Provisionsverbot: Trügerische Ruhe

Versicherungen Investmentfonds Gastkommentar von Norman Wirth

Wer glaubt, das Thema Provisionsverbot sei vom Tisch, irrt. Auf europäischer Ebene kommt weiterhin Kritik am bisherigen Vergütungssystem. AfW-Vorstand Norman Wirth mahnt, die Branche sollte sich geschlossen gegen etwaige Eingriffe aufstellen.

Norman Wirth, Bild: procontra

Norman Wirth, geschäftsführender Vorstand des AfW, ist überzeugt, dass das Provisonsverbot noch nicht vom Tisch ist. Bild: procontra

Aktuelle Wetterlage: strahlender Sonnenschein. Das Ergebnis der Bundestagswahl im letzten Herbst führte zu einem allgemeinen Aufatmen in der Branche. Grund dafür war die Regierungsbeteiligung der FDP, die Übernahme des Finanzministeriums durch Christian Lindner und damit einhergehend, dass Eingriffe in das Vergütungssystem und Änderungen der Vermittleraufsicht nicht einmal eine Randnotiz im Koalitionsvertrag wert waren. Damit könnte man es gut sein lassen, aber ...

Vorhersage: Dunkle Wolken am Horizont! Von Dr. Frank Grund, Chef der Versicherungsaufsicht, ist redundant zu hören, dass nach wie vor die Vertriebskosten eine große Rolle spielen und dass die BaFin genau hinschauen werde, inwieweit die Vorschriften zur Vermeidung von Fehlanreizen eingehalten werden. Es bleibt offensichtlich der Plan eines Provisionsdeckels durch die Hintertür, womit die Gefahr einer BaFin – die verfassungsmäßige Gewaltenteilung ignorierend – als Ersatzgesetzgeber weiter gegeben ist.

Noch dunklere Wolken wehen aber aus Brüssel nach Deutschland. Auf europäischer Ebene zeigen Fragen und Sinnzusammenhang in aktuellen Konsultationen der EU-Kommission, der Europäischen Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen, die betriebliche Altersversorgung (EIOPA) und der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) zur sogenannten Kleinanlegerstrategie, dass dort das Thema des Provisionsverbotes keinesfalls vom Tisch ist.

Glaubte man noch freudig, mit dem Austritt Großbritanniens ist der wesentliche Befürworter eines Provisionsverbotes raus, haben die Niederlande diese Rolle nahtlos übernommen.  Die Gefahr ist real. Die Hauptbeschäftigung der Branche ergibt sich aktuell aus dem Thema Nachhaltigkeit – inklusive Klima. Aber auch auf das Wetter sollte man achten! Also gilt jetzt: warm anziehen, Schirm griffbereit halten und als Branche gemeinsam das Haus sturmsicher machen.              

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