Unwetterschäden: Diese europäischen Staaten waren besonders betroffen

Martin Thaler Versicherungen

In den vergangenen 40 Jahren summierten sich die Unwetterschäden in Europa auf über 500 Milliarden Euro. Nur ein Bruchteil davon war versichert – in manchen Staaten war es gerade einmal ein Prozent.

Unwetterschäden: Diese europäischen Staaten waren besonders betroffen Bild: picture alliance/dpa/Bodo Marks

Unwetter sorgten in den vergangenen 40 Jahren in Europa für Schäden bis über 500 Milliarden Euro. Bild: picture alliance/dpa/Bodo Marks

Sturmböen mit 144 km/h an der Wesermündung und 140 km/h an der Kieler Bucht – mit Tief „Nadia“ zog am vergangenen Wochenende der erste schwere Sturm des Jahres 2022 übers Land. Die Schäden blieben aber überschaubar: „Sturm NADIA verursachte am Wochenende versicherte Schäden von rund 100 Mio. Euro für Deutschland“, sagt Onnen Siems, Geschäftsführer der aktuariellen Beratungsfirma Meyerthole Siems Kohlruss (MSK).  

Verglichen mit den insgesamt in allen 27 EU-Ländern sowie der Schweiz, Norwegen, Island, Liechtenstein und der Türkei durch Unwetter entstandenen Schäden, sind das eher Peanuts. Laut einer aktuellen Aufstellung der EU-Umweltagentur sorgten Stürme, Überflutungen und Hitzewellen zwischen 1980 und 2020 für einen wirtschaftlichen Gesamtschaden in Höhe von bis zu 520 Millionen Euro – verheerende Unwetter wie „Bernd“, das im vergangenen Sommer den Westen von Deutschland verwüstete, sind hier noch gar nicht inbegriffen.  

Besonders Deutschland stark betroffen

Mit Schäden in Höhe von rund 107 Milliarden Euro wurde insbesondere Deutschland stark von den Unwettern getroffen. Auch in Italien (72,4), Frankreich (67,5), Großbritannien (53,6) sowie Spanien (45,3) fielen die Unwetterschäden hoch aus, während sie – wenig überraschend – im flächenmäßig kleinen Liechtenstein (sechs Millionen Euro) sowie im dünn besiedelten Island (95 Millionen) gering ausfielen.  

Lediglich 23 Prozent der entstandenen Schäden waren auch versichert. Angesichts der wachsenden Wahrscheinlichkeit für Extremwetterereignisse ist dieses Ergebnis besorgniserregend. Jedoch gibt es bei der Versicherungsquote deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Staaten. Während in Rumänien und Litauen nur ein Prozent der Schäden versichert waren, waren es in Dänemark (56 Prozent) und den Niederlanden (55 Prozent) deutlich mehr. In Deutschland lag die Quote der versicherten Schäden indes bei 48 Prozent – ein Faktor hierfür dürfte die weiter unbefriedigende Verbreitung von Elementarschutzdeckungen sein.  

Beraten wird nun in der Politik, wie die Verbreitung gesteigert werden kann. Auch die Europäische Union spricht sich in ihrer im vergangenen Jahr formulierten Klimanwandel-Anpassungsstrategie dafür aus, den Versicherungsschutz deutlich auszubauen.

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