Altersvorsorgepflicht für Selbstständige: Diese Chancen sehen die Maklerpools

Anne Mareile Walter Berater Top News Versicherungen

Die Ampel-Regierung will für neue Selbstständige eine Altersvorsorgepflicht einführen. Welchen Effekt hat das auf den Beratungsalltag und welche Vorsorgeprodukte sollten Vermittler empfehlen? Procontra hat sechs Maklerpools zu ihrer Einschätzung befragt.

AV-Pflicht Bild: Adobe Stock/Liddy Hansdottir

Die Ampel-Regierung will die Altersvorsorge für neue Selbstständige auf ein sicheres Fundament stellen. Dadurch könnte sich der Kundenstamm für Makler vergrößern. Bild: Adobe Stock/Liddy Hansdottir

Seit etlichen Jahren steht eine Altersvorsorgepflicht für Selbstständige auf der politischen Agenda, umgesetzt wurde sie in der vergangenen Legislaturperiode nicht. Die neue Ampel-Regierung hat sich das Thema erneut in den Koalitionsvertrag gesetzt, allerdings mit einem Unterschied: Die Verpflichtung soll nur für neue Selbstständige gelten statt für alle. Außerdem soll es die Möglichkeit eines „einfachen und unbürokratischen Opt-Outs“ geben – statt der gesetzlichen Absicherung kann auch ein privates Vorsorgeprodukt gewählt werden. Vermittlerverbände sehen Potenzial in der neuen Regelung und erwarten, dass für Makler durch die Ansprache der Selbstständigen zusätzliche Beratungsfelder entstehen. Doch wie beurteilen die Maklerpools die neue Pflicht? Welche Tipps haben sie für Vermittler und welche privaten Vorsorgeprodukte kommen aus ihrer Sicht infrage? Procontra hat bei sechs Maklerpools nachgefragt.

Makler können mit der Kundengruppe mitwachsen

Der übereinstimmende Tenor: Die AV-Pflicht rücke die private Vorsorge stärker in den Fokus. Dirk Kober, Leiter Versicherungen beim Maklerpool BCA, geht davon aus, dass ein Großteil der Selbstständigen künftig eine private Vorsorgelösung bevorzugen wird und sich somit „weiteres Potential für Makler öffnet“. Gerade bei Einsteigern in die Selbstständigkeit seien die finanziellen Möglichkeiten allerdings oft überschaubar. Dadurch würden vor allem flexible Altersvorsorgelösungen interessant, die sich an den unternehmerischen Erfolg anpassen. Der Vema-Vorstandsvorsitzende Hermann Hüber sieht ebenfalls Chancen für die Makler. Durch die Option des Opt-Out würden Selbstständige eher ihren „Lebensabend auf einem rückgedeckten Vorsorgeprodukt aufbauen“ als dass sie auf eine Rente setzen, die „abhängig von politischen Entscheidungen und der Bevölkerungsentwicklung“ ist. Dabei könnten durch die Qualität der Beratung neue Gewerbekunden erschlossen werden, denn das führe zu für Weiterempfehlungen.

Dass Selbstständige grundsätzlich einen breiteren Versicherungsbedarf als andere Berufsgruppen haben – darauf weist Karsten Allesch, Geschäftsführer des Deutschen Maklerverbundes, hin. „Ist der Selbstständige erfolgreich, erhöht sich automatisch der Bedarf und Versicherungsmakler können mit dieser Kundengruppe mitwachsen“, erklärt er. Nach seiner Meinung werde die neue Regelung der privaten Vorsorge einen Schub geben. Derweil rät der Maklerpool Maxpool Vermittlern, ihre Kunden immer wieder auf das Thema „Opt-Out-Option“ hinzuweisen. Hier sollten Makler aufzeigen, dass die private Absicherung die bessere Altersversorgung ist.

In der untenstehenden BiIderstrecke haben wir zusammengefasst, welche Vorsorgeprodukte aus Sicht der Maklerpools infrage kommen und wie sich Vermittler auf die Umsetzung der verpflichtenden Altersvorsorge vorbereiten sollten.

Hier sehen die Maklerpools Potential

Vema
Der Koalitionsvertrag sieht vor, dass das private Vorsorgeprodukt insolvenz- und pfändungssicher ist und zu einer Absicherung oberhalb des Grundsicherungsniveaus führt. Die Maklergenossenschaft Vema hält es daher für sinnvoll, erst einmal abzuwarten, welche Ausgestaltungsmöglichkeiten der Gesetzgeber am Schluss zulasse. Sobald aus den Zeilen im Koalitionsvertrag dann eine handfeste Regelung geworden sei, wolle die Vema die „Maklerkollegen mit entsprechenden Marketingmaterialien ausstatten.“ Bild: Vema