Bessere BU-Policen für Beamte und mehr Schutz für Homeoffice-Technik

Anne Mareile Walter Produkte & Personalien Berater Versicherungen

Die Basler reagiert auf die Pandemie und versichert künftig private und firmeneigene Technik im Homeoffice, helden.de integriert Hacker-Angriffe in den Hausratschutz, Thinksurance besetzt Führungspositionen neu und Votum gibt eine Kooperation zur digitalen Datennutzung bekannt.

Handy Bild: procontra

Die Universa stellt Beamte beim BU-Leistungsbezug künftig besser, die Basler geht mit einer überarbeiteten Elektronik Pauschalversicherung auf den Markt und Neodigital verpasst der Handyversicherung der Bayerischen ein Upgrade. Bild: procontra

Beamte und Beamtenanwärter sind bei der Universa künftig bessergestellt: Sie können Leistungen aus ihrer BU-Police leichter geltend machen. Bisher überprüfte der Versicherer die Entscheidung des jeweiligen Dienstherren in Bezug auf eine mögliche Berufsunfähigkeit. Nun reicht die reine Versetzung in den Ruhestand aus gesundheitlichen Gründen aus, um BU-Leistungen zu empfangen. Parallel erhöhte die Universa die Absicherungsgrenzen: Je nach Dienstgrad können jetzt zwischen 750 und 1.100 Euro pro Monat abgesichert werden. Bisher waren Monatsrenten zwischen 500 und 1.000 Euro versicherbar. Zudem können Beamte auf Widerruf und Probe einen zweiten Vertrag über 1.250 Euro (bisher 750 Euro) mit fünfjähriger Versicherungsdauer abschließen – damit soll die Versorgungslücke in jungen Jahren bis zur Verbeamtung geschlossen werden.

Verbesserungen kündigte die Universa auch in puncto Nachversicherungsgarantie an. So kann in Zukunft der Versicherungsschutz ohne erneute Gesundheitsprüfung ausgebaut werden, beispielsweise bei steigendem Einkommen und verschiedenen Lebensereignissen. Zu Letzterem zählen unter anderem die Ernennung zum Beamten auf Lebenszeit, eine Reduzierung der beamtenrechtlichen Versorgung oder der Todesfall von Ehegatte beziehungsweise Lebenspartner.

Basler sichert Technik-Nutzung im Homeoffice ab  

Die Basler hat ihren Versicherungsschutz in der Elektronik Pauschalversicherung überarbeitet. Bei der Neugestaltung des Produkts seien aktuelle Trends wie Digitalisierung, Homeoffice sowie die Nutzung privater Technik für die berufliche Tätigkeit berücksichtigt worden, heißt es in einer Pressemitteilung. Künftig ist die firmeneigene versicherte Technik auch im Homeoffice mitversichert – allerdings muss sie dafür in der Gesamtversicherungssumme des Vertrags enthalten sein. Die private Technik, die Mitarbeiter in den heimischen vier Wänden für ihre Firma nutzen, ist ebenfalls bis zu einer Summe von 2.500 Euro versichert. Auch der Baustein E-Mobilität ist in der überarbeiteten Elektronik-Pauschalversicherung integriert: Ladekabel, stationäre und mobile Ladestationen sowie Wallboxen zum Laden von Elektrofahrzeugen sind ebenfalls Leistungsbestandteil. Das neue Bedingungswerk soll für nahezu alle Betriebsarten gelten – egal ob Arztpraxis oder Bürobetrieb.

Erweiterter Hausratschutz bei helden.de

Mit erweiterten Leistungen in der Hausratversicherung will der digitale Versicherungsanbieter helden.de punkten: Künftig kann der Hausratschutz durch den Baustein „Absicherung von Vermögensschäden“ ergänzt werden. Dazu gehören beispielsweise Hacker-Angriffe auf Online-Konten. So erhalten Kunden des Versicherers bei unerlaubten Abbuchungen eine Entschädigungssumme von bis zu 5.000 Euro – beispielsweise, wenn das eigene Konto bei einem Online-Versandhändler wie Amazon gehackt und im eigenen Namen ungewollt Bestellungen durchgeführt wurden. Neben dem Diebstahl von Daten deckt die Entschädigungssumme auch Online-Betrugsmaschen wie Phishing, Pharming oder Trojaner ab.   

