Aon und Marsh stellen Russland-Geschäft ein

Anne Mareile Walter Berater Versicherungen

Nach der größten US-Bank JPMorgan kehren weitere Finanz-Player Russland den Rücken: Die beiden Großmakler Aon und Marsh & McLennan beenden infolge des Ukraine-Krieges ihre Geschäftsaktivitäten mit sofortiger Wirkung.

Aon Bild: picture alliance/Michael Bihlmayer

"Sinnloser Verlust von Menschenleben": Die Großmakler Aon und Marsh reagieren auf den Ukraine-Krieg und ziehen sich aus Russland zurück. Bild: picture alliance/Michael Bihlmayer

Nintendo, Mercedes, McDonalds, Shell, Mastercard – die Liste der Firmen, die sich den internationalen Sanktionen gegen Russland anschließen, wird von Tag zu Tag länger. Auch aus der Versicherungsbranche kündigen immer mehr Unternehmen ihren Rückzug an: Nachdem vor einer Woche die italienische Generali bekanntgab, ihre Repräsentanz in Moskau zu schließen, reagieren nun auch die Großmakler Aon und Marsh & McLennan auf den Angriffskrieg gegen die Ukraine. Am Donnerstag gaben die beiden Konzerne bekannt, ihre Geschäftsaktivitäten in Russland einzustellen.  

Reaktion auf den „sinnlosen Verlust von Menschenleben"

Aon wird seine operativen Tätigkeiten vorerst pausieren und schickt daher seine Mitarbeitenden in Russland in bezahlten Urlaub. „Die Eskalation des Konflikts in der Ukraine verursacht weiterhin den sinnlosen Verlust von Menschenleben unter unschuldigen Zivilisten und die vorsätzliche Zerstörung von Schulen, zivilem Eigentum und Infrastruktur“, sagte Aon-CEO Greg Case in einer Presse-Erklärung. Weitere Schritte seien nicht ausgeschlossen. „Wir werden die Situation beobachten, um zu entscheiden, ob wir weitere Maßnahmen ergreifen werden“, fügte er hinzu.

Wettbewerber Marsh teilte hingegen mit, das Eigentum an russischen Geschäften auf ein lokales Management zu übertragen, das unabhängig auf dem russischen Markt agieren werde. „Nachdem wir mit Entsetzen die tragischen Folgen für die Menschen in der Ukraine mit ansehen mussten, sehen wir uns gezwungen, diese Maßnahme zu ergreifen“, erklärte Marsh-Chef Dan Glaser in einem Presse-Statement und betonte, dass die Entscheidung nicht leichtfertig getroffen worden sei. Ob und wie viele Mitarbeitende von dem Schritt betroffen sind, teilte der Großmakler nicht mit. Laut der Nachrichtenagentur Reuters beschäftigt Marsh rund 100 Mitarbeitende in Russland. Nach eigenen Angaben sind in dem Unternehmen insgesamt 83.000 Mitarbeitende angestellt, Kunden in 130 Ländern werden betreut.

Die Nummer drei nach Marsh und Aon – Willis Towers Watson – äußerte sich bislang noch nicht zu einem möglichen Rückzug aus Russland.  

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