Schadenfall der Woche: Völlig losgelöst

Hannah Petersohn Berater Versicherungen Panorama

Eine Astronautin der Internationalen Raumstation (ISS) soll absichtlich ein Loch in ein Raumfahrzeug gebohrt haben, um schneller wieder zurück zur Erde fliegen zu können. Der Grund: eine angebliche Affäre mit einem Crewmitglied.

Bild: procontra

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Menschen mit Liebeskummer tendieren hin und wieder, wie erst kürzlich berichtet, zu etwas, nun ja, zweifelhaftem Verhalten. Manche verklagen ihre Wahrsagerin, wenn sich der angebliche Liebesfluch nicht auflösen lässt. Andere wiederum beschädigen offenbar Raumschiffe. Zugegeben, eine waghalsige Theorie, die doch nicht ganz von der Hand zu weisen ist. Völlig losgelöst könnte demnach die NASA- Astronautin Serena Auñón-Chancellor gehandelt haben: Sie wird beschuldigt, im Jahr 2018 absichtlich ein zwei Millimeter kleines Loch in ein Sojus-MS-09-Fahrzeug, das an der Internationalen Raumstation (ISS) angedockt war, gebohrt zu haben. Der unterstellte Grund: Herzeleid.

Demnach wird, so der Vorwurf der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos, der 45-jährigen verheirateten NASA-Astronautin unterstellt, sie habe das Loch in der Hoffnung auf eine vorzeitige Rückkehr nach Hause verursacht nachdem sie eine unglückliche Affäre an Bord des Raumschiffs gehabt habe, berichtet das britische Boulevardblatt Daily Mail. Das Loch wurde am 30. August 2018 entdeckt, nachdem ein Druckabfall aufgrund eines Luftlecks festgestellt wurde.

An Bord befanden sich neben Auñón-Chancellor die Kosmonauten Sergey Prokopyev und Alexander Gerst. Ein Herz kann man nicht reparieren, heißt es in einem Song. Ein absichtlich in ein Raumfahrzeug gebohrtes Loch hingegen glücklicherweise schon: Die Raumfahrenden stopften das Loch rasch und stellten den Druck wieder her, indem sie es mit mehreren Schichten Epoxidharz – einer leimähnlichen Substanz – flickten.

Ein russischer Beamter sagte im September 2018, das Loch sei offenbar mit einem Bohrer gebohrt worden und könnte absichtlich von jemandem an Bord verursacht worden sein. Daraufhin leitete Russland eine Untersuchung ein und erklärte Auñón-Chancellor zur Schuldigen. Demnach habe sie vorsätzlich das Loch gebohrt, „weil sie sich von einem Besatzungsmitglied getrennt hatte und nach Hause gehen wollte“. Russland hat seine Ermittlungen an die Strafverfolgungsbehörden übergeben, um eine Strafanzeige gegen die Astronautin erheben zu können. Auch die NASA ist von der Schuld der Raumfahrerin überzeugt.

Verschiedene weitere Theorien kursieren derzeit über die Ursache des Schadens. Neben der Liebeskummer-Erklärung wurde auch überlegt, ob das Loch bereits vorher schon bestanden haben könnte. Diese Erklärung allerdings ist eher unwahrscheinlich, weil vor dem Start eines Raumschiffs diverse Tests vorgenommen werden und eine solche Beschädigung im Vorfeld aufgefallen wäre. Dennoch kursiert weiterhin die Theorie, dass das Loch aus Versehen von einem Arbeiter gebohrt worden war, der seinen Fehler durch eine Versiegelung der Schadenstelle versucht habe zu vertuschen.

Auñón-Chancellor sei nach Medienberichten nach wie vor mit ihrem Mann, Jeff Chancellor, verheiratet. Es sei unklar, wer der Freund an Bord gewesen sein könnte.

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