Schadenfall der Woche: Beleibter Bär auf Beutezug

Martin Thaler Panorama

Pizza „Vier Jahreszeiten“ statt Winterschlaf: Ein kolossaler Bär hält eine kalifornische Kleinstadt in Atem. Die Behörden beraten nun über seinen Abschuss – im Netz wächst hiergegen allerdings der Widerstand.

Schadenfall Bild: procontra

Ein voluminöser Schwarzbär sorgt in Kalifornien derzeit für Unruhe. Bild: procontra

„Zurück zur Natur“ – die Forderung zivilisationsmüder Deutscher frei nach der Philosophie von Jean-Jacques Rousseau hat Konjunktur. Gerade im Zusammenhang mit der Klimawandel-Diskussion wächst bei vielen Menschen der Wunsch nach einem Leben in Harmonie mit der Natur.  

Doch wehe, wenn die Natur dann plötzlich vor der Tür steht. Im Jahr 2006 entbrannte eine wilde Diskussion, als ein Braunbär durch die bayerischen Alpen zog, der Schafe riss und keinerlei Scheu vor Menschen zu zeigen schien. Es war der erste Bär auf deutschem Boden seit 1835. Doch „Problembär Bruno“, wie das 110 Kilogramm schwere Tier schnell genannt wurde, musste nach Ansicht der bayerischen Landesregierung entfernt werden. „Wenn die Experten sagen, das ist ein absoluter ... Problembär, da gibt es nur die Lösung, ihn zu beseitigen, weil einfach die Gefahr so groß ist“, erklärte der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber.  

Sogenannte Problembären gibt es jedoch nicht nur in den bayerischen Alpen. Über ein besonders schwergewichtiges Problem klagen derzeit die Bewohner der kalifornischen Stadt South Lake Tahoe. 230 Kilogramm bringt der Schwarzbär „Hank the tank“ (Hank, der Panzer) auf die Waage. Das für einen Schwarzbär ungewöhnlich hohe Gewicht habe einen bestimmten Grund, erklärte die Bärenliga, eine lokale Naturschutzgruppe. Denn statt sich an die normale Bärendiät aus Ameisen und wilden Beeren zu halten, bevorzugt Hank menschliche Nahrung. Pizzareste, Eiscreme oder Müll – in South Lake Tahoe scheint an diesen „Leckerbissen“ kein Mangel zu bestehen.  

Bislang soll der tierische Panzer bislang in rund 40 Häuser eingebrochen sein, mehr als 150 Notrufe sollen laut einem Bericht von CBS bei den Behörden zu Hank eingegangen sei. Am vergangenen Freitagmorgen brach der volumniöse Schwarzbär zu seinem jüngsten Beutezug auf. Durch ein kleines Fenster zwängte sich Hank in ein Haus und durchwühlte dieses auf der Suche nach Essbarem. Deren Bewohner, die nicht wussten, wie sie den gefräßigen Besucher wieder loswerden konnten, riefen die Polizei. Diese hämmerten so lange gegen das Haus, bis sich Hank durch den Hintereingang gemächlich von Dannen trollte.

Maßnahmen, den Bär langfristig zu verscheuchen, wie Sirenen oder das Beschießen mit sogenannter Bean-Bag-Munition, haben sich bislang als erfolglos erwiesen. Nun plädieren die Behörden für einen Abschuss. Bei vielen Menschen stößt ein Abschuss des Moppel-Bären jedoch auf Ablehnung. In einer Petition auf der Seite www.change.org haben sich bislang 4.500 Menschen gegen eine Tötung ausgesprochen – sie plädieren dafür, den „Panzer“ in ein Wildschutzgebiet umzusiedeln.

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