Ostangler Brandgilde verbessert ihr Schadenmanagement

Verbesserte Serviceleistungen bei der Unfall-Nachsorge hat die Ostangler Brandgilde auf den Weg gebracht. Künftig wird in Kooperation mit dem Gesundheitsdienstleister Reha Assist unmittelbar nach einer Schadenmeldung infolge eines Unfalls eine aktive telefonische Kontaktaufnahme mit einem erfahrenen Fallmanager angeboten. Neben organisatorischen Fragen soll dabei geklärt werden, welche Hilfen notwendig sind. „Zusätzlich zur Sorge um die eigene Gesundheit kommt auf den Geschädigten häufig ein großer Berg an Bürokratie mit behördl­ichen Anträgen, Planungen und Entscheidungen zu“, erklärt Ostangler-Vorstandsvorsitzender Uwe Rohwer. „Hierbei ist es in der Regel unerheblich, ob es sich um ein kleines oder ein großes Unfallge­schehen handelt.“

Der Gesundheitszustand des Versicherten soll durch „Koordination und Vernetzung aller notwendigen Maßnahmen“ schnell und langfristig verbessert werden. Teil des neuen Schadenmanagements ist zudem die so genannte Heilverfahrenssteuerung. Hier bekommt der Versicherte Auskünfte zur Umsetzung von Behandlungsplänen und zur Antragstellung bei Leistungserbringern.   

Votum kooperiert mit Branchen-Netzwerk

Zum 1. März hat der Vermittlerverband Votum mit der Initiative Frida eine Kooperation gestartet. Frida – was für „Free Insurance Data Initiative“ steht – ist ein Zusammenschluss von Unternehmen aus der Versicherungsbranche, um die Entstehung von sogenannten „digitalen Ökosystemen“ in der Finanzdienstleistungsbranche zu fördern. Ziel ist es, Daten besser digital zu verarbeiten und, wie beim Online-Banking oder Banking-Apps, den Datenaustausch in der Versicherungsbranche zu verbessern. So sei es laut Votum-Hauptgeschäftsstellenleiter Filip Schlosser vorstellbar, künftig per App den Auslandskrankenschutz anzupassen oder via App mit dem Vermittler zu kommunizieren.

„Wir wollen als Treiber vorangehen und nicht als Beobachter abwarten, bis andere Marktteilnehmer die Erfolge ernten“, sagt Votum-Vorstand Martin Klein. „Denn eines ist klar: Digitale Ökosysteme werden über kurz oder lang auch vor der Versicherungswirtschaft nicht Halt machen.“

Neue Spitzenpositionen bei Thinksurance

Das Führungsteam von Thinksurance wächst: Ab sofort ist das Frankfurter Technologieunternehmen mit zwei Head-Positionen vertreten. Patrick Löffler, der zuletzt bei der Strategieberatung McKinsey & Company tätig war, übernimmt als Head of Tech Strategy. Die zweite neue Führungsposition ist mit Martin Camphausen besetzt. Als Head of Marketing und Corporate Communication soll er Thinksurance als „Unternehmens- und Arbeitgebermarke ausbauen“. Camphausen startete seine Karriere in der hessischen Landespolitik und baute später in einem Krankenhaus das Kommunikationsmanagement auf. Beide Positionen wurden geschaffen, um den „nächsten Wachstumsschritt“ des Unternehmens einzuleiten, heißt es in einer Pressemitteilung.

Neodigital überarbeitet Handyversicherung der Bayerischen

Für die Versicherungsgruppe die Bayerische hat die Neodigital Versicherung AG ein White-Label-Produkt auf den Markt gebracht: Für eine Handyversicherung inklusive dreier Produktlinien entwickelte Neodigital einen speziellen Rechner. Vertragsabschluss und Schadenbearbeitung werden nun über ein Self-Service-Portal komplett digital abgewickelt, Reparaturrechnungen können via Texterkennung mit Hilfe Künstlicher Intelligenz ausgelesen, auf Plausibilität geprüft und im Bestandssystem automatisch verarbeitet werden. „Mit unserem digitalen Baukastensystem können wir Geschäftskunden in Rekordzeit schlüsselfertige Produkte anbieten und so gemeinsam schneller auf die sich rasant verändernden Nachfragen der Kund:innen reagieren“, sagt Neodigital-Vorstand Stephen Voss.

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