PKV: Welche Versicherer Makler als beitragsstabil bewerten

Detlef Pohl Berater Versicherungen Top News Meistgeklickt

Teils deftig ausfallende Beitragsanpassungen in der privaten Krankenversicherung sind für Kunden aber auch Makler ein echtes Ärgernis. Entsprechend suchen sie vorrangig nach Anbietern mit sicheren Rechnungsgrundlagen. Welche das aus Maklersicht sind, zeigt eine neue Untersuchung.

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Makler achten zunehmend auf Höhe, Häufigkeit und Begründung von Beitragsanpassungen in der PKV-Vollversicherung und meiden Gesellschaften, die da dauernd negativ auffallen. Bild: Adobe Stock/sawitreelyaon

Die private Krankenversicherung (PKV) ist 2021 weitergewachsen, aber zumeist nur bei den gesetzlich Zusatzversicherten auf 28,4 Millionen Verträge (+ 3,4 Prozent) und den betrieblich Krankenversicherten auf 1,59 Millionen Beschäftigte (+ 56 Prozent). In der Vollversicherung gab es ein leichtes Minus von 0,1 Prozent – wie schon im Vorjahr - auf aktuell rund 8,7 Millionen. Netto wechselten das vierte Jahr in Folge mehr Menschen aus der GKV in die PKV-Vollversicherung als umgekehrt (+ 22.500).

Für unabhängige Vermittler trägt die PKV-Sparte etwa 15 Prozent zum gesamten Vermittlungsgeschäft bei. Laut der neuen Marktstudie „Private Kranken- und Pflegeversicherung 2022“ wäre ein Systemwechsel hin zu einer Bürgerversicherung damit ein gravierender Einschnitt für die Berater. Dass dieser Systemwechsel früher oder später kommen wird, davon geht ein Großteil der Vermittler aus. 46 Prozent glauben, dass dies frühestens in 15 Jahren oder gar nicht kommt. Im Vorjahr waren 50 Prozent dieser Meinung.

Furcht vor Bürgerversicherung unter Vermittlern verbreitet

Dagegen erwarten nun 54 Prozent der Befragten einen Wechsel schon in spätestens zehn Jahren. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 51 Prozent. Sogar 28 Prozent der unabhängigen Vermittler rechnen bereits in den nächsten fünf Jahren mit einer Bürgerversicherung – ein neuer Höchstwert für diesen Zeitraum. Für Diskussionen in diese Richtung sorgen nicht zuletzt auch hohe Beitragssprünge und die Probleme in der GKV durch die Demografie.

Für Wirbel sorgen in der PKV-Vollversicherung vor allem Beitragserhöhungen, die zumeist von den Treuhändern abgenickt werden. Das beschäftigte auch den Bundesgerichtshof (BGH), der rückwirkende Beitragserstattungen bei ungenügender Aufklärung auf drei Jahre begrenzt hat (Az.: IV ZR 113/20).

Um 2,6 Prozent pro Jahr sind die Beiträge in der PKV-Vollversicherung im Durchschnitt der letzten zehn Jahre gestiegen, berichtet der PKV-Verband. Doch in der Spitze sind durchaus auch 25 bis 35 Prozent möglich, wenn bestimmte Schwellenwerte bei den Leistungsausgaben überschritten werden (ab 10 Prozent mehr gegenüber der Kalkulation) oder die Sterblichkeit statistisch weiter gesunken ist (über fünf Prozent gegenüber der verwendeten Sterbetafel). Beide Faktoren lösen Beitragssprünge aus, folglich spricht man von „auslösenden Faktoren“.

Auslösende Faktoren umstritten

Nahezu alle Makler wünschen sich, dass die PKV-Gesellschaften Beitragsstabilität als wichtigstes Ziel verfolgen (90,8 Prozent: 2020: 91,2 Prozent), und geben an, dass sie diejenigen PKV-Gesellschaften bevorzugen, die sichere Rechnungsgrundlagen verwenden, gegenüber denjenigen, die „auf Kante“ kalkulieren (89,4 Prozent: 2020: 90,2 Prozent), wobei Mehrfachnennungen erlaubt waren. Gleichzeitig erwarten 83,5 Prozent dennoch PKV-Beitragserhöhungen wegen der anhaltenden Niedrigzinsphase und 83 Prozent wegen der demografischen Entwicklung.

Dies ergab besagte Studie, die von der BBG Betriebsberatung und dem IVV Institut für Versicherungsvertrieb unter 267 Maklern und Mehrfachagenten (2020: 285) erhoben wurde. Man sollte nun bald auch den Zins als „auslösenden Faktor“ berücksichtigen, meinen gut 68 Prozent der Befragten. Dadurch würde es wahrscheinlich öfter kleinere Beitragsanhebungen geben, aber nicht mehr exorbitant starke Erhöhungen erst nach mehreren Jahren Beitragsstabilität.

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