Die gute Nachricht: Gros der Autofahrer würde aufs Fahrrad umsteigen

Anne Mareile Walter Versicherungen Panorama

Durch Homeoffice und Lockdown ist für viele Deutsche das Fahrrad zum liebsten Fortbewegungsmittel geworden. Eine große Mehrheit der Deutschen würde dafür künftig das Auto in der Garage stehen lassen. Doch das knüpfen sie an Bedingungen.

KfW Bild: picture alliance/Zoonar DesignIt

Immer mehr Deutsche wollen aufs Fahrrad umsatteln, besonders E-Bikes liegen im Trend. Für Makler bietet das neue Ansatzpunkte in der Beratung. Bild: picture alliance/Zoonar DesignIt

Weniger Autos, weniger Feinstaub und 2021 sank die Zahl der Verkehrstoten auf einen Tiefstand: Trotz aller Hiobsbotschaften bringt die Corona-Pandemie auch positive Effekte hervor. Dank Homeoffice und geschlossener Geschäfte ließen etliche Deutsche ihr Auto stehen, sattelten aufs Fahrrad um oder gingen zu Fuß. Wie der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) auf seiner Webseite schreibt, sei die Verkehrsbelastung in deutschen Städten seit der Corona-Pandemie um 40 Prozent gesunken. Gut möglich, dass auch dieses Studienergebnis durch Corona beeinflusst wurde: Demnach können es sich drei Viertel der deutschen Autofahrer vorstellen, „häufiger vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen“. 66 Prozent würden für ihre täglichen Erledigungen künftig öfter das Fahrrad nutzen Zu diesem Fazit kommt das Energiewendebarometer 2021 der Förderbank KfW, für das rund 4.000 Haushalte befragt wurden.  

Wunsch nach besserer Infrastruktur

Zwar wird aus der reinen Absichtserklärung der Befragten noch keine Verkehrswende – aber die Motivation, auf Alternativen zum Auto zu setzen, ist bei einem Großteil der Deutschen offenbar da. „Die Regionen in Deutschland haben unterschiedliche Voraussetzungen, um das Mobilitätsbedürfnis ihrer Einwohner zu befriedigen“, erklärt dazu KfW-Chefvolkswirtin Dr. Fritzi Köhler-Geib. Für eine erfolgreiche Verkehrswende müssten daher „unterschiedliche Lösungen für die unterschiedlichen Regionen“ gefunden werden.  

Mehr als die Hälfte der Befragten knüpft die Fahrradnutzung an Bedingungen. So wünschen sich 54 Prozent dafür eine bessere Verkehrsinfrastruktur. 45 Prozent finden es notwendig, dass sich die Nutzung von Fahrrad und ÖPNV besser miteinander kombinieren lässt und 28 Prozent setzen auf Elektroantrieb: Sie würden nur aufs Fahrrads umsatteln, wenn sie sich dafür ein E-Bike anschaffen.  

Dass die Deutschen Fahrräder und E-Bikes samt entsprechendem Versicherungsschutz pandemiebedingt mehr im Fokus haben, zeigt auch der im Dezember vom Bundesverkehrsministerium (BMDV) veröffentlichte Fahrrad-Monitor 2021. Demnach hat das Fahrrad im Verkehrsmittelbereich das höchste Wachstumspotenzial zu verbuchen: 41 Prozent der zwischen 14 und 69 Jahre alten Befragten wollen „häufiger“ Fahrrad fahren. Mit 47 Prozent findet fast die Hälfte Pedelecs „grundsätzlich interessant“, doch nur knapp 14 Prozent besitzen selbst eins. Zudem springt ins Auge: Pedelecs sind laut BMDV die mit Abstand beliebteste Fahrradkategorie, wenn es um den Neukauf geht. 41 Prozent der Deutschen planen die Anschaffung eines solchen Gefährts, auf Platz zwei folgt das Mountainbike mit 31 Prozent.   

Pedelecs sind die beliebteste Fahrradkategorie

Die gestiegene Nachfrage nach Fahrrädern mit Elektromotor bietet auch einen guten Ansatz für die Beratung. So ist für E-Bikes – wie bei Mofas und Mopeds – eine extra Haftpflichtpolice nötig, die das Risiko des Diebstahls miteinschließt. Pedelecs hingegen sind im Unterschied dazu auch bei Diebstahl von der Hausratversicherung abgedeckt. Um das Risiko, dass Pedelecs unterwegs entwendet werden, abzusichern, muss ein entsprechender Zusatzbaustein in der Hausratversicherung abgeschlossen werden. Bei Pedelecs schaltet die Unterstützung des Elektroantriebs bei 25 Stundenkilometern ab, E-Bikes hingegen können auf bis zu 45 Stundenkilometer beschleunigt werden.

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