Neustart für den Neubau?

Sachwerte Gastkommentar von Dr. Andreas Mattner

Der Förderstopp für das nachhaltige Bauen wird von der Branche als echter Nackenschlag aufgefasst. Auch andere Vorhaben des Koalitionsvertrages sorgen eher für Bauchschmerzen. Dennoch gibt es auch positive Signale, bemerkt Dr. Andreas Mattner, Präsident des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA) in seinem Gastkommentar.

Dr. Andreas Mattner (ZIA). Bild: ZIA

Dr. Andreas Mattner, Präsident des Zentralen Immobilienausschuss (ZIA). Bild: ZIA

Der Ende 2021 von den Ampelparteien vorgestellte Koalitionsvertrag lässt unsere Hoffnungen keimen, dass die wichtigen Themen angepackt werden. Insbesondere die Schaffung des Bauministeriums ist ein großer und wichtiger Fortschritt, den wir als Branche schon sehr lange gefordert haben. Hierdurch ist die Politik in der Lage, alle Kräfte zu bündeln, um fokussiert und schnell wichtige immobilienwirtschaftliche Impulse und Entscheidungen herbeizuführen und das bezahlbare Bauen und Wohnen voranzutreiben. Das ist bei dem hochambitionierten Ziel von 400.000 Wohnungen pro Jahr allerdings auch notwendig. Auch die Wiedereinführung der Innovationspartnerschaft ist ein gutes Signal, damit alle Beteiligten an einen Tisch kommen.

Trotz der insgesamt positiven Ausrichtung, tauchen auch im Koalitionsvertrag Vorhaben auf, die das Bauen erschweren und Investitionen blockieren. Mit der Verlängerung des Zeitraumes zur Ermittlung der ortsüblichen Vergleichsmiete von sechs auf sieben Jahre, werden die Mieten in den Mietspiegeln länger eingefroren, obwohl den Eigentümern die Kosten weglaufen – das schmälert den Willen zum Neubau durch Private. Dabei stellen sie in Deutschland den Löwenanteil.

Nackenschlag für den Neubau

Gleichzeitig wirkt eine Verlängerung der Mietpreisbremse und die Senkung der Kappungsgrenze kontraproduktiv. Auch der erst kürzlich verhängte Programmstopp der BEG [Bundesförderung für effiziente Gebäude] ist ein Nackenschlag für die energetische Sanierung und den Neubau. Viele Unternehmen hatten darauf vertraut, die für die Gebäudeförderung bereitgestellten finanziellen Mittel für ihre aktuellen und bereits in Planung befindlichen Projekte nutzen zu können.

Die Hoffnungen werden also etwas gedämpft. Dennoch freuen wir uns auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit, den engen Austausch und den zielgerichteten Dialog mit der neuen Bundesbauministerin Klara Geywitz. Der hat dann mal gleich sehr positiv begonnen, die Ministerin zeigte sich im ersten Treffen mit dem ZIA bereits tief in der Materie verwurzelt und aufgeschlossen für pragmatische Lösungen. So steht zum Beispiel serielles und modulares Bauen auf Ihrer Agenda.

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