Aktuelle Studie: Das sind die 6 Top-Risiken für 2022

Hannah Petersohn Berater Versicherungen

Der Versicherungsmakler Funk hat seine aktuelle Risiko-Analyse veröffentlicht. Neben den üblichen Verdächtigen wie Klimakrise und Cyber-Angriffe sollten Unternehmen auch unbekanntere Risiken in den Blick nehmen. Zum Beispiel: den Herrenwitz.

Aktuelle Studie: Das sind die 6 Top-Risiken für 2022 Bild: Adobe Stock/Elnur

Die Risiken für die Versicherungsbranche und die Wirtschaft im Allgemeinen werden komplexer und unübersichtlicher. Sechs Top-Risiken hat der Versicherungsmakler Funk für 2022 ermittelt. Bild: Adobe Stock/Elnur

Viele Versicherer haben vor dem Hintergrund von Großschadenereignissen wie der Flutkatastrophe im Sommer vergangenen Jahres aber auch wegen groß angelegter Cyberattacken ihre Konditionen angepasst – also Prämien angehoben oder die Versicherungen reduziert.

Risiken nehmen nicht nur in ihrer schieren Anzahl zu, sie werden auch komplexer: „Es kommen Risiken dazu, die wir vor fünf Jahren nur am Horizont gesehen haben. Die Situation wird unübersichtlicher“, sagt auch Monika Behrens, Geschäftsführerin von Willis Towers Watson Versicherungsmakler.

Insofern ist es nur logisch, dass sich die Branche zunehmend damit beschäftigt, welche Risiken es gibt und welche diejenigen sind, die zu den größten Schäden führen können. Erst kürzlich kamen die Studienautoren des sogenannten Risikobarometer, einer jährlichen Erhebung des Industrieversicherers Allianz Global Corporate Specialty (AGCS), zu dem Schluss: Betriebsunterbrechungen seien das größte Geschäftsrisiko in Deutschland. Allerdings sind solche Unterbrechungen eigentlich eher Folge eines Risikos, das ihr vorausgegangen ist: Auslöser besagter Betriebsunterbrechungen können beispielsweise Naturkatastrophen sein, die im Risikobarometer auch von knapp einem Drittel der Befragten als größtes Risiko angegeben worden sind.

Risiko Nummer eins: die Klimakrise

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt eine Analyse des Versicherungsmaklers Funk: „Unternehmen müssen sich auf steigende Schäden durch Naturkatastrophen einstellen“, heißt es in dem aktuellen Risikobericht. Und die Zahlen sprechen für sich: Weltweit sind die Gesamtschäden durch Naturkatastrophen um 70 Milliarden US-Dollar auf 280 Milliarden US-Dollar gestiegen. Die zwei Hauptgründe dafür: der Hurrikan Ida in den USA und das Sturmtief Bernd, das hierzulande für Sturzfluten sorgte. Fast 10.000 Menschen verloren durch Naturkatastrophen im vergangenen Jahr ihr Leben. Die Klimakrise ist „gekommen, um zu bleiben“, resümieren die Funk-Autoren.

Unternehmen sollten sich aber nicht nur auf die dadurch entstehenden Risiken einstellen, sondern präventiv handeln, sich also nachhaltig aufstellen. Schließlich seien umweltschädliche Unternehmen, wie besonders kohleintensive Sparten, nur noch schwer zu versichern. Zudem steigen die gesetzlichen Anforderungen, zum Beispiel durch das neue Lieferkettengesetz.

Auch ist die Sorge vor Reputationsschäden gestiegen: Wer heute klimaschädlich wirtschaftet, muss morgen mit einem Shitstorm rechnen. „Besser ist es, mit gutem Beispiel voranzugehen und Umweltschutz, soziales Engagement und verantwortungsvolle Unternehmensführung aktiv zu treiben“, raten die Experten des Versicherungsmaklers Funk und erinnern an eine positive Begleiterscheinung, die nachhaltiges Handeln noch nach sich zieht: Unternehmen werden auf diese Weise auch attraktiver für den Nachwuchs – ein schlagendes Argument in Zeiten des Fachkräftemangels.

Versteckte Cyberrisiken führen zu höheren Prämien

Natürlich sind neben den Klimarisiken die Angriffe durch Cyberattacken eines der drängendsten Themen der Zukunft. Nicht ohne Grund werden sie in vielen Risk-Reports sogar als einer der größten Risikofaktoren der kommenden fünf bis zehn Jahre benannt. Nicht nur die Häufigkeit, sondern auch die Intensität der Attacken hat zugenommen. Und wie immer stehen die Erpressungsversuche durch Ransomware an erster Stelle. Dadurch entstehen Schäden in Höhe von rund 220 Milliarden Euro jährlich, wie der Branchenverband Bitkom errechnet hat.

„Für Versicherer werden Cyber-Angriffe zu einem unkalkulierbaren Risiko. Cyber-Attacken, die viele Unternehmen gleichzeitig treffen, stellen für die Assekuranz ein Kumulrisiko dar, vergleichbar mit einer Naturkatastrophe“, warnt das Maklerhaus Funk. Das Problem am Cyberrisiko: Eine Attacke kann gleich mehrere Policen eines Versicherungsnehmers betreffen: Versteckte Cyber-Risiken wie in der Sach- und Transportversicherung erhöhen das Ausmaß der Schäden. Die Folge: Immer mehr Versicherer haben ihre Deckungen eingeschränkt und die Prämien empfindlich erhöht. Wer heute eine Cyber-Police abschließen möchte, muss hohe IT-Sicherheitsstandards und ein gutes Risikomanagement nachweisen.

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