Arbeitsausfälle durch Omikron: Versicherer glimpflich davongekommen

Anne Mareile Walter Versicherungen Panorama

Im Januar dieses Jahres fielen in fast 40 Prozent der deutschen Unternehmen coronabedingt Mitarbeiter aus. Versicherer wie die Axa, Debeka und Ergo verzeichnen hingegen aktuell keinen nennenswerten Anstieg der Krankmeldungen – dank Homeoffice und Impfkampagnen.

Omikron Bild: Adobe Stock/fizkes

Von Mai 2021 bis Januar 2022 verdoppelte sich die Zahl der Betriebe, bei denen Arbeitsausfälle durch die Pandemie den Betriebsablauf störten. Bild: Adobe Stock/fizkes

Nach dem gestrigen Corona-Gipfel von Bund und Ländern zu urteilen, sei die Omikron-Welle überwunden, umfangreiche Lockerungen sollen nun folgen. In einem Großteil der deutschen Betriebe haben die Omikron-Infektionen seit Jahresbeginn allerdings für erhebliche Ausfälle gesorgt. Wie eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ergab, fehlten aus diesem Grund in fast 40 Prozent der deutschen Unternehmen Mitarbeiter. „Die Personalsituation der Firmen in der Omikron-Welle ist sehr angespannt“, so IAB-Direktor Bernd Fitzenberger anlässlich der Veröffentlichung der Studie. Mehr als die Hälfte der Unternehmen hätten durch die Infektionen größere Probleme im Betriebsablauf gehabt.

Während für das gesamte erste Pandemie-Jahr etwa die Hälfte aller Betriebe im Mai 2021 von Corona-bedingten Arbeitsausfällen berichtete, waren es allein im Januar 2022 knapp 40 Prozent. Dieser Vergleich zeige die aktuell sehr angespannte Personalsituation der Betriebe, sagte IAB-Direktor Bernd Fitzenberger. 

Debeka vermeldet gesunkenen Krankenstand

Bei den Versicherern und Maklerpools scheint die Arbeitssituation trotz Omikron-Welle hingegen entspannt geblieben zu sein. Wie eine procontra-Umfrage ergab, waren Betriebsabläufe durch ein gehäuftes Auftreten von Infektionen offenbar nicht oder nur kaum gestört. Laut einer Sprecherin der Debeka seien keine spürbaren Folgen der Omikron-Welle zu verzeichnen gewesen. Im Gegenteil: Durch den allgemein hohen Infektionsschutz sei der Krankenstand sogar gesunken.

„Wir haben unser bestehendes Sicherheitskonzept beibehalten und das hat sich bewährt“, erklärte Viola Müller-Thuns, Senior Marketing Manager des Maklerberatungshauses AON auf procontra-Nachfrage. Es hätten sich zwar mehr Mitarbeiter mit Covid-19 infiziert als in allen vorherigen Wellen. „Aber glücklicherweise haben wir keine sehr schweren Erkrankungen mitgeteilt bekommen.“ Die betrieblichen Prozesse seien auch während der Welle nicht eingeschränkt oder bedroht gewesen. Zwar habe es in gewissen Bereichen nur eingeschränkte beziehungsweise keine Kapazitäten am Markt gegeben. „Als Risikoberater haben wir unseren Kunden aber auch in diesen Fällen durch unser internationales Netzwerk weiterhelfen und sie beraten können“, so die Sprecherin.

Ergo: „Kein nennenswerter Anstieg der Krankmeldungen“

Bei der Ergo nutzen rund 90 Prozent der Belegschaft das mobile Arbeiten, zusätzlich hatte es eine betriebliche Impfkampagne an allen Verwaltungsstandorten gegeben. „Dank dieser Maßnahmen hatten wir keinen nennenswerten Anstieg der Krankmeldungen und keine Störungen der Betriebsabläufe zu verzeichnen“, teilte Ergo-Sprecherin Monika Stobrawe auf procontra-Anfrage mit.

Bei der Axa beträgt die Krankenquote unter den Mitarbeitenden aktuell 0,1 Prozentpunkte, ist damit niedriger als im Vorjahr und sogar 3,4 Prozentpunkte niedriger als im Jahr 2019. „Omikron hat also aktuell keine nennenswerten Auswirkungen auf unseren Geschäftsbetrieb“, erklärt Sprecherin Sabine Friedrich. Da Corona den persönlichen Kundenkontakt jedoch weiter einschränke, werde die digitale Weiterentwicklung im Vertrieb stark vorangetrieben.  

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