Die gute Nachricht: EZB plant neue Motive für Euroscheine

Anne Mareile Walter Investmentfonds Panorama

Statt Fantasiegebäuden sollen auf den europäischen Banknoten künftig die Konterfeis berühmter europäischer Persönlichkeiten prangen. Die EU-Bürger werden am Gestaltungsprozess beteiligt.

Die gute Nachricht: EZB plant neue Motive für Euroscheine Bild: Adobe Stock/bluedesign

Leonardo da Vinci oder James Joyce - auf den Euroscheinen sollen künftig berühmte Europäer abgebildet sein. Das neue Design soll das "typisch Europäische" untermauern. Bild: Adobe Stock/bluedesign

Leonardo da Vinci, Ludwig van Beethoven, James Joyce – diese und andere berühmte europäische Persönlichkeiten könntenin Zukunft auf den Euroscheinen abgebildet sein. „20 Jahre nach Einführung des Euro ist es an der Zeit, uns zu fragen, ob es etwas gibt, mit dem sich Europäerinnen und Europäer noch besser identifizieren können. Etwas, was wir alle als typisch europäisch wahrnehmen und das uns verbindet", sagte Christine Lagarde, die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). Denkbar sei auch ein berühmtes Bild oder ein Baudenkmal.

Die EZB will die Banknoten bis 2024 neugestalten und dafür die Bürgerinnen und Bürger in den Prozess mit einbeziehen. Was es nicht geben wird: eine je nach Ausgabeland unterschiedliche Gestaltung. Stattdessen solle das neue Design Geschlossenheit zeigen. „Es wäre ein Fehler, wenn wir jetzt wieder anfingen, nach Ländern zu unterscheiden“, erklärte Lagarde. „Wir sollten herausfinden, was uns eint und verbindet – nicht, was uns trennt." Zwar arbeite die EZB seit einiger Zeit an der Einführung eines digitalen Euro. Es gebe aber keine Absicht, Bargeld abzuschaffen, fügte Lagarde hinzu.

Bislang zierten fiktive Bauwerke die Banknoten

Aktuell zieren fiktive Bauwerke die Euroscheine: In Form von Fenstern, Toren und Brücken sind auf den Banknoten unter anderem die Baustile der Klassik, Romanik, Gotik und Renaissance verewigt. Denn zur Einführung des Euro im Januar 2002 ging die EZB davon aus, dass es zu Verstimmungen unter den Mitgliedsstaaten führen könnte, wenn berühmte Personen oder reale Bauwerke abgebildet würden. Deshalb wurde der Designwettbewerb unter der Vorgabe ausgeschrieben, ausschließlich Fantasiegebäude abzubilden. Von dieser Sichtweise ist die europäische Zentralbank in den vergangenen 20 Jahren abgerückt. 

Den Farben der Banknoten wird üblicherweise keine Bedeutung zugemessen. Sie sollen nur sicherstellen, dass auch Menschen mit Seheinschränkungen die Scheine voneinander unterscheiden können. Oberste Priorität beim Design hat die Sicherheit: Wasserzeichen, Hologramm sowie ein fühlbares Druckbild müssen bei der Gestaltung berücksichtigt werden. Um das Risiko von Fälschungen gering zu halten, werden die Sicherheitsmerkmale in regelmäßigen Abständen auf den neusten Stand gebracht.

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