ADAC zu Fake News: „Der Impfstatus spielt für den Anspruch auf einen Mietwagen keine Rolle“

Hannah Petersohn Berater Versicherungen

Nachdem sich der Automobilklub erst kürzlich gegen eine Falschbehauptung über die Umstände einer Vertragsklausel zur Wehr setzen musste, legen Verschwörungsgläubige nun nach: Sie werfen dem ADAC vor, Ungeimpften keine Mietwagen zur Verfügung zu stellen.

ADAC zu Fake News: „Der Impfstatus spielt für den Anspruch auf einen Mietwagen keine Rolle Bild: ADAC

„Die entsprechende Darstellung in den sozialen Medien entspricht nicht den Tatsachen“, sagt Alexander Machowetz, Leiter der ADAC-Unternehmenskommunikation zu den neuen Vorwürfen gegenüber dem Automobilclub. Bild: ADAC

Erst kürzlich wurde der ADAC beschuldigt, nachträglich einen Passus in den Versicherungsbedingungen geändert zu haben und neuerdings „Schäden aufgrund angeordneter Massenimpfungen“ nicht mehr abzudecken. Diese Behauptung stellte sich schnell als falsch heraus. Die Klausel wurde nicht nachträglich verändert, sondern ist bereits seit 2007 Bestandteil der Versicherungsbedingungen, teilte das Unternehmen auf Twitter mit.

„Stand heute haben wir ja noch keine Situation von ‚angeordneten Massenimpfungen‘. Das bedeutet, dass Fälle mit vermeintlichen Impfschäden nach deren Meldung einer individuellen Prüfung unterzogen werden. Dies gilt aktuell auch im Falle von Covid-19-Impfungen“, sagt Alexander Machowetz, Leiter der ADAC-Unternehmenskommunikation gegenüber procontra. Im Infektionsschutzgesetz ist außerdem klar geregelt, wer bei staatlich verordneten Impfungen eventuelle Impfschäden abdeckt: der Staat.

Die Reaktion auf Twitter seitens des ADAC war deswegen nötig geworden, weil dort Anhänger von Verschwörungsgeschichten besagten Passus zur Unterfütterung ihrer Verschwörungserzählung verwendet hatten. Ihre Deutung: Der Versicherer verfüge über geheimes Wissen zum Thema Impfnebenwirkungen und -schäden, also über Informationen, die der Bevölkerung absichtlich vorenthalten werden – ein überaus beliebtes Narrativ unter Verschwörungsgläubigen.

Auf diese Falschbehauptung aus dem Lager von Verschwörungsanhängern, folgte auch gleich die nächste: Eine aufgebrachte, offensichtlich nicht geimpfte Kundin warf dem Versicherer vor, aufgrund ihres Impfstatus keinen Mietwagen erhalten zu haben.

Darstellung entspricht nicht den Tatsachen

Die verdrehten Aussagen zum Thema Autovermietung haben den ADAC in den vergangenen Tagen sehr beschäftigt, so Machowetz. „Die entsprechende Darstellung in den sozialen Medien entspricht nicht den Tatsachen. Natürlich können sich auch ungeimpfte Personen bei der ADAC Autovermietung ein Fahrzeug mieten. Grundsätzlich spielt der Impfstatus für den Anspruch auf ein Clubmobil oder Mietwagen keine Rolle.“

Bild: Twitter

Es ist also eher davon auszugehen, dass die Kundin sich nicht an die Vorgaben zum Infektionsschutz gehalten hat, die es bei einer Anmietung zu beachten gilt. Besagte Maßnahmen „werden von unseren Mietstationen je nach geltender Verordnung umgesetzt, so wie dies in anderen Branchen auch der Fall ist“, erläutert der ADAC-Sprecher.

Bild: Twitter

Trotz Fake News: Anzahl der Mitglieder auf Rekordhoch

Auf Twitter zeigen sich User trotz der Richtigstellung entrüstet und drohen mit der Kündigung ihrer Mitgliedschaft. Diese Androhungen einer kleinen, aber lauten Minderheit müssen den Automobilclub allerdings nicht beunruhigen: „Zum Jahresende 2021 belief sich die Mitgliederzahl auf 21,23 Millionen. Dies ist ein Plus von knapp 53.000 im Vergleich zum Vorjahr trotz weiter schwieriger Rahmenbedingungen“, sagt Machowetz.

Gingen dem Unternehmen zu Beginn der Pandemie (2020) noch rund 26.600 Kunden verloren, hat der ADAC  aktuell so viele Mitglieder wie noch nie.

Wenn Ihnen dieser Artikel gefällt, abonnieren Sie unseren täglichen kostenlosen Newsletter für weitere relevante Meldungen aus der Versicherungs- und Finanzbranche!