Altersvorsorge: Die Lebensversicherung in unsicheren Zeiten

Hannah Petersohn Berater Versicherungen

Das Geschäft mit klassischen Rentenprodukten ist schon länger ein Auslaufmodell. Doch gerade in Zeiten der politischen Krisen, der Inflation und des Niedrigzinses sind versierte Makler und Berater gefragt, ihre Kunden von der Altersvorsorge zu überzeugen.

Altersvorsorge: Die Lebensversicherung in unsicheren Zeiten Bild: Adobe Stock/APHIRAK

Makler und Berater sind gerade in Krisenzeiten gefordert, ihren Kunden die Ängste vor einem Investment in die Altersvorsorge zu nehmen. Bild: Adobe Stock/APHIRAK

Vor wenigen Wochen zeichneten die Analysten der Ratingagentur Assekurata abermals ein düsteres Bild von der Zukunft der klassischen Lebensversicherung. Demnach ist sie dem Ende geweiht und selbst die neue Klassik, bei der die Garantien grundsätzlich niedriger ausfallen, um so die Chancen auf eine höhere Rendite zu erhöhen, bleiben im Hintertreffen. Der einstige Garant für die Altersvorsorge der Deutschen wird zum Auslaufmodell: „Das Flaggschiff der Lebensversicherer ist gesunken“, resümierte das Analysehaus.

Die Gründe dafür sind hinlänglich bekannt: Die anhaltenden Niedrigzinsen, die Absenkung des Höchstrechnungszinses seit dem 1. Januar dieses Jahres auf nunmehr 0,25 Prozent, kombiniert mit der aktuell hohen Inflation von über fünf Prozent machen dem einstigen „Flaggschiff“ den Garaus. Zumal viele Anbieter häufig nicht einmal mehr den vollständigen Beitragserhalt offerieren können – mit Folgen für die gesamte Branche: Nur noch 21 von 46 befragten Versicherern führen weiterhin klassische Produkte im Portfolio für Neukunden. Die klassische private Rentenversicherung bieten nur noch zwölf Unternehmen an. 2017 taten das noch 34 Gesellschaften. Dabei minimierte jede Absenkung des Höchstrechnungszins unmittelbar die Anzahl der Klassik-Anbieter.

Fondspolicen: Überzeugend?

Während das Angebot also immer mehr zurückgefahren wird, halten die Versicherer weiterhin große klassische Bestände in petto: Über 40 Millionen Verträge führen die Versicherer. Rein rechnerisch bedeutet das ein Vertrag für jeden zweiten Bundesbürger. Das heißt auch, dass Überschussbeteiligungen und Garantien weiterhin ein Thema bleiben. Doch im Neugeschäft haben klassische Produkte ausgedient. Das sieht auch die Branche so, die die Lage der Klassik äußerst negativ einschätzt.

Indessen werden Fondspolicen als Wachstumstreiber gesehen – vor allem solche ohne Garantien, so Assekurata. Die fondsgebundene Rentenversicherung, bei der eine private Rentenversicherung mit einem Fondssparplan kombiniert wird, ist die Hoffnung, dass die möglicherweise hohen Renditen die niedrigen Zinsen ausbalancieren. Die vergangenen Jahrzehnte haben gezeigt, dass Aktieninvestments nicht nur ertragreich performten, sondern auch die Folgen der Geldentwertung abfedern können.

Allein: Vor dem Hintergrund der Pandemie und des Kriegs in der Ukraine könnten die sicherheitsliebenden Deutschen vor dem Schritt auf das Börsenparkett zurückschrecken. Auf Versicherer, Makler und Berater komme an dieser Stelle, so die Ratingagentur, Überzeugungsarbeit zu, um die Altersvorsorge der Kunden auf ein sicheres Fundament zu stellen.

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