Zahnzusatz für Privatversicherte: Was taugt die DentOptimal der Würzburger?

Gastkommentar Berater Versicherungen Top News von Daniel Seeger

Eine Zahnzusatzversicherung für Privatversicherte – die Würzburger hat einen solchen Tarif im Programm. Für wen macht so etwas Sinn? Und was taugt der Tarif konkret? Versicherungsmakler Daniel Seeger liefert die Antworten in seinem Gastkommentar.

Zahnzusatzversicherung Bild: Adobe Stock/Krakenimages.com

Eine Zahnzusatzversicherung für PKV-Versicherte? Für wen diese Sinn machen kann, erläutert Makler Daniel Seeger. Bild: Adobe Stock/Krakenimages.com

Eine Zahnzusatzversicherung für Privatversicherte – das gab es bis vor Kurzem noch bei der Vicuritas. Der Tarif DentHappy wurde jedoch eingestellt. Die Würzburger tritt nun in deren Fußstapfen und bietet den Tarif DentOptimal als Ergänzung zur bestehenden PKV oder Zahnzusatzversicherung. Was leistet der Tarif? Worauf ist zu achten?

Warum eine Zahnzusatzversicherung für Privatversicherte?

Deutlich über 500 Suchanfragen pro Monat verzeichnet Google bei den Suchbegriffen rund um das Thema „Zahnzusatzversicherung für Privatversicherte“. Die Nachfrage nach einem Produkt wie DentOptimal ist vorhanden, aber wieso?

Eine der Ursachen ist sicherlich, dass in vielen PKV-Volltarifen Zahnzusatz zwar enthalten ist, der Leistungsumfang für Zahnersatz jedoch nicht über 75 bis 85 Prozent liegt. Reine Zahnzusatzversicherungen decken hier längst 90 bis 100 Prozent der Kosten ab.

Gleichzeitig legen immer mehr Menschen Wert auf modernen Zahnersatz aus hochwertigem Material. Die Kosten – und somit auch der Eigenanteil hierfür – steigen immer mehr. Deswegen informieren sich Privatversicherte nach Möglichkeiten, diese Leistungslücke zu schließen.

Was leistet DentOptimal der Würzburger?

DentOptimal dient als Ergänzung zur bestehenden privaten Krankenversicherung (oder Zahnzusatzversicherung) und reduziert den Eigenanteil bei Zahnersatz auf bis zu null Euro. In den vier unterschiedlichen Tarifbausteinen kann eine Kostenübernahme von zehn bis 25 Prozent abgesichert werden. Bietet die eigene PKV Leistungen bei Zahnersatz von 80 Prozent Kostenübernahme, kann DentOptimal 20 gewählt werden.

Insgesamt werden bei einer Zahnersatzmaßnahme dann 100 Prozent der Kosten übernommen, von zwei verschiedenen Versicherern. Aus diesem Grund handelt es sich bei den Tarifen der Würzburger nicht um eine Doppelversicherung, sondern schließt als Ergänzungsbaustein eine Leistungslücke. Manch ein Versicherer wird dies vermutlich anders bewerten.

Diese Tarifvarianten gibt es: 

  • DentOptimal 10: zehn Prozent Kostenübernahme
  • DentOptimal 15: 15 Prozent Kostenübernahme 
  • DentOptimal 20: 20 Prozent Kostenübernahme 
  • DentOptimal 25: 25 Prozent Kostenübernahme

Einfach und unkompliziert: Das sind die Vorteile des Tarifs

Keine Gesundheitsprüfung, einfacher Antrag, unkomplizierte Leistungsprüfung – das sind einige der Vorteile von DentOptimal. Als Ergänzungstarif zu einer PKV erfolgt die Leistungsprüfung primär durch die Erstversicherung. Leistet die Erstversicherung, leistet auch DentOptimal.

Was natürlich ausgeschlossen ist: Leistungen für laufende Behandlungen zum Zeitpunkt des Versicherungsbeginn. Zudem existiert eine achtmonatige Wartezeit zu Beginn sowie eine Leistungsstaffel innerhalb der ersten vier Jahre. Nichts ungewöhnliches bis hierhin.

Kein Kündigungsverzicht durch Versicherer

Aus meiner Sicht ein großes Manko liegt im Kündigungsverzicht auf Seiten des Versicherers. Die Würzburger verzichtet nämlich ausdrücklich nicht auf ihr Kündigungsrecht. Für eine Zahnzusatzversicherung ist das absolut untypisch. Die Gesellschaft hält sich also die Option offen, Kunden ordentlich zu kündigen und ihrerseits den Vertrag zu beenden.

Gerade bei einer Krankenversicherung hat das natürlich einen sehr negativen Touch, denn im Zweifel kann die Würzburger Patienten mit hohem Regulierungsaufkommen einfach kündigen. Bei einer Sachversicherung mag das typisch sein, bei einer Zahnzusatz ist es das definitiv nicht!

Unterm Strich: Für Privatversicherte die einzige Option

PKV-Versicherte, die 100 Prozent Kostenübernahme beim Zahnarzt wünschen, haben oft keine andere (sinnvolle) Alternative. Klar könnte auch in einen höherwertigen Tarif bei der eigenen PKV gewechselt werden (sofern angeboten) oder die PKV komplett bei einem anderen Anbieter neu abgeschlossen werden. Beide Optionen sind jedoch mit deutlich mehr Aufwand/Risiko (beispielsweise neue Gesundheitsprüfung) und/oder deutlich mehr Kosten verbunden.

Die Würzburger erfüllt mit dem Tarif DentOptimal ein Kundenbedürfnis auf recht einfache und nicht all zu teure Weise. Wäre nicht das Manko mit dem fehlendem Verzicht auf das Kündigungsrecht, würde der Tarif sicher noch mehr Zuspruch erfahren.

Über den Autor: Daniel Seeger betreibt unter anderem das Portal Zahnversicherung-Online.de mit Spezialisierung auf Zahnzusatzversicherung. Mehr Informationen und genaue Tarifbeiträge zum Tarif Würzburger DentOptimal gibt es in seinem Ratgeber-Artikel zur Zahnzusatzversicherung für Privatversicherte.