Immobilien-Investments 2022: Das raten Experten

Anne Mareile Walter Investmentfonds

Die Immobilienpreise dürften auch 2022 weiter in die Höhe klettern und insbesondere in urbanen Regionen das Risiko für eine Immobilienblase nach oben treiben. Doch worauf sollten Käufer und Privatanleger im neuen Jahr achten? Und unter welchen Voraussetzungen machen Immobilienanlagen 2022 Sinn?

Wohnen Bild: Adobe Stock/Wolfilser

Die Corona-Pandemie hat den Traum vieler Deutscher von den eigenen vier Wänden befeuert. Dabei zieht es immer mehr Menschen aufs Land. Bild: Adobe Stock/Wolfilser

procontra hat renommierte Finanzberater nach ihren Investment-Tipps für 2022 befragt. Der zweite Teil der Serie hat den Themenschwerpunkt: Empfehlungen für Immobilien-Investments.

Auch 2021 war der Wunsch vieler Deutscher nach den eigenen vier Wänden ungebrochen: Die hohe Nachfrage und niedrige Zinsen ließen die Preise ungebremst weiter steigen, vor allem in Großstädten kletterten sie in schwindelerregende Höhen. Wie das Statistische Bundesamt kürzlich mitteilte, stiegen die Preise im dritten Quartal 2021 um zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Zum zweiten Mal in Folge sei dies der größte Preisanstieg bei den Wohnimmobilientransaktionen seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2000. Das Risiko einer Immobilienblase schätzen Experten in einigen deutschen Großstädten infolgedessen als hoch ein. Nach einer aktuellen Analyse der Schweizer Großbank UBS sind vor allem die Finanzmetropole Frankfurt am Main sowie die bayerische Landeshauptstadt München gefährdet. 

Sollten Anleger Immobilien deshalb lieber bei ihrer Geldanlage außen vorlassen? Und falls nicht – was sollten sie beim Investieren in Immobilien beachten? Diese Frage haben für procontra drei Finanzexperten beantwortet.

procontra: Vor dem Hintergrund steigender Marktpreise: Unter welchen Voraussetzungen sollte man 2022 in Immobilien investieren?

Johannes Müller, Head of Macro Research bei der DWS: Ob man als Privatperson in eine Immobilie investieren sollte, hängt von vielen individuellen Faktoren ab. Als Beimischung in ein Portfolio über börsennotierte Immobiliengesellschaften oder Immobilienfonds empfehlen wir diese Anlageklasse weiterhin. Denn auch hier gilt: An vielen Kriterien gemessen, sind Immobilien in vielen Regionen sicherlich schon recht teuer. Aber immer noch attraktiver als negativ verzinstes Bargeld.

Hans-Jörg Naumer, Leiter Global Capital Markets, Allianz Global Investors: Ich bin bei Immobilien insgesamt sehr vorsichtig. Mein Tipp ist: Die erwartete Rendite muss um politische Risiken bereinigt werden. Stichworte sind hier unter anderem die Mietpreisbremse und die anteilige Aufteilung des CO2-Preises auf Heizkosten zwischen Mietern und Vermietern. Generell gilt: Der Gewinn liegt im Einkauf – und die Preise erscheinen mir in den beliebten Lagen schon sehr hoch. Und: Der Nach-Corona-Trend aufs Land hat gerade erst begonnen.  

Philipp Vorndran, Kapitalmarktstratege bei Flossbach von Storch: Das lässt sich pauschal leider nicht beantworten, sondern hängt immer vom jeweiligen Objekt, insbesondere seiner Lage ab. Grundsätzlich sind wir große Freunde der selbstgenutzten Immobilie. Sie ist ein wichtiger Baustein der privaten Altersvorsorge. Allerdings muss sie für den Käufer dauerhaft finanzierbar sein. Vorsichtig sind wir dagegen bei Zinshäusern – zumindest für den „Nicht-Profi“.

Wenn Ihnen dieser Artikel gefällt, abonnieren Sie unseren täglichen kostenlosen Newsletter für weitere relevante Meldungen aus der Versicherungs- und Finanzbranche!

Dr. Hans-Jörg Naumer, Allianz Global Investors
"Bei Immobilien gilt generell: Der Gewinn liegt im Einkauf – und die Preise erscheinen mir in den beliebten Lagen schon sehr hoch." Bild: Allianz Global Investors