Lebensversicherer mit deutlichem Rückgang bei Baufinanzierung

Florian Burghardt Versicherungen Sachwerte

In den letzten zehn Jahren haben die Lebensversicherer immer höhere Summen für Wohnungsbaukredite ausgezahlt. Doch jetzt hat die Coronakrise ihren Ambitionen als Geber von Hypothekendarlehen einen Dämpfer verpasst.

Die Coronakrise ließ die ausgezahlten Wohnbaukredite der Lebensversicherer um knapp 1,5 Milliarden Euro einbrechen. Bild: Adobe Stock/redaktion93

Die Coronakrise ließ die ausgezahlten Wohnbaukredite der Lebensversicherer um knapp 1,5 Milliarden Euro einbrechen. Bild: Adobe Stock/redaktion93

Die deutschen Lebensversicherer setzen bei ihrer Kapitalanlage auf zahlreiche Varianten. Eine davon ist die Ausgabe von Hypothekendarlehen. In den letzten Jahren war dieser Bereich konstant angewachsen, auf zehn Milliarden Euro an ausgezahlten Krediten im Jahr 2020.

Doch die Corona-Krise hat hier zuletzt für eine Trendumkehr gesorgt. „Corona hat für Verzögerungen der Bautätigkeit und Verunsicherung von Bauherrinnen und Bauherren gesorgt“, sagt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. Wie der Verband am heutigen Freitag mitteilte, ist die Summe der ausgezahlten Darlehen an Bauherren und Wohnungskäufer im Jahr 2021 um gut 14 Prozent auf 8,6 Milliarden Euro zurückgegangen. Das liege auch daran, dass bereits zugesagte Darlehen erst verspätet abgerufen wurden. Ende 2021 habe das Bestandsvolumen der von den Lebensversicherern bewilligten, aber noch nicht ausgezahlten Darlehen bei 9,7 Milliarden Euro gelegen (plus sechs Prozent).

Rund 4,5 Milliarden Euro für Bestandsimmobilien

Die Corona-Pandemie hat weltweit Produktion und Lieferketten teilweise unterbrochen und großflächig verlangsamt. Für Häuslebauer bedeutete das teilweise Stillstand auf ihren Baustellen und wochen- oder sogar monatelanges Warten auf Baustoffe und Handwerker. Wer bewilligtes Geld noch nicht sofort brauchte, ließ es lieber noch eine Weile liegen und wartete die Entwicklung von Liefermöglichkeiten und Preisen ab.

Die Ängste vieler Menschen vor steigenden Baupreisen sowie vor Einbußen beim eigenen Einkommen zeigen sich auch bei der Summe der in 2021 neu zugesagten Wohnungsbaukredite. Sie ging um 4,1 Prozent auf 9,2 Milliarden Euro zurück. Davon soll planmäßig knapp die Hälfte für den Kauf bestehender Wohnungen beziehungsweise für den sonstigen Wohnungsbau (zum Beispiel Umbauten oder Instandsetzungen) verwendet werden. Ein Drittel soll in den Neubau von Wohneinheiten fließen. Der Rest (knapp 17 Prozent) wurde für die Ablösung bestehender Kredite bewilligt. Insgesamt haben die deutschen Lebensversicherer gut 72 Milliarden Euro in Hypothekendarlehen angelegt.

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