Die gute Nachricht: Zahl der Verkehrstoten auf Tiefstand

Hannah Petersohn Panorama Versicherungen Berater

Zum Jahresende sorgen die Wiesbadener Statistiker für eine gute Nachricht: Demnach dürfte die Anzahl der Verkehrstoten in diesem Jahr abermals zurückgehen und damit einen neuen Tiefstand erreichen. Ein Grund: die Pandemie. Ein weiterer: präventive Maßnahmen.

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Das Statistische Bundesamt hält zum Ausklang dieses eher durchwachsenen Jahres noch eine gute Nachricht bereit: Demnach wird die Anzahl der Verkehrstoten nach vorläufigen Schätzungen einen Tiefstand erreichen. Bild: picture alliance/Zoonar DesignIt

Die aktuellen Nachrichten rund um die Pandemie können einem durchaus den Schlaf rauben. Doch immerhin eine gute Folge zeichnet sich doch ab: Nach vorläufigen Schätzungen des Statistischen Bundesamts wird die Zahl der Verkehrstoten in diesem Jahr einen neuen Tiefstand erreichen. Ein Grund: die Abnahme des Autoverkehrs während der Corona-Pandemie. Demnach dürfte die Zahl der Todesopfer auf 2.450 zurückgehen, was der niedrigste Stand seit Beginn der Statistik vor über 65 Jahren wäre. Der bisherige Tiefstand wurde im vergangenen Jahr mit 2.719 Verkehrstoten erreicht, elf Prozent weniger als noch 2019 (3.046 Verkehrstote), teilte das Bundesamt am Dienstag mit.

Darüber hinaus haben sich auch weniger Menschen als noch vor einem Jahr bei Autounfällen verletzt. Immerhin um acht Prozent, auf rund 301.000 ist die Zahl der Verletzten gesunken. Die Anzahl der Unfälle, bei denen Personen zu Schaden gekommen sind, wird nach den aktuellen Schätzungen, die auf den bereits erhobenen Daten von Januar bis September dieses Jahres basieren, um rund acht Prozent auf circa 244.000 zurückgehen. Ein ganz ähnliches Bild ergibt sich mit Blick auf die Anzahl der Unfälle, die „nur“ zu einem Sachschaden geführt haben: Diese werden wohl im Vergleich zum Vorjahr auf zwei Millionen leicht sinken.

Das Statistische Bundesamt hat in seiner Mitteilung auch eine durchaus denkwürdige Grafik mitgeliefert, die eindrücklich zeigt, wie sinnvoll allgemein verbindliche Regeln sein können: So ist die Anzahl der Verkehrstoten seit Beginn der statistischen Aufzeichnungen kontinuierlich angestiegen und erreichte 1970 mit 21.330 Verkehrstoten einen Negativrekord – als aber die Höchstgeschwindigkeit auf Landstraßen auf 100 Stundenkilometer begrenzt wurde, begann sie wieder sukzessive zu sinken.

Auch mit der 1984 eingeführten Gurtpflicht ging die Zahl erneut nach unten, von 12.040 (1984) auf 10.070 (1985). Seitdem 1998 (7.790 Verkehrstote) die 0,5 Promillegrenze festgesetzt worden ist, sinkt die Anzahl der bei einem Unfall getöteten Menschen in Deutschland weiter und ist heute so niedrig wie noch nie seit dem Beginn der statistischen Erhebungen.

Mit jeder erhobenen präventiven Maßnahme zeigte sich im Anschluss der positive Effekt. Das wiederum verhinderte, dass das sogenannte Präventionsparadox zum Tragen kommen konnte: Es führt immer wieder dazu, dass Menschen den Vorteil vorbeugender Maßnahmen negieren, sobald sie nicht zeitnah den dadurch entstandenen unmittelbaren Gewinn erkennen können.

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