Schadenfall der Woche: Bär versus Affen – Punktsieg Bär

Martin Thaler Panorama

Affen sind für Inder heilige Tiere – doch durch die Beschneidung ihres Lebensraumes werden sie für immer mehr Menschen zum Ärgernis, insbesondere für die Landwirte. Ein indischer Farmer geht nun einen ungewöhnlichen Weg.

Schadenfall Bild: procontra

Affen können für viel Ärger sorgen - ein indischer Bauer setzt sich nun kreativ zur Wehr. Bild: procontra

Das Verhältnis der Inder zu Affen ist ein zwiespältiges – zum einen werden die Affen als Helfer der Götter gesehen und verehrt. Einer Legende zufolge war es die Affenarmee des Gottes Hanuman, die dabei half, die Frau des Gottes Rama von einem Dämon zu befreien. Zum anderen sehen viele die Affen zunehmend als Plage.  

So suchte zu Beginn dieses Jahres das oberste Gericht Indiens – der Supreme Court in Neu Delhi – jüngst per Annonce nach Affenvertreibern, da die Primaten immer wieder die Verhandlungen störten und sogar Mitarbeitende bissen.  

Primaten vs. Panele

Auch für die Energiewende in Indien sind die Affen eine Bedrohung – laut einem Reuters-Bericht aus dem Jahr 2016 üben Solarpanele offenbar eine spezielle Anziehung auf die weit verbreiteten Rhesusaffen aus, die große Genugtuung empfinden, die Kabel zu klauen und die Panele zu beschädigen.

Laut Bericht befand sich die indische Regierung damals in Verhandlungen mit Versicherern – so sollten Photovoltaikversicherungen künftig nicht nur Schäden durch Diebstahl und Extremwetterereignisse, sondern eben auch Affen-Allüren abdecken. Über den Ausgang der Verhandlungen ist im Internet leider nichts zu finden.  

Besonders groß ist die Affen-Problematik aber für indische Landwirte. Allein im Bundesstaat Himachal Pradesh im Norden des Landes sorgten Aggro-Affen, deren Lebensraum durch die Ausbreitung menschlicher Siedlungen immer kleiner wird, durch Fressen und Vandalismus für Schäden bei Bauern in Höhe von gut 30 Milliarden Euro (Daten von 2015). Viele Farmer versuchen mit Fallen oder Gift den Primaten Einhalt zu gebieten, andere änderten aufgrund der hungrigen Makaken-Meute ihr Geschäftsmodell und pflanzen Kräuter statt Weizen und Reis an. An Aloe Vera scheint der Affe weit weniger interessiert zu sein als an Maiskolben.  

Bühne frei für Bauer Bär

Über einen besonders kreativen und somit auch erfolgreichen Affen-Abschrecker berichtet nun die „Times of India“. So hat sich ein indischer Bauer ein Affenkostüm schneidern lassen, mit dem er nun regelmäßig über seine Gemüsefelder stolziert.

Mit Erfolg: Beim Anblick von „Bauer Bär“ nehmen die Affen regelmäßig Reißaus, berichtete Farmer Bhaskar Reddy der Zeitung. Der Erfolg soll nun Schule machen – auch andere Bauern spielen laut Zeitungsbericht nun mit dem Gedanken, sich ein entsprechendes Kostüm schneidern zu lassen. Statt Affenhorden könnte bald also Bärenbanden durchs indische Koheda ziehen – wohl aber sehr zur Freude der heimischen Landwirte.

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