Start-up-Rekorde: Diese Branchen überzeugten die Investoren

Martin Thaler Digital Versicherungen

In deutsche Firmen-Neugründungen floss im vergangenen Jahr so viel Geld wie noch nie. Profitieren konnten dabei vor allem Liefer- und Finanzunternehmen aus Berlin.

Startup Bild: Adobe Stock/hakinmhan

Startups sammelten im vergangenen Jahr so viel Geld ein wie noch nie. Bild: Adobe Stock/hakinmhan

So viel Geld floss noch nie: Insgesamt 17,4 Milliarden Euro wurden im vergangenen Jahr in deutsche Start-ups investiert – das ist ein schwindelerregendes Plus von 229 Prozent gegenüber dem Vorjahr, als staatliche und private Investoren „lediglich“ 5,3 Milliarden in Firmenneugründungen investierten.  

Dabei wurde nicht nur mehr, sondern auch häufiger investiert: Insgesamt 1.160 Finanzierungsrunden und damit 56 Prozent mehr als noch 2020 verzeichnete die Beratungsgesellschaft EY in ihrem aktuellen Start-up-Barometer.  

Berlin bleibt Startup-Hochburg

Unangefochtene Start-up-Hochburg bleibt dabei Berlin. Gleich 503 der 1.160 Finanzierungsrunden verbuchten an der Spree beheimatete Unternehmen für sich. Erst mit großem Abstand folgen Bayern (228), Nordrhein-Westfalen (101) und Hamburg (81). Und auch beim Finanzierungsvolumen liegt die Bundeshauptstadt mit insgesamt 10,478 Milliarden Euro weit vor der übrigen Länder-Konkurrenz.  

Kaum verwunderlich ist angesichts dieser Dominanz, dass auch bei den zehn größten Finanzierungsrunden Berlin gleich siebenmal vertreten ist. Neben den Lieferdiensten Gorillas (Finanzierungsrunden mit insgesamt 1,102 Milliarden Euro) und Flink (646 Millionen) sind auch mehrere Start-ups aus dem Finanzbereich dabei, die neunstellige Summen von Investoren einsammeln konnten, darunter die Neobank N26 (775 Millionen Euro), die Trading-Plattform Trade Republic (747) sowie der Versicherer wefox, der im Juni 539 Millionen Euro einsammelte.  

Das meiste Geld für Finanz-Start-ups

Insgesamt waren Finanz- und Versicherungsunternehmen diejenigen, denen Investoren das meiste Geld überwiesen: Insgesamt 3,767 Milliarden Euro flossen in die Branche und damit etwas mehr als in die Bereiche E-Commerce (3,711) und Software & Analytics (3,587).  

Von den eingesammelten 3,767 Milliarden Euro entfielen insgesamt 767 Millionen Euro auf Insurtech-Unternehmen. Neben wefox erregten vor allem die Finanzierungsrunden von Clark (69 Millionen Euro) und Getsafe (55 Millionen Euro) für Aufsehen.  

Laut dem aktuellen Insurtech-Radar der Unternehmensberatung Oliver Wyman und des Lebensversicherung-Zweitmarktanbieters Policen Direkt gibt es einige weitere Unternehmen, denen man eine Bewertung von einer Milliarde Euro und somit den sogenannten Einhorn-Status zutraut. Hierzu gehören neben Clark und dem Heidelberger Versicherer Getsafe, der im vergangenen Jahr von der BaFin seine Versicherer-Lizenz erhielt, auch die Neo-Versicherer Friday, Neodigital, Element und das Berliner Insurtech simplesurance.

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