWV im Zuge dessen ein Neuordnungsverfahren an, das nun in dem neuen Berufsbild mündet. Rund 100 Bildungsverantwortliche haben an der neuen Ausbildungsordnung mitgewirkt.  

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