Allianz will künftig Bankprodukte von UniCredit verkaufen

Hannah Petersohn Versicherungen Berater

Der Bankriese wird auch in Zukunft Lebens- und Sachversicherungen der Allianz verkaufen. Im Gegenzug hofft das italienische Unternehmen seine Produkte an die Kunden des Versicherers zu bringen. Im vergangenen Quartal war die Bank in die roten Zahlen gerutscht.

Allianz will künftig Bankprodukte von UniCredit verkaufen Bild: Allianz

Das italienische Bankunternehmen UniCredit und der deutsche Versicherer Allianz bauen ihre Kooperation in Zukunft noch weiter aus. Bild: Allianz

Der Trend, dass Banken und Versicherer immer stärker zusammenarbeiten, ist ungebrochen. Schließlich sind Banken für Versicherer ein rentabler Vertriebskanal: Ihr Anteil beim Verkauf von Lebensversicherungen beträgt bis zu 30 Prozent am Neugeschäft. Die Marktentwicklung zeichnete sich bereits in den 1990er Jahren ab, als die Allianz und UniCredit im Sinne einer Bancassurance-Kooperation in Italien einen langfristigen Vertrag abgeschlossen haben. In Deutschland bekommen UniCredit-Kunden bereits seit 2018 ausschließlich Lebens-, Sach- und Unfallversicherungsangebote der Allianz angeboten. Die Verinbarung wäre allerdings in diesem Jahr ausgelaufen. Jetzt vermelden die beiden Unternehmen, man wollen die Partnerschaft beibehalten und zukünftig sogar ausbauen.

Demnach werden die italienische Bank UniCredit und deren deutsche Tochter HypoVereinsbank auch zukünftig Lebens- und Sachversicherungen der Allianz verkaufen. Die Bankprodukte von UniCredit sollen wiederum Kunden der Allianz in Deutschland, Italien und „anderen Ländern“ angeboten werden, heißt es in einer Mitteilung des Versicherers. Laut der neuen Vereinbarung wollen die Unternehmen auch gemeinsam in Mitarbeiterschulungen investieren, um die Digitalisierung von Prozessen voranzubringen.

In Italien, Deutschland sowie Mittel- und Osteuropa betreut die Unicredit-Gruppe mehr als 15 Millionen Kunden, die Allianz-Gruppe mehr als 30 Millionen Kunden.

Andrea Orcel, Chief Executive Officer bei UniCredit bezeichnet die vertiefte Zusammenarbeit als „Blaupause dafür, wie wir unsere Joint Ventures rationalisieren und die Vorteile aller zukünftigen Partnerschaften maximieren wollen.“ Als Teil der erneuerten Partnerschaft werden CreditRas Vita und CreditRas Assicurazioni in UniCredit Allianz Vita beziehungsweise UniCredit Allianz Assicurazioni umbenannt.

Erwartbare rote Zahlen

Die Ankündigung wird begleitet von einer schlechten Nachricht: Demnach sei die italienische Bank im 4. Quartal des vergangenen Jahres in die roten Zahlen gerutscht - allerdings liege das an Sondereffekten, die erwartet worden waren, meldet die Börsen-Zeitung. Trotz eines Verlusts in Höhe von 1,4 Milliarden Euro in den vergangenen drei Monaten, konnte UniCredit im gesamten Jahr 2021 einen Gewinn von 1,5 Milliarden Euro verbuchen, nachdem sie 2020 noch einen Verlust von knapp 2,8 Milliarden Euro hinnehmen musste, teilte Unicredit ebenfalls am Freitag mit.

Die Kooperation wurde vorerst bis 2027 verlängert. Das muss aber nichts heißen, denn das Bankunternehmen könne die neue Vereinbarung auch 2024 kündigen, um die Joint Ventures zu übernehmen und damit für eine Kapitalentlastung sorgen. Das sei aber, nach einem Bericht der Wirtschaftswoche, laut UniCredit-Chef Orcel nicht zu erwarten.

Die italienische Bank ist nicht die einzige, über die die Allianz ihre Versicherungsprodukte vertreibt: Neben der Commerzbank gehören auch Santander und die bayerischen Genossenschaftsbanken zu ihren Partnern.

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