MLP-Chef Schroeder-Wildberg hängt fünf Jahre dran

Martin Thaler Produkte & Personalien Berater Versicherungen

Bis 2027 wurde der Vertrag des 56-Jährigen verlängert – erfüllt er diesen, würde Schroeder-Wildberg dem Finanzvertrieb über 20 Jahre vorstehen. Neues zu vermelden gibt es unter anderem auch vom Volkswohl Bund, der Haftpflichtkasse und Nexible.

Produkte & Personalien Bild: procontra

Personalien und neue Produktlaunches beschäftigen die Versicherungsbranche auch in dieser Woche. Bild: procontra

Der Finanzvertrieb MLP wird auch in Zukunft auf ihren bisherigen Vorsitzenden Dr. Uwe Schroeder-Wildberg bauen. Wie das Wieslocher Unternehmen am Dienstag mitteilte, hat der Aufsichtsrat den ursprünglich bis Ende dieses Jahres laufenden Vertrag des 56-Jährigen bis 2027 verlängert. Damit dürfte Schroeder-Wilsberg letztlich über 20 Jahre die Geschicke von MLP leiten – seit 2004 steht der studierte Betriebswirtschaftler an der Spitze der Gruppe.

Zusätzlich ist Schroeder-Wildberg am 12. Januar zum Aufsichtsratsvorsitzenden des größten Tochterunternehmens MLP Finanzberatung SE gewählt worden. Dieser Wechsel vom Vorstand in den Aufsichtsrat war bereits im November 2021 kommuniziert worden.  

Öffentliche Versicherer gründen Schadenpool

Die öffentlichen Versicherer haben zwecks besserer Absicherung gegen Naturgefahren zum Jahresbeginn einen neuen gruppeninternen Naturkatastrophen-Schadenpool eingerichtet. Dieser soll zukünftig die mögliche Schadenbelastung eines öffentlichen Versicherers nach einem regional konzentrierten extremen Naturgefahrenereignis über den bestehenden Rückversicherungsschutz abfedern. Der Pool basiert auf einem solidarischen Schadenausgleich und ist mit einer Kapazität von bis zu einer halben Milliarde Euro ausgestattet.    

Hintergrund sind die schweren Überflutungen, die im vergangenen Sommer insbesondere im Westen Deutschlands für große Zerstörungen sorgten – hiervon waren die öffentlichen Versicherer besonders stark betroffen. Über den neuen Schadenpool, der über die Deutsche Rückversicherung organisiert wird, wollen die Versicherer sich für weitere Extremwetterereignisse besser absichern. Zusätzlich soll die Verbreitung von Elementarschutzversicherungen vorangetrieben werden – so war im vergangenen Jahr nicht einmal jeder zweite Hausbesitzer gegen Hochwasser abgesichert.    

Nexible startet mit Zahnzusatzversicherung

Neues aus dem Hause Nexible. Die Ergo-Tochter bringt eine neue Zahnzusatzversicherung auf den Markt, die ohne Gesundheitsfragen und Wartezeiten auskommen soll. „Um für Fairness und attraktive Beiträge zu sorgen, gibt es in den Versicherungspaketen eine Leistungsstaffel, die die Leistungen in den ersten vier Vertragsjahren begrenzt“, schränkt Nexible-Geschäftsführer Jonas Boltz jedoch ein. Auch für vor Versicherungsabschluss bereits angeratene beziehungsweise begonnene Behandlungen können keine Leistungen beansprucht werden.

Angeboten wird die neue Zahnzusatzversicherung in den drei Leistungspaketen „Zahnerhalt-Schutz“, „Zahnerhalt-Schutz-Plus“ und „Zahn-Komplett-Schutz“. Im Grundpaket „Zahnerhalt-Schutz“, das jüngere Versicherungsnehmer zu einem monatlichen Preis von 7,90 Euro abschließen können, ist unter anderem eine hundertprozentige Kostenerstattung für Einlagefüllungen (Inlays und Onlays), Kunststofffüllungen und Knirscherschienen enthalten. Die Zahnreinigung, die Fluoridierung zur Härtung des Zahnschmelzes  und die Beseitigung von Zahnbelägen werden mit 60 Euro im Jahr bezuschusst.

