BU-Versicherungen: Debeka sieht (noch) keinen Corona-Effekt

Martin Thaler Versicherungen

Auch ohne einen Pandemie-Effekt stellen psychische Erkrankungen nach wie vor die Hauptursache für eine Berufsunfähigkeit dar. Das ergibt eine Bestandsauswertung des Koblenzer Versicherers.

Depression Bild: Adobe Stock/Anton Sokolov

Psychische Leiden sind bei der Debeka nach wie vor Hauptursache für einen BU-Leistungsfall. Effekte durch die Corona-Pandemie sind indes noch nicht feststellbar. Bild: Adobe Stock/Anton Sokolov

Kontaktbeschränkungen, geschlossene Kitas und Schulen, Angst vor dem Jobverlust und der finanziellen Existenz: Die Corona-Pandemie stellt insbesondere für psychisch belastete Menschen eine gesundheitliche Herausforderung dar.  

Bei der Debeka Krankenversicherung macht sich die Corona-Pandemie indes nur zögerlich bemerkbar. So stieg die Zahl der psychischen Behandlungen im ambulanten Bereich im Jahr 2020 um 1,7 Prozent auf 893.258 im Vergleich zum Vorjahr. 2019 – und damit vor der Pandemie – hatte der Anstieg indes 3,7 Prozent betragen.  

Noch keine Corona-Auswirkungen feststellbar

Auch bei der BU-Versicherung sind noch keine Corona-Auswirkungen feststellbar, teilt die Debeka nach einer aktuellen Auswertung ihres BU-Vertragsbestands von 481.000 Verträgen mit insgesamt 950 im Jahr 2020 neu eingetretenen Leistungsfällen mit. Nichtsdestotrotz: Auch ohne Corona-Effekt sind psychische Leiden nach wie vor mit großem Abstand die Berufsunfähigkeits-Ursache Nummer eins bei der Debeka.  

Bei zwei von fünf neu eingetretenen BU-Fällen (40,6) waren psychische Erkrankungen die Ursache dafür, dass der Versicherungsnehmer beziehungsweise die Versicherungsnehmerin ihrem Beruf nicht mehr nachgehen konnte. Bereits in den Vorjahren (2019: 44,1 Prozent) stellten Depressionen und andere psychische Störungen den Hauptgrund für eine Berufsunfähigkeit.  

Auf Platz zwei stehen seit nun drei Jahren Tumore und Geschwülste, wie sie beispielsweise bei Krebserkrankungen auftreten. 2020 waren sie bei 16,9 Prozent der Leistungsfälle die Ursache – 2019 waren es noch 15,6 Prozent gewesen. Erkrankungen am Bewegungsapparat, BU-Hauptursache Nummer 3, waren 2020 für 14,1 Prozent aller Leistungsfälle verantwortlich – auch hier ist ein leichter Anstieg im Vergleich zu 2019 (12,6 Prozent) feststellbar.  

Weniger Leistungsfälle 2020

Insgesamt ging die Zahl der Leistungsfälle allerdings zurück. 2019 hatte der Koblenzer Versicherer noch 1.000 neue Fälle, in denen der Versicherer gezahlt hatte, gemeldet. Für 2020 verzeichnete die Debeka nun nur noch 950 neue BU-Leistungsfälle.  

Die Zahl der BU-Leistungsempfänger stieg indes weiter an. So erhielten 2020 knapp 7.500 Menschen, die ihrer Arbeit aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr nachgehen konnten, eine BU-Rente – 2019 lag diese Zahl noch bei 7.200 BU-Leistungsempfängern.

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