Finanzplanung 2022: Das sind die Vorsätze der Deutschen

Anne Mareile Walter Berater Investmentfonds

Auch im dritten Jahr der Pandemie wollen viele Menschen weiter sparen. Welche finanziellen Ziele haben sich die Deutschen sonst noch gesteckt? Eine aktuelle Studie listet die Prioritäten auf.

Vorsatz Bild: Adobe Stock/prasit2512

Geld auf die hohe Kante legen – das haben sich besonders viele Deutsche in Sachen Finanzplanung für 2022 vorgenommen. Bild: Adobe Stock/prasit2512

Geld auf die hohe Kante legen und sparsamer leben – das ist der Neujahrsvorsatz der Deutschen, dem sie in puncto Finanzplanung die höchste Priorität einräumen. Dafür werden sie unter anderem ihren Konsum einschränken oder nach günstigeren Vergleichsangeboten für Strom- und Mobilfunkverträge Ausschau halten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des Finanzdienstleisters J.P. Morgan Asset Management, bei der Anfang Dezember 1.000 Männer und Frauen zu ihren wichtigsten finanziellen Prioritäten im neuen Jahr befragt wurden.

Auch das Schuldentilgen genießt hohe Priorität

Dabei bietet der offenbar weit verbreitete Wille zum Sparen einen erfolgsversprechenden Beratungsansatz. So können Finanzberater vor diesem Hintergrund individuelle Möglichkeiten zur Geldanlage auf den Prüfstand stellen und aufzeigen. Hinzu kommt: Im Vergleich zum vergangenen Jahr wollen offenbar immer mehr Menschen den Sparstrumpf füllen. Aktuell räumen 36 Prozent der Befragten dem Sparen höchste Priorität im neuen Jahr ein, in der Umfrage aus dem Vorjahr hatten dies nur 31 Prozent gesagt. Zweithäufigster Vorsatz ist mit 27 Prozent das Abbezahlen von Schulden beziehungsweise der Vorsatz, keine neuen Schulden aufzunehmen – 2021 beabsichtigten das lediglich 24 Prozent der Befragten. Sich im neuen Jahr mehr Transparenz über die eigenen Ausgaben zu verschaffen und ein Haushaltsbuch zu führen – das wollen 25 Prozent der Umfrageteilnehmer, neun Prozent mehr als im Vorjahr.

Auch wenn das Schuldentilgen bei vielen Deutschen ein Thema ist, sind doch 27 Prozent mit ihrer Finanzsituation zufrieden und gaben an, im neuen Jahr nichts an ihrer finanziellen Situation ändern zu wollen. Matthias Schulz, Managing Director bei J.P. Morgan Asset Management, erklärt dieses Ergebnis so: „Während auch im zweiten Jahr der Pandemie viele Branchen und Betriebe finanzielle Auswirkungen spüren, kam es andererseits bei vielen Menschen zu zusätzlichen Ersparnissen, da so manche Ausgaben, wie etwa Urlaube, nicht getätigt werden konnten.“ Daher sei vermutlich die Zufriedenheit mit der eigenen finanziellen Situation besonders groß. Noch Ende 2020 hatten 18 Prozent der Befragten angegeben, wegen der Corona-Maßnahmen über weniger Einkommen zu verfügen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich die finanzielle Lage 2021 wieder normalisiere.

Nur rund ein Viertel verfügt über einen Finanzberater

Ihre Ersparnisse nutzten im vergangenen Jahr offenbar viele Deutsche, um in Aktien zu investieren. Laut J.P. Morgan gehe dies aus Depoteröffnungen und Zuflüssen in Fonds der vergangenen zwei Jahren hervor. 19 Prozent der Befragten wollen ihr Geld auch im neuen Jahr an der Börse investieren, vier Prozent mehr als 2021. Auch das klassische Sparbuch ist trotz Niedrigzinsen beliebt – 23 Prozent gaben an, auf diese Art ihr Geld anzulegen. An diesem Punkt lässt sich in der Beratung ebenfalls ansetzen.

Nur rund ein Viertel der Befragten nimmt bereits eine Finanzberatung in Anspruch. Von den übrigen Befragten zeigten sich 19 Prozent offen für eine Beratung und gaben an, sich für 2022 eine solche Unterstützung zu wünschen. Von 24 Prozent der Personen, die bereits über einen Finanzberater verfügen, haben 13 Prozent aktuell allerdings keinen Beratungsbedarf. Noch etwas mehr Menschen hatten auf die professionelle Unterstützung ihres Beraters im vergangenen Jahr verzichtet: Damals hatten 16 Prozent angegeben, ihren Finanzberater nicht in Anspruch zu nehmen.   

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