Tarif-Update: SdV baut Vermittlerschutz deutlich aus

Hannah Petersohn Produkte & Personalien Berater Versicherungen

Die VSH-Police soll Vermittler im Worst-Case auch mal gegen Millionenschäden absichern - eine Versicherungssumme von fünf Millionen reicht da nicht immer aus. Der SdV hat nun nachjustiert. Die HanseMerkur wartet mit einem digitalen Rechnungsprozess auf und die Continentale baut ihren BU-Schutz aus.

Tarif-Update: SdV baut Vermittlerschutz deutlich aus Bild: procontra

Die Erfahrung hat gezeigt, dass es auch bei Vermittlern zu Schäden kommen kann, die eine Versicherungsumme von fünf Millionen Euro übersteigen. Der SdV hat seinen Tarif Select jetzt entsprechend angepasst. Bild: procontra

Die Schutzvereinigung deutscher Vermittler von Versicherungen und anderen Finanzdienstleistungen e.V. (SdV) passt ihre VSH-Tarife „Secure“ und „Select“ im Rahmenvertrag mit der VHV Allgemeine Versicherung AG an – und zwar erheblich und im Sinne der Versicherungsnehmer. Demnach halbieren sich für Bestandskunden alle Selbstbehalte, währen die Beiträge sich nicht erhöhen. Bei Schadenfällen, die nach Beendigung der Vermittlertätigkeit reguliert werden, entfalle die Selbstbeteiligung. Diese Anpassungen sollen in beiden Tarifen gelten.

Zudem werde bei Neukunden auch für Schäden geleistet, die beim Vorversicherer nicht gedeckt waren – im Tarif „Select“ gilt diese Regelung rückwirkend bis zu 18 Monate. Auch die Mitversicherung von Schäden, die nicht bei Dritten, sondern beim Versicherungsnehmer selbst entstehen, sei wiederum erweitert worden. Reputationsschäden sind nun ebenso mitversichert wie Vertrauensschäden durch Mitarbeiter.

Fallen beispielsweise Kosten für Öffentlichkeitsarbeit oder Werbekampagnen an, die das Unternehmens-Image nach einem Schaden stärken sollen, wären diese mitversichert. Auch Schäden, die durch die Fahrlässigkeit von Mitarbeitern, den Verlust schriftlicher Arbeitsdokumente, den Betrug durch Dritte oder die Verletzung von Geheimhaltungsvereinbarungen werden in beiden Tarifen ab sofort mit abgedeckt.

Versicherungsnehmer können im Tarif Select eine Versicherungssumme in Höhe von bis zu zehn Millionen Euro wählen. „Was die Vermittler ihren Kunden im privaten Versicherungsbereich schon längst raten, bieten wir nun auch endlich unseren Vermittlern für ihre eigene VSH an“, sagt Christian Sünderwald, geschäftsführender Vorstand beim SdV. Erfahrungen aus der Praxis haben gezeigt, dass es zu Schäden kommen kann, bei denen selbst eine Summe von fünf Millionen Euro nicht mehr ausreiche.

Die Tarif-Updates gelten für alle Versicherten ab dem 1. Januar dieses Jahres und für Neukunden ab sofort.

HanseMerkur digitalisiert Rechnungsprozess

Kunden der HanseMerkur können von nun an ihre Arztrechnungen und andere Leistungsbelege über die Rechnungs-App des Versicherers einreichen. Möglich wird das durch eine neue Funktion namens „eRechnung“: Der Prozess von der Rechnungserstellung beim Arzt bis zur Versicherungserstattung ist damit vollständig digitalisiert.

Damit die Rechnung aber überhaupt digital in der RechnungsApp eingehen kann, muss der Kunde die App-Kommunikation mit dem Rechnungsersteller, also den jeweiligen Ärzten, beauftragen. Wenn das dann der Fall ist, werden alle folgenden Rechnungen des Rechnungserstellers direkt in die App zugestellt und können dann vom Versicherungsnehmer per Mausklick an die HanseMerkur zur Leistungserstattung eingereicht werden.

„Damit beschleunigt sich der Zahlungsprozess und der CO2-Fußabdruck wird reduziert. Die eRechnung steht auch anderen Versicherungen zur Verfügung und wir hoffen, dass sich hier im Sinne der Kunden künftig ein neuer Standard am Markt etabliert“, so Holger Ehses, Vorstandsmitglied der HanseMerkur. Die eRechnung sei bisher für mehrere tausend Zahnarztpraxen aktiviert, weitere Zahnärzte und Ärzte sollen, so das Unternehmen, in den kommenden Monaten folgen.

Die Daten der eRechnung seien verschlüsselt, damit seien sie der HanseMerkur nicht bekannt: Die Nutzer könnten frei entscheiden, ob und wann sie die Rechnung einreichen. Nach Abschluss der Regulierung durch die Leistungsabteilung wird das Leistungsabrechnungsschreiben ebenfalls in die Postbox der App zugestellt.

