Deka zieht Riester-Neugeschäft endgültig den Stecker

Martin Thaler Berater Investmentfonds

Nachdem die Sparkassen-Tochter bereits den Vertrieb eingeschränkt hatte, soll zum 1. Juni nun das Neugeschäft vollends eingestellt werden. Die Deka appelliert an die Politik, die Beitragsgarantie bei geförderten Altersvorsorgeprodukten zu überdenken.

Deka Bild: picture alliance/Wolfram Steinberg

Die Deka stellt zum 1. Juni dieses Jahres das Riester-Neugeschäft komplett ein. Bild: picture alliance/Wolfram Steinberg

Die Deka zieht bei der Riester-Rente endgültig den Stecker. „Zum 1. Juni 2022 stellt die Deka ihr Riester-Neugeschäft vollständig ein“, teilte der Vermögensverwalter der Sparkassen in einer Pressemitteilung am Dienstag mit. Betroffen von der Einstellung sind der Deka-ZukunftsPlan in den Varianten Classic und Select. Bereits im Oktober vergangenen Jahres hatte die Deka bekannt gegeben, ihren ZukunftsPlan nicht mehr vertrieblich unterstützen zu wollen: Sparkassenkunden bekamen diesen seit 1. November nicht mehr aktiv angeboten. Bestehende Verträge sollen aber ohne Einschränkungen fortgeführt werden können.  

Als Grund für die Einstellung des Neugeschäfts benennt die Deka die für Riester-Produkte weiterhin bestehende Beitragsgarantie. Diese garantiert den Riester-Sparern, dass sie zum Ende der Ansparphase zumindest die bislang eingezahlten Beiträge sicher haben. Um das gewährleisten zu können, müssen Banken und Versicherer das Geld risiko- und damit zugleich renditearm anlegen.  

Fokus auf garantiefreie Vorsorgelösungen

Diesen Weg will die Deka nun nicht weiter beschreiten. „Gerade bei langfristigen Anlagezielen wie der Altersvorsorge ist es wichtig Chancen am Kapitalmarkt zu nutzen, um später davon zu profitieren“, sagt Frank Kalter, Leiter Vertriebsmanagement und Marketing bei der Deka. Künftig wolle man sich auf garantiefreie Vorsorgelösungen konzentrieren, beispielsweise Wertpapierpläne.  

In Richtung der Politik sprach sich die Deka für Reformen aus, die eine Förderung garantiefreie Produkte ermöglichen. „Gerade Sparer mit geringen Einkommen würden davon profitieren“, glaubt Kalter.  

Die Riester-Rente in ihrer jetzigen Form hat auch bei der Ampel-Koalition einen schweren Stand – angesichts des stetig schmelzenden Vertragsbestands ist das nicht weiter verwunderlich. Geprüft werden sollen darum in den kommenden Jahren Alternativen, etwa die Einführung eines öffentlich verwalteten Vorsorgefonds.  

Rückzug vieler Anbieter

Neben der Deka haben auch andere Anbieter ihren Rückzug aus dem Riester-Geschäft bekannt gegeben. So haben Vermögensverwalter wie die DWS, aber auch Versicherer wie die Debeka, die Stuttgarter oder LVM Riester-Produkte aus ihrer Produktpalette entfernt. Andere Anbieter, wie die Union Investment, haben die Bedingungen angepasst und beispielsweise Mindestvertragslaufzeiten eingeführt, damit überhaupt noch eine Rendite erwirtschaftet werden kann.

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