Baloise-Chef gibt Krebserkrankung bekannt

Martin Thaler Versicherungen Panorama

Bis zum Sommer wird Gert de Winter seine Funktionen beim Schweizer Versicherer nur eingeschränkt wahrnehmen können. Die offensive Kommunikation seiner Krankheit ist ungewöhnlich.

Baloise-CEO Gert de Winter Bild: Baloise

Muss sich aufgrund eines Tumors einer Operation unterziehen: Baloise-CEO Gert de Winter Bild: Baloise

Ein so offener Umgang mit der Erkrankung eines Spitzenmanagers ist selten: Wie der Schweizer Versicherer Baloise – auf dem deutschen Markt unter anderem mit der Basler Versicherung sowie dem Insurtech Friday vertreten – an diesem Donnerstag mitteilte, wird ihr Vorstandsvorsitzender Gert de Winter bis zum Sommer krankheitsbedingt zurückstecken müssen und seine Funktion nur eingeschränkt wahrnehmen.  

Grund dafür sei ein in der Speiseröhre Winters festgestellter Tumor, der operativ entfernt werden müsse. Für die vor- und nachgelagerten Therapien sowie den operativen Eingriff seien die medizinischen Heilungsprognosen allerdings gut, teilte der Versicherer in einer Pressemitteilung mit.  

Bis zum Sommer dieses Jahres soll de Winter nur die strategischen Geschäfte weiterführen. Das operative Tagesgeschäft wird indes von Baloise Schweiz-CEO Michael Müller übernommen.  

Umdenken in der Wirtschaft

In der Vergangenheit wurde die krankheitsbedingte Abstinenz von Spitzenmanagern gerne verschwiegen. Zu groß war die Angst, wie die Aktienmärkte auf den Ausfall der Führungskraft reagieren würden. Als im Jahr 2012 Ton Büchner, damaliger Chef des weltgrößten Farbenherstellers Akzo Nobel aufgrund einer Burn-out-Erkrankung monatelang ausfiel, sackte der Börsenkurs des Unternehmens bei Bekanntwerden nach unten.  

Dennoch sind in der jüngeren Vergangenheit immer mehr Spitzen-Manager deutlich offensiver mit vorliegenden Erkrankungen umgegangen. Schließlich kann auch eine ausbleibende Kommunikation riskant sein. Erinnert sei an dieser Stelle an Apple-Chef Steve Jobs, der im Februar 2011 von Reportern vor einer Krebsklinik fotografiert worden war. Über seine Erkrankung, die er bis dahin nicht nach außen kommuniziert hatte, wusste schlagartig die ganze Welt Bescheid. Die Apple-Aktie verlor daraufhin deutlich an Wert.

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