Jugendstudie: Kaum finanzielle Corona-Folgen, dafür aber Vertrauensverlust

Detlef Pohl Berater Zielgruppenansprache Panorama

Die Pandemie hat das Leben fest im Griff. Die Folgen für junge Erwachsene in Deutschland offenbart die 5. Jugend-Studie des Versorgungswerkes Metallrente. Erste Details zu Sparverhalten, Generationenkonflikt und Freiheitsrechten.

Die Mehrheit junger Leute zwischen 17 und 27 erwartet keine Verschlechterung bei Berufsaussichten und finanzieller Lage durch die Pandemie, zeigt eine neue Studie. Bild: Pixabay/StockSnap

Die Mehrheit junger Leute zwischen 17 und 27 erwartet keine Verschlechterung bei Berufsaussichten und finanzieller Lage durch die Pandemie, zeigt eine neue Studie. Bild: Pixabay/StockSnap

Die Lage der jungen Erwachsenen in Deutschland am Ende des zweiten Pandemiejahres ist durchwachsen. Darauf deuten erste Ergebnisse der Studie „Jugend, Vorsorge, Finanzen“ hin, die das Versorgungswerk Metallrente vorgelegt hat. Die vollständige Fassung wird erst im Mai publiziert. Sie ist die fünfte Auflage dieser größten repräsentativen Langzeituntersuchung zur Vorsorge junger Menschen in Deutschland.

Im Abstand von drei Jahren werden für die Studie rund 2.500 junge Erwachsene im Alter zwischen 17 und 27 Jahren zu ihren Vorstellungen für die persönliche Zukunft, zu ihrem Sparverhalten, ihren finanziellen Kenntnissen sowie zu ihren Einstellungen und persönlichen Strategien zur Altersvorsorge befragt. Erhebung und Auswertung der Daten erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut Kantar Public.

Berufliche Zukunft und finanzielle Lage

Vier von zehn Befragten (42 Prozent) geben an, dass sich ihre persönliche Situation in Schule, Studium oder Beruf durch die Pandemie verschlechtert hat. Doch nur etwa ein Drittel rechnet auch langfristig mit pandemiebedingt verschlechterten persönlichen Berufsaussichten. Die Mehrheit von 56 Prozent erwartet hingegen keine Veränderungen zum Status quo.

Mehr als die Hälfte der jungen Erwachsenen (51 Prozent) spürt bislang keine finanziellen Einbußen durch Corona. 16 Prozent konstatieren sogar eine bessere finanzielle Lage durch die Pandemie – vermutlich wegen weniger Freizeit- und Reisemöglichkeiten. Ein Drittel jedoch gibt an, finanziell schlechter dazustehen als vor der Pandemie, bei Teilzeitbeschäftigten 43 Prozent, bei Arbeitslosen gar 56 Prozent.

Mehrheit spart trotz Krise weiter

Über die Hälfte der befragten Jugendlichen gibt an, dass sich Corona bisher nicht auf ihr Sparverhalten ausgewirkt hat. Doch gerade für diejenigen, deren finanzielle Lage ohnehin schon angespannt ist, wird Vorsorge immer schwieriger: Fast ein Drittel dieser Gruppe (30 Prozent) könne jetzt weniger Geld zur Seite legen als vor der Pandemie, heißt es in der Studie. Eine andere Studie bescheinigte unter diesen Vorzeichen jedoch der betrieblichen Altersversorgung eine gute Perspektive bei jungen Leuten.

Umgekehrt gibt es bei den finanziell besser gestellten jungen Deutschen die Tendenz, mehr Geld für später zurückzulegen. Hier spart jeder Vierte (27 Prozent) laut Studie sogar mehr als vor der Pandemie. Sechs von zehn Befragten sind optimistisch, dass dies auch in Zukunft so bleibt. Insgesamt dürfte sich die Aussicht, fürs Alter vorzusorgen, durch die Pandemie allerdings etwas verschlechtern – siehe Grafik.

„Das Sparverhalten junger Leute ist durch Corona stabil geblieben und teilweise sogar besser geworden“, sagt Heribert Karch. "Dies ist aber keineswegs beruhigend, denn die soziale Schere geht weiter auseinander“, so der Geschäftsführer von Metallrente weiter. Unter den jungen Menschen mit kleinem Einkommen oder jungen Arbeitslosen verfestige sich das Gefühl, abgehängt zu werden.

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