So hoffen die Deutschen auf das große Geld

Anne Mareile Walter Berater Investmentfonds

Wie kommt man am besten zu 500.000 Euro? Laut einer Umfrage setzen dafür immer mehr Deutsche auf Aktien und schwören Investments in Betongold ab. Auch das Lottospielen ist für viele eine Methode, um zu großem Geldsegen zu gelangen.

Geldsegen Bild: Adobe Stock/agrarmotive

Mit 74 Prozent glaubt ein Großteil der Deutschen, im Laufe seines Lebens ein Vermögen von 500.000 Euro zu besitzen. Bild: Adobe Stock/agrarmotive

Wie werde ich reich? Dieser Frage widmet sich eine aktuelle Umfrage der Postbank, für die im November 2021 insgesamt 2.091 Männer und Frauen befragt wurden. Dabei legte ein Großteil der Teilnehmer reichlich Optimismus an den Tag: 74 Prozent sind davon überzeugt, dass sie im Laufe ihres Lebens 500.000 Euro auf der hohen Kante liegen haben. Und dafür setzen immer mehr Menschen auf Wertpapiere – Immobilien rutschen auf der Beliebtheitsskala ab und werden seltener als noch vor zwei Jahren als geeignet angesehen, um sich ein finanzielles Polster aufzubauen. 20 Prozent der Befragten hoffen auf eine gute Portion Glück und gehen davon aus, dass sie durch einen Lottogewinn zum ersehnten Reichtum gelangen.

Klassische Spareinlagen rutschen in Beliebtheitsskala ab

Zuletzt hatte das Meinungsforschungsinstitut YouGov die Umfrage 2019 im Auftrag der Postbank durchgeführt. Die Meinung, auf welchem Weg ein Vermögen von 500.000 Euro erreicht werden kann, änderte sich in den vergangenen zwei Jahren erheblich. 2019 hatten noch 26 Prozent der Befragten den Besitz von Wohneigentum für geeignet gehalten, um Vermögen aufzubauen. Im Jahr 2021 setzten auf die eigenen vier Wände hingegen nur noch 18 Prozent. Postbank-Kapital­markt­stratege Dr. Marco Bargel erklärt den Wandel so: „Wer derzeit Wohn­eigentum erwirbt, muss häufig einen Großteil seiner Ersparnisse für die Finan­zierung der Neben­kosten einsetzen. Gleichzeitig dürften sich viele kaum mehr Chancen auf Wert­zu­wächse beim Wohn­eigentum ausrechnen, nachdem die Preise schon so stark gestiegen sind.“

Die Zahl der Menschen, die auf Aktien und Fonds für den Vermögensaufbau setzen, verdoppelte sich demgegenüber in den vergangenen zwei Jahren. 2019 hatten nur sieben Prozent geglaubt, auf diese Art zu Reichtum zu gelangen. In der aktuellen Umfrage gaben 18 Prozent an, dass sie hoffen, mit einer Geldanlage an der Börse zu entsprechendem Vermögen zu gelangen. Wegen des Niedrigzinsumfeldes sanken klassische Spareinlagen in der Gunst der Befragten. „Die Verzinsung reicht bei Weitem nicht aus, um auch nur den inflations­bedingten Wert­verlust des Vermögens auszugleichen“, erklärt Bargel dazu. Realwerte wie Aktien würden im Umfeld steigender Inflations­raten meist eine bessere Rendite bieten.

Deutsche sind in puncto Reichtum optimistisch

Dass durch das eigene Arbeitseinkommen ein Guthaben von 500.000 zusammenkommt, glauben nur sechs Prozent der Befragten. Auch konsequentes Sparen scheint nur für einen Bruchteil (5 Prozent) erfolgsversprechend. Stattdessen wird auf die Gunst von Fortuna beziehungsweise eine glückliche Schicksalsfügung gesetzt: Neben dem Lottogewinn glaubt ein größerer Teil der Befragten (acht Prozent), durch eine Erbschaft reich zu werden. Die Hoffnungen könnten sich sogar bewahrheiten: Allein zwischen 2015 und 2024 werden laut Deutschem Institut für Altersvorsorge in Deutschland 3,1 Billionen Euro vererbt.  

Alles in allem sind die Deutschen sehr optimistisch, wenn es um die Aussicht auf späteren Reichtum geht. Lediglich 19 Prozent schließen aus, in ihrem Leben ein Vermögen von einer halben Millionen Euro zu besitzen.  

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