Axa: Begleit-App rettete Menschenleben

Anne Mareile Walter Versicherungen

Fünf Jahre nach Start von WayGuard zieht die Axa Bilanz: Die Begleit-App des Versicherers scheint den Zeitgeist zu treffen. Doch die Verwendung der Daten ist nicht unumstritten.

Axa Bild: Adobe Stock/fotoduets

Vor fünf Jahren startete die Axa die Begleit-App WayGuard. Diese soll den Heimweg in der Dunkelheit sicherer machen. Bild: Adobe Stock/fotoduets

Weniger Kontakte, weniger Veranstaltungen, Straßen und Plätze bleiben in der Dunkelheit leer: In der Pandemie steigt bei vielen Menschen das Sicherheitsbedürfnis. Bereits vor fünf Jahren brachte die Axa die Begleit-App WayGuard auf den Markt und zieht nun eine erste Bilanz: Rund eine Million Begleitungen habe es seitdem durch die App gegeben, mehr als 425.000 User registrierten sich.

Polizei begleitete die Entwicklung der App

Ein Effekt des Begleitsystems sticht besonders hervor: Laut Axa habe die App „nachweislich“ ein Menschenleben gerettet. So seien während eines medizinischen Notfalls die Rettungskräfte rechtzeitig alarmiert und mit Hilfe der GPS-Daten zum Ort des Geschehens gelotst worden. Dabei funktioniert die Software nach folgendem Prinzip: Der Nutzer meldet einer ausgewählten Person oder dem Mitarbeiter einer Leistelle, dass er sich auf den Heimweg macht. Parallel wird laufend die aktuelle Position des Nutzers per GPS erkannt und übermittelt: Bricht die Übertragung plötzlich oder drückt der Nutzer einen Notfall-Button, wird die Polizei alarmiert. Im Fall der Fälle soll auf diesem Weg gezielt professionelle Hilfe organisiert werden. Kommt er indes sicher an seinem Ziel an, kann er die App einfach beenden. Entwickelt wurde die App in Kooperation mit der Polizei Köln, als Grundlage diente eine von der Axa organisierte Verbraucher-Befragung zu den Themen Mobilität und Sicherheit.

Doch es gibt auch Kritik an Begleit-Apps wie WayGuard. So warnte Christoph Wachs, Datenschutzbeauftragter aus Hamburg, 2019 im „Spiegel“ davor: „Versicherungen lieben personenbezogene Daten.“ Es sei denkbar, dass die Axa die Daten verwende, um die Preise ihrer Angebote anzupassen, sagte er damals. Käme es in einer bestimmten Region zu besonders vielen Notrufen, könnten Versicherungen die Preise dort anheben. Wie die Axa daraufhin mitteilte, würden jedoch keine personenbezogenen Bewegungsprofile angelegt und hochsensible Daten würden besonderen Schutz genießen. Informationen zu Notrufen speichere die Axa nur, um Hilfsmaßnahmen zielgerichtet und schnell einzuleiten oder bei der Aufklärung zu helfen, teilte die Pressestelle weiter mit.

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