Die Funktion steht zunächst in der iOS-App zur Verfügung und wird in den nächsten Monaten auch in der Android-App freigeschaltet.

HDI und Ideal bauen Kooperation aus

Seit dem 1. Januar 2022 bieten die HDI Versicherungen unter dem Namen HDI Sterbegeldversicherung einen Tarif der IDEAL an. Die beiden Unternehmen kooperieren bereits seit 2017. „Die Ideal verfügt über eine große Expertise in der Absicherung biometrischer Risiken wie die Pflege- und Sterbegeldversicherung“, sagt Norbert Eickermann, der im Vorstand von HDI den Exklusiv- und Direktvertrieb verantwortet. Demnach können HDI-Kunden bei Abschluss eines Sterbegeldes auch von der Überschussbeteiligung der Ideal profitieren.

Verbraucher können bis zu einem Eintrittsalter von 85 Jahren die HDI Sterbegeld-Police abschließen. Mit Fragen zur Gesundheit müssen die Verbraucher bei Vertragsabschluss nicht rechnen. Den Schutz können Kunden über eine laufende oder kombinierte Beitragszahlung, also mit einem laufenden Beitrag in Kombination mit Einmalzahlungen, aufbauen. Die vereinbarte Versicherungssumme erhöht sich zusätzlich um eine Beteiligung an den Überschüssen, die die Ideal erwirtschaftet. Die laufende Verzinsung liege nach Unternehmensangaben für Neuverträge bei aktuell 3,0 Prozent.

Continentale erweitert BU-Absicherung

Die Continentale Lebensversicherung hat ihre Berufsunfähigkeitspolice, konkret den Tarif PremiumBU, angepasst:  Jetzt können Kunden ohne eine erneute Gesundheitsprüfung den Versicherungsschutz flexibel anpassen. Grundlage dafür bilden die im ursprünglich vereinbarten Tarif stehenden Bedingungen und Rechnungsgrundlagen. Ein Wechsel ist einmal anlassunabhängig bis zum Alter von 40 Jahren und bei 17 besonderen Ereignissen möglich. Zu diesen besonderen Anlässen zählen die erfolgreiche Prüfung zum Fach- oder Betriebswirt oder eine Techniker-Weiterbildung.

Eine weitere Anpassung betrifft die Umorganisationsprüfung, auf der Versicherer nicht nur bei Akademikern, sondern auch bei Kleinbetrieben zukünftig verzichten wolle. Voraussetzung: Der Inhaber war schon vor Eintritt der Berufsunfähigkeit vorrangig am Schreibtisch tätig.

Des Weiteren erkennt die Continentale ab sofort die Berufsunfähigkeit an, wenn die gesetzliche Rentenversicherung unbefristet die volle Erwerbsminderungsrente zahlt.

Arbeitet ein Versicherter zum Zeitpunkt seiner Erkrankung vorübergehend und anlassbezogen in Teilzeit, wird bei der Leistungsprüfung die zuvor vereinbarte längere Arbeitszeit berücksichtigt.

Für Eltern gibt es gute Nachrichten: Pausieren sie während einer Elternzeit ihre Beitragszahlungen oder setzen sie sie herab, können sie den Schutz innerhalb von 36 Monaten ohne erneute Risikoprüfung wieder aufnehmen oder aufstocken.

Ein besonderes Versprechen gibt der Versicherer in puncto Service: Innerhalb von 48 Stunden nach Eingang des Leistungsantrages wolle die Continentale mit dem Versicherten Kontakt aufnehmen. Außerdem werde den Kunden ein fester, persönlicher Ansprechpartner zur Seite gestellt.

Darüber hinaus habe die Continentale das Pflege-Sofortkapital im Pflege-Paket erhöht: Wird der Versicherte pflegebedürftig, bekommt er von nun an eine Einmalzahlung in Höhe von zwölf Monatsrenten. Eine Regelung, die auch bei Pflegebedürftigkeit naher Angehöriger gelte.

Auch im Plus-Paket ergeben sich Änderungen: Mit der „Gelben-Schein-Regelung“ erhalten Kunden bei Arbeitsunfähigkeit eine Leistung in Höhe seiner BU-Rente. Diese werde jetzt für bis zu 24 Monate gezahlt. Der Baustein „Krebs Plus“ wurde erweitert und greift jetzt bei noch mehr Diagnosen als zuvor. Dazu zählen neben Krebs, Herzinfarkt und Schlaganfall auch Erblindung und Hörverlust. Außerdem leistet „Krebs Plus“ bei Rollstuhlbedarf. Ebenfalls neu: Wird bei Kindern des Versicherten eine dieser Diagnosen gestellt, erhält der Kunde eine Einmalzahlung in Höhe von bis zu sechs Monatsrenten. Das gilt auch bei einem schweren Unfall.

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