Fondsbranche verzeichnet Ausnahmejahr

Martin Thaler Investmentfonds Highlights 2022

So viel Geld floss noch nie: Insgesamt 256 Milliarden Euro wurden im vergangenen Jahr in Fonds investiert. Vor allem Privatanleger scheinen ihre Scheu vor Wertpapieren immer mehr abzulegen.

Fonds Bild: Adobe Stock/Friends Stock

Die Aktienlust der Deutschen wird immer ausgeprägter – Privatanleger sind mittlerweile ein wesentlicher Treiber fürs Neugeschäft. Bild: Adobe Stock/Friends Stock

So viel Lust auf Aktien wie im vergangenen Jahr hatten die Deutschen noch nie: „2021 war ein Ausnahmejahr. Die Fondsgesellschaften verwalten mit 4.334 Milliarden Euro ein Rekordvermögen, und Fonds erzielten mit einem Neugeschäft von 256 Milliarden Euro ihr bestes Absatzjahr“, sagt Alexander Schindler, Präsident des deutschen Fondsverbands BVI, auf der Pressekonferenz des Verbands.  

Gründe für den Run vieler Deutschen auf die Wertpapiere waren nach Ansicht Schindlers das Negativzinsumfeld sowie die zuletzt steigende Inflation. Vor allem Fondssparpläne würden verstärkt nachgefragt werden. "Viele Sparer haben offenbar ihre chronische Distanz zur Wertpapieranlage verloren", so Schindler. 

Das erkennt man am stark gestiegenen Neugeschäft bei öffentlichen Publikumsfonds: 118 Milliarden flossen im vergangenen Jahr in diese Kategorie, das waren 75 Milliarden Euro mehr als noch im Jahr 2020. Auch die Rekordmarke aus dem Jahr 2000 (75 Milliarden Euro) wurde eingestellt.  

Treiber seien hier laut Deutscher Bundesbank vor allem Privatanleger. In den vergangenen beiden Jahren entfielen zusammen über 90 Prozent des Neugeschäfts von Publikumsfonds auf sie.  

Besonders beliebt bei den Privatanlegern waren Aktienfonds, auf die insgesamt 50 Milliarden Euro und damit mehr als doppelt so viel wie noch 2020 (20,9 Milliarden Euro) entfielen. Mischfonds, die sowohl in Aktien als auch Anleihen investieren, folgen mit 41,8 Milliarden Euro – das ist das Vierfache des Volumens von 2020. Rentenfonds kamen auf 10,3 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,1 Milliarden Euro). Immobilienfonds folgten mit 7,2 Milliarden Euro – damit waren sie die einzige Sparte, die im Vergleich zum Vorjahr beim Neugeschäft Einbußen verzeichnete (2020: 8,3 Milliarden Euro).  

Auch das von Fonds verwaltete Vermögen stieg 2021 merklich an: Insgesamt 4,334 Milliarden Euro verwaltete die deutsche Fondsbranche. Zum Vergleich: 2020 lag das verwaltete Vermögen noch bei 3,851 Milliarden Euro, 2011 – also vor zehn Jahren – lag es noch bei 1,783 Milliarden Euro. Damit hat sich das Vermögen in den vergangenen zehn Jahren um mehr als 140 Prozent erhöht.

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