Plötzlich profitabel: Diese Kfz-Versicherer verbesserten ihre Schadenkostenquote am stärksten

Florian Burghardt Berater Versicherungen Top News Meistgeklickt

Bedingt durch Lockdowns und Homeoffice machten im Jahr 2020 nur noch zwei der 50 größten Kfz-Versicherer Verlust, gegenüber 21 im Vorjahr. Die Gewinne wurden mehr als verzehnfacht. 6 Anbieter konnten ihre Combined Ratio um über 15 Prozentpunkte senken.

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Im ersten Pandemiejahr 2020 konnten 45 der 50 größten deutschen Kfz-Versicherer ihre Combined Ratio senken, einer sogar um mehr als 20 Prozentpunkte. Somit verblieb deutlich mehr Geld in den Kassen der Unternehmen. Bild: Adobe Stock/pathdoc

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Versicherungsbranche sind vielfältig. Mit Blick auf die Kfz-Versicherung wurde bereits im ersten Lockdown des Jahres 2020 prognostiziert, dass das Schadenaufkommen bei den Anbietern deutlich zurückgehen werde. So ist es dann auch eingetreten – bedingt durch deutlich weniger Berufsverkehr aufgrund von Homeoffice und Kurzarbeit sowie durch Reisebeschränkungen. Weniger Verkehr führte zu weniger Schäden und damit zu mehr Geld in den Kassen der Versicherer. Die Huk-Coburg beispielsweise stellte ihren Kfz-Kunden deshalb in Aussicht, 150 Millionen Euro an sie zurückzuerstatten.

Welches Ausmaß die Restriktionen des ersten Pandemiejahrs 2020 auf die Sparte hatten, zeigen unter anderem die Schadenkostenquoten der 50 größten Kfz-Versicherer (88 Prozent Marktabdeckung nach Prämieneinnahmen). Diese hat die V.E.R.S. Leipzig GmbH in ihrem Branchenmonitor Kraftfahrtversicherung zusammengetragen und einander gegenübergestellt.

Nur noch zwei Kfz-Versicherer machten Verlust

Im Jahr 2020 lag die durchschnittliche Combined Ratio der 50 Anbieter für die gesamte Kfz-Sparte bei 91,03 Prozent. Das waren nicht nur 8,21 Prozentpunkte weniger als 2019, sondern auch eine deutlich niedrigere Quote als im Durchschnitt der letzten fünf Nicht-Pandemiejahre 2015 bis einschließlich 2019. Diese lag bei 98,88 Prozent. Für die 50 größten Anbieter bedeutete das zusammen einen Gewinn in Höhe von 2,26 Milliarden Euro gegenüber 189,8 Millionen Euro in 2019.

Bemerkenswert ist aber auch die Entwicklung bei den einzelnen Unternehmen. Im Jahr 2019 schrieben noch 21 von ihnen rote Zahlen mit der Kfz-Versicherung. Im Jahr 2020 dann waren es nur noch zwei (R+V Direkt und Allianz Direct). Außerdem konnten 45 der 50 Kfz-Versicherer ihre Combined Ratio gegenüber 2019 senken. Nur Garanta, Oldenburgische Landesbrandkasse, Europa, R+V Direkt und Allianz Direct agierten unprofitabler als im Jahr zuvor.

Von der außergewöhnlichen Schadensituation am stärksten profitieren konnten sechs Anbieter, deren Combined Ratio um mehr als 15 Prozent sank. Vier von ihnen kehrten dadurch sogar zurück in die Gewinnzone. Wir haben sie in der untenstehenden Bilderstrecke zusammengestellt.

Die 6 größten Kfz-Profiteure

Platz 5: Volkswagen Autoversicherung (16,58 Prozent)
Die Volkswagen Autoversicherung AG konnte ihre Schadenkostenquote in der Kfz-Versicherung im Jahr 2020 um 16,58 Prozentpunkte verbessern. Sie ging von 94,66 auf 78,08 Prozent zurück. Gemessen an den verdienten Bruttoprämien des Versicherers (270,3 Millionen Euro) ergab sich daraus ein Gewinn in Höhe von 44,8 Millionen Euro. Bild: GDV