Allianz trennt sich von Lebensversicherungsbestand in Frankreich

Hannah Petersohn Produkte & Personalien Berater Versicherungen

Die Allianz verkauft einen großen Teil des Altbestands an Lebensversicherungen, die HUK-Coburg steigt beim Insurtech Neodigital ein, die ADAC Versicherung AG bekommt eine neue Vorständin und der Maklerpool Blau Direkt einen neuen Director Sales.

HUK-Coburg und Neodigital planen Joint Venture Bild: procontra

HUK-Coburg investiert in Neodigital, die ADAC Versicherung AG bekommt eine neue Vorständin und der Maklerppol Blau Direkt einen neuen Director Sales. Bild: procontra

Die Allianz gibt einen großen Teil ihres Lebensversicherungsbestands in Frankreich auf. Insgesamt über 20.000 Policen sollen an die CNP Assurance, einen der größten französischen Lebensversicherer, übertragen werden. Das teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Die Policen, darunter 60 Prozent fondsgebundene Policen, waren zwischen 2009 und 2019 unter den Namen „Excelis“ und „Satinium“ über die französische Banque Postale an Privatkunden verkauft worden. CNP Assurances gehört wiederum mehrheitlich der Banque Postale. Mit dem Verkauf sind Rückstellungen von über zwei Milliarden Euro verbunden.

Erst im September vergangenen Jahres hieß es, die Allianz wolle sich von einem großen Teil des Lebensversicherungsbestands in den USA trennen. Nach Medienberichten plane der Versicherer auch in der Schweiz ähnliche Schritte. Der Grund: die anhaltende Niedrigzinsphase. „Wir begrüßen den Abschluss dieser Transaktion, die in vollem Einklang mit unserer Strategie steht, unser Geschäftsmodell zu vereinfachen“, sagte der Chef von Allianz France, Fabien Wathlé.

HUK-Coburg investiert in Neodigital

Das Insurtech Neodigital, bekannt geworden durch prominente Investoren wie Carsten Maschmeyer und Peter Thiel, bekommt einen weiteren Unterstützer: Die HUK-Coburg Holding AG beteiligt sich am noch jungen Unternehmen. Zwar sei über die Höhe der Investition laut Pressemitteilung Stillschweigen vereinbart worden, aber, wie die Süddeutsche Zeitung vermeldete, könnten für diesen Coup über 20 Millionen Euro geflossen sein.

Die beiden Unternehmen planen die Gründung eines Joint Ventures zum Vertrieb von Kfz-Produkten namens Neodigital Autoversicherung AG, für das sie noch die BaFin-Zulassung benötigen. Das Insurtech wolle nach eigener Aussage seine digitale Expertise einbringen, während die HUK-Coburg das Wissen rund um den Kfz-Bereich beisteuere. „Mit einer modernen digitalen Kfz-Architektur wird es zukünftig auch möglich sein, komplexe Flottenmodelle agil und effizient abzubilden“, so Stephen Voss, Vorstand Vertrieb und Marketing der Neodigital Versicherung AG. Die HUK wiederum verfolgt das Ziel, „zukünftige neue Geschäftsfelder erschließen zu können“, so Markus Imle, Leiter Neue Geschäftsfelder bei der HUK.

Neuer Geschäftsführer bei der HUK-Tochtergesellschaft

Und es gibt noch eine weitere Meldung aus dem Hause HUK-Coburg: Frank Buchholz ist seit Beginn des Jahres Teil der Geschäftsführung der HUK-Coburg Assistance-GmbH, einer Tochtergesellschaft des Unternehmens. Der 54-Jährige war zuvor als Chief Claims Officer bei der Gothaer tätig. Seine neue Position teilt er sich mit Michael Schnapp. Die HUK-Coburg Assistance GmbH sieht sich als 24-Stunden-Notrufzentrale der HUK: Sie widmet sich der Kundenbetreuung, der Leistungsregulierung in den Sparten Autoschutzbrief, Haus- und Wohnungsschutzbrief sowie Auslandsreisekrankenversicherungen.

Psychotherapie per Video kann wie analoge Behandlung abgerechnet werden

Die psychotherapeutische Behandlung von Privatpatienten, die per Videoübertragung stattfindet, ist nun dauerhaft abrechnungsfähig. Der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) hat gemeinsam mit der Bundespsychotherapeutenkammer und den Beihilfestellen von Bund und Ländern eine gemeinsame Abrechnungsempfehlung zur Telemedizin vereinbart, die nun bereits, nach dem Beschluss der Bundesärztekammer, seit dem 1. Januar dieses Jahr gilt. Die Leistungen können über die Dauer der Pandemie hinaus per Video erbracht werden. Die Abrechnung erfolgt auf der Basis der Gebührenordnung für Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (GOP). Die erbrachten Leistungen können ohne jegliche Abschläge in der Vergütung wie eine persönliche, unmittelbare Behandlung abgerechnet werden. Auch Leistungen mittels Ende-zu-Ende verschlüsselter E-Mails sind berechnungsfähig, ausgenommen davon sind die Kommunikation via Chat und Sms, heißt es in der Empfehlung. Privatpatienten rechnen die Behandlung wie gewohnt ab und notieren die Veränderung schlichtweg in ihrer eigenen Dokumentation. „Mit diesen Empfehlungen etablieren wir die Telemedizin in der Psychotherapie für Privatversicherte und treiben die Entwicklung der Digitalisierung weiter voran“, sagt Direktor des PKV-Verbandes, Florian Reuther. Ursprünglich war angedacht, die Abrechnungsempfehlung zum Ende des vergangenen Jahres auslaufen zu lassen.

Neue Chefin für die ADAC Versicherung AG

Claudia Tuchscherer wird neue Vorstandschefin der ADAC Versicherung AG, teilte das Unternehmen am vergangenen Montag mit. Die 49-Jährige folgt auf Marion Ebentheuer, die nach über zehn Jahren das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlassen hat. Die gelernte Juristin Tuchscherer hat ihre berufliche Laufbahn bei der Allianz Versicherung begonnen und war danach für die SV Sparkassenversicherung tätig. Sie ist nun bereits seit über einem Jahr Vorständin der ADAC Versicherung, die im Jahr 2020 mit einem Umsatz von über einer Milliarde Euro und einem Gewinn von 112 Millionen Euro (vor Steuern) den größten Teil zum Geschäft der ADAC SE beigetragen hat. Tuchscherer wird in ihrer neuen Position auch die Bereiche HR, Recht, Risikomanagement, Compliance, Revision und Rückversicherung führen.

Neuer Director Sales bei Blau Direkt

Christian Anders wird neuer Director Sales beim Lübecker Maklerpool Blau Direkt. Der 50-Jährige war zuvor Vertriebskoordinator beim Maklerdienstleister BCA. Des Weiteren war der gelernte Versicherungskaufmann beim Anlageberater Pioneer Investments, beim Vermögensverwalter Allianz Global Investors und bei Swiss Life Select tätig. In seiner neuen Position soll er neue Geschäftsfelder erschließen und die bestehenden Vertriebswege ausbauen. Der Maklerpool konnte im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben die Provisionseinnahmen um 50 Prozent auf über 123 Millionen Euro steigern. Das Unternehmen wolle bis 2023 zum marktgestaltenden Superpool anwachsen, hieß es.

Wenn Ihnen dieser Artikel gefällt, abonnieren Sie unseren täglichen kostenlosen Newsletter für weitere relevante Meldungen aus der Versicherungs- und Finanzbranche!