Diese Wohngebäudeversicherer verloren die meisten Kunden

Martin Thaler Berater Versicherungen Top News Meistgeklickt

Seit Jahren ist der Gesamtbestand an Wohngebäudeversicherungen nahezu unverändert. Bei den einzelnen Anbietern herrscht aber reichlich Bewegung, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Wohngebäudeversicherung Bild: Adobe Stock/stanciuc

Bei 6 Wohngebäudeversicherern sank 2020 die Zahl der Verträge gegenüber dem Vorjahr um mehr als 5.000. Bild: Adobe Stock/stanciuc

Der Bau oder der Erwerb eines Eigenheims gehört zu den wichtigsten finanziellen Entscheidungen im Leben vieler Menschen: Entsprechend ratsam ist es, das Eigenheim gegen die größten Risiken abzusichern. Gegen Feuer und Blitzschlag, aber auch die insbesondere in älteren Gebäuden immer häufiger auftretenden Leitungswasserschäden schützt die Wohngebäudeversicherung.  

Eine solche scheinen die meisten Hausbesitzer auch abzuschließen – laut Statistischem Bundesamt ist der Bestand an Wohngebäudeversicherungen seit Jahren praktisch unverändert. So hatten die Versicherer im Jahr 2010 insgesamt 19,2 Millionen Verträge in ihren Beständen – 2021 waren es insgesamt 19,3 Millionen Verträge. Im Vergleich zum Vorjahr gab es praktisch keine Entwicklung, auch 2020 verzeichneten die Versicherer 19,3 Millionen Verträge in ihren Büchern.  

Anders sieht es allerdings bei den Elementarversicherungen aus, über die nicht einmal die Hälfte der Hausbesitzer in Deutschland verfügt. Zwar war unmittelbar nach den Unwettern im vergangenen Sommer ein klarer Aufwärtstrend zu verzeichnen, dennoch wird innerhalb der Politik derzeit darüber diskutiert, wie die Verbreitung dieser essentiellen Versicherung gesteigert werden kann.  

Auch wenn der Gesamtbestand an Wohngebäudeversicherungen gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert blieb, verändern sich die Vertragsbestände der einzelnen Anbieter jedoch zum Teil deutlich. Dies zeigt ein Blick in den aktuellen „Branchenmonitor Wohngebäudeversicherung“, den die V.E.R.S. Leipzig erstellt hat. Hierfür haben die Leipziger die 50 größten Wohngebäudeversicherer (insgesamt 95 Prozent Marktabdeckung) unter die Lupe genommen: Zwar konnten 49 Versicherer einen Anstieg der gebuchten Bruttoprämien vermelden, dies ist aber nahezu ausschließlich auf höhere Beiträge zurückzuführen.  

Während 32 Anbieter im Jahr 2020 teils deutliche Bestandszuwächse zu verzeichnen hatten – acht Versicherer gewannen gar über 10.000 Verträge hinzu – verloren 18 Anbieter Kunden. Bei gleich sechs Anbietern betrug der Bestandsabrieb dabei über 5.000 Verträge.  

Bei diesen Anbietern handelt es sich zumeist um Versicherer, die bereits in den Vorjahren deutlich an Verträgen eingebüßt hatten, darunter die drei Bestandskönige Allianz, Sparkassen Versicherung sowie die Bayerische Landesbrandkasse. Ob die Verträge seitens der Versicherer gekündigt wurden, da diese womöglich zu schadensreich waren, oder die Kunden sich aktiv für einen anderen Versicherer entschieden, ist aus der Studie allerdings nicht zu entnehmen.

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