Das Paket „Zahnerhalt-Schutz-Plus“ deckt darüber hinaus noch Wurzel- und Paradontosebehandlungen ab und kommt für die oben genannten Prophylaxe-Leistungen ohne Einschränkungen auf.  

Um hohe Zuzahlungen bei Zahnersatz-Maßnahmen zu vermeiden, können nexible-Kunden das Paket „Zahn-Komplett-Schutz“ wählen, das nicht nur alle Leistungen aus „Zahnerhalt-Schutz-Plus“ enthält, sondern auch Brücken, Kronen, Prothesen und Implantate abdeckt. Für diese Maßnahmen erstattet nexible bis zu 90 Prozent der Kosten bei privatärztlicher Versorgung und bis zu 100 Prozent der Kosten bei kassenärztlicher Versorgung.

Haftpflichtkasse strukturiert PHV-Tarife neu

Die Roßdorfer Haftpflichtkasse konzipiert ihre Haftpflichtversicherungstarife neu. Statt bisher vier gibt es zukünftig nur noch drei Produktlinien: „Einfach Gut“, „Einfach Besser“ und „Einfach Komplett“. Zu den Neuerungen in den Tarifen, die unter anderem den technologischen Fortschritt der vergangenen Jahre aufgreifen sollen, gehören:  

  • deutlich höhere Versicherungssummen von 25, 50 und 70 Millionen Euro
  • eigene Tarifvariante für Paare ohne Kinder 
  • Bei der Nutzung von Car-Sharing-Angeboten übernimmt die Haftpflichtkasse im Schadenfall den Selbstbehalt der Vollkasko bis 250 Euro – für Elektroautos sogar bis 500 Euro („Einfach Komplett“-Tarif).
  • selbstständige gewerbliche Nebentätigkeiten sind bis zu 22.000 Euro Jahresumsatz in „Einfach Komplett“ mitversichert.
  • Schäden an gemieteten E-Scootern („Einfach Komplett“-Tarif)
  • Mit der Neuwert-GAP-Deckung wird die Differenz zum Neuwert bis 5.000 Euro erstattet, wenn der Versicherungsnehmer als Anspruchsteller von einem anderen Haftpflichtversicherer nur den Zeitwert ersetzt bekam. Bei einer nachhaltigen Neuanschaffung werden sogar bis zu 20 Prozent zusätzlich gezahlt.
  • Eine beitragsfreie Exzedentendeckung ist in dem „Einfach Komplett“-Tarif bis zu zwölf Monate inkludiert.

Volkswohl Bund setzt bei Rentenversicherung auf Flexibilität

Der Dortmunder Volkswohl Bund bringt mit „Fondsmodern“ eine neue Rentenversicherung. Diese soll unabhängig von der Höhe der gewählten Garantie dem Kunden stets eine hohe Fondsquote ermöglichen. Möglich macht das ein neues Sicherungssystem, teilt der Dortmunder Versicherer mit.  

Fondsmodern koppelt das Vertragsguthaben an die Entwicklung der Fonds, die der Kunde für seine Police auswählt. Börsentäglich und individuell wird dann geprüft, ob die Fondsquote noch zur gewünschten Garantie passt. Sollte durch fallende Kurse die Ablaufgarantie gefährdet sein, senkt das Unternehmen die Fondsquote und erhöht dafür die Beteiligung an den Zinsüberschüssen aus dem Sicherungsvermögen.

Steigen die Kurse, geht die Fondsquote wieder hoch. Wählen kann der Kunde dabei aus 100 Einzelfonds sowie acht Themenportfolios. Ein Fondswechsel ist bis zu zwölfmal im Jahr kostenlos möglich. Die Mindestanlagesumme ist mit zehn Euro im Monat überschaubar. Auch Einmalzahlungen sind möglich.  

Auch für die Rentenphase setzt der Volkswohl Bund auf Flexibilität: Hier steht den Kunden neben der gängigen Garantierente die Option „Rentemodern“ zur Auswahl. Hierbei erhalten die Kunden 75 Prozent der garantierten Rente sowie eine auf Fonds basierende Zusatzzahlung. Auf diese Weise könne die Gesamtrente von einem Jahr aufs andere maximal um zehn Prozent sinken, schreibt der Volkswohl Bund.

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