Hacker erbeuten Token im Wert von 150 Millionen Dollar

Hannah Petersohn Panorama Versicherungen

Erneut haben Hacker Kryptowährungen in Millionenhöhe erbeutet. Die Frage nach einer Versicherung gegen den Diebstahl der digitalen Münzen wird immer drängender.

Bild: AdobeStock/Alexey Novikov

Unbekannte haben Token im Wert von etwa 150 Millionen Dollar gestohlen. Opfer des Hackerangriffs: die Kryptobörse Bitmart. Bild: AdobeStock/Alexey Novikov

Erneut haben Hacker in großem Stil Kryptowährungen erbeutet: Unbekannte haben Token im Wert von etwa 150 Millionen Dollar gestohlen, wie der Sender CNBC berichtet. Opfer des Hackerangriffs: die Kryptobörse Bitmart. Datenanalysten der Blockchain-Sicherheitsfirma Peckshield gehen sogar von fast 200 Millionen Dollar aus.

Dem Medienbericht zufolge haben die Cyberkriminellen zwanzig verschiedene Kryptowährungen, auch unbekanntere wie zum Beispiel Binance Coin und Shiba Inu, gestohlen. Peckshield-Mitarbeiter haben als erste den Angriff entdeckt, als sie Übertragungen von mehreren Millionen Dollar an eine Adresse namens „Bitmart-Hacker“ feststellten. Bitmart selbst nannte den Angriff eine „groß angelegte Sicherheitsverletzung“.

Immer wieder ist es in den vergangenen Monaten zu Krypto-Diebstählen gekommen: Im Zuge des bisher aufsehenerregendsten Angriffs hat ein Hacker Token mit einem Wert von über 600 Millionen US-Dollar gestohlen. Allerdings hat der Dieb nur wenig später einen Teil der Summe peu à peu wieder zurücküberwiesen. Der Grund seines Beutezugs: Er habe lediglich auf Sicherheitslücken hinweisen wollen.

Token-Versicherung ist schwierig

Wie schwierig es ist, Kryptowährungen zu versichern, weiß auch Jan Blumenthal, Hauptbevollmächtigter für Lloyd‘s Deutschland, gegenüber procontra: „Nur 15 bis 20 Prozent haben die Kryptowährungen und die dahinterstehende Technologie verstanden. Die Gefahr ist groß, einen Denkfehler zu machen oder Risiken nicht vollständig abzubilden“, so Blumenthal.

Noch dazu sind Kryptowährungen nach aktueller Rechtsprechung nicht als „Sache“ definiert und fallen damit nicht automatisch unter versicherte Sachen einer Hausratsversicherung, erläutert Alina Sucker, Underwriting Manager Art & Private Clients bei Hiscox, einem auf Cyberkriminalität spezialisierten Versicherer. Zuerst müsste eine eigene Definition in den Vertragsbedingungen geschaffen werden.

Hackerangriffe, auch jenseits von Raubzügen innerhalb der Kryptoszene, nehmen immer weiter zu. Innerhalb eines Jahres hat sich die Schadenhöhe durch Cyberkriminalität hierzulande verdoppelt und erreichte 2021 einen Spitzenwert von 223 Milliarden. 2019 waren es noch 102 Milliarden, teilte der Digitalverband Bitkom mit. Neun von zehn Unternehmen wurden in den vergangenen zwei Jahren Angriff einer Hackerattacke.

Wenngleich der Schutz von Bitcoin und Co. noch eine Herausforderung für die Versicherer darstellt, haben sie sich auf dem Feld der allgemeinen Cyberpolicen bereits breiter aufgestellt. Analysten des Ratinghauses Franke und Bornberg haben kürzlich die besten Cyber-Versicherungen gekürt und sind dabei zu dem Schluss gekommen: Die teuerste Police ist nicht automatisch die sinnvollste. Und: Nicht jede Police ist für jede Branche auch die passendste